Das Ende der Intersport-Filiale Zimmermann in der Weißhofer Galerie in Bretten naht. Am Donnerstag beginnt der Räumungsverkauf.
Das Ende der Intersport-Filiale Zimmermann in der Weißhofer Galerie in Bretten naht. Am Donnerstag beginnt der Räumungsverkauf. | Foto: BNN

Räumungsklage am Landgericht

Intersport Zimmermann verlässt Weißhofer Galerie

Die Stadt Bretten ist auf der Suche nach einem neuen Mieter für die Weißhofer Galerie. Die Intersport-Filiale Zimmermann im Brettener Einkaufszentrum Weißhofer Galerie schließt. Seit Montag informiert das Unternehmen die Kunden über die Geschäftsaufgabe am Aufgang zu den Verkaufsräumen. Über eine Rolltreppe gelangt man in die Filiale im ersten Obergeschoss der Galerie. Die Rolltreppe ist gegenwärtig abgestellt und der Zugang blockiert. Am Donnerstag soll die Filiale wieder öffnen und es beginnt der Räumungsverkauf. Auf einem Blatt ist zu lesen, dass die Filiale nach Heidelsheim umzieht. Dort ist das Hauptgeschäft.

Am Donnerstag beginnt Räumungsverkauf

Hoffnungsvoll waren die beiden Geschäftspartner, die städtische Kommunalbau GmbH als Betreiber der Galerie und Intersport Zimmermann, vor zwei Jahren bei der Eröffnung des Ladenzentrums. Die Kommunalbau und die Firma Intersport Zimmermann Jost Sport & Service GmbH hatten eigentlich einen Vertrag mit zehnjähriger Laufzeit. Doch jetzt das Ende des Mietverhältnisses. Für viele kommt das abrupte Aus zwar überraschend, doch kamen in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Gerüchte auf, dass es um das Geschäftsverhältnis zwischen Vermieter und Mieter wohl nicht besonders bestellt sei.
Auf Anfrage der Brettener Nachrichten begründete Oberbürgermeister Martin Wolff die Schließung des Sportgeschäfts mit dem Ende eines seit Längerem geführten Rechtsstreits zwischen der Stadt und dem Ladenbetreiber.

Räumungs- und Zahlungsklage am Landgericht

Nach Beginn der BNN-Recherchen verschickte die Stadtverwaltung eine Stellungnahme. Darin heißt es: „Bereits im Juli 2016 hat das Landgericht Karlsruhe die Firma Intersport Zimmermann Jost Sport & Service GmbH zur Räumung der Mietfläche in der Weißhofer Galerie verurteilt.“ Der Gerichtsvollzieher habe sogar schon den Termin für die zwangsweise Räumung der Mietfläche „Intersport Zimmermann“ festgelegt. Die Stadt habe jedoch entschieden, die „zwangsweise Räumung“ zurück zu stellen und nochmals Vergleichsverhandlungen über einen Räumungsverkauf zu führen. „Letztlich ist der Räumungsverkauf das Ergebnis eines schon lange andauernden Rechtsstreits zwischen der Kommunalbau GmbH und der Intersport Jost Sport & Service GmbH“, heißt es in der Stellungnahme.

Kündigung wegen Mietrückständen

Seit geraumer Zeit schon stand es schlecht um das Verhältnis der beiden Vertragsparteien. Dies ist daraus zu schließen, weil die Kommunalbau dem Sportartikelhändler schon im Oktober 2015, also ungefähr ein Jahr nach der Eröffnung der Weißhofer Galerie, fristlos gekündigt hat. So stellt es die Stadt dar. „Im Januar 2016 wurde beim Landgericht Räumungs- und Zahlungsklage eingereicht, da der Mieter weder Miete noch Nebenkosten bezahlt hat.“

Baumängel bei Eröffnung der Galerie

Auslöser für das nun unschöne Ende der Geschäftsbeziehungen sind offenbar Mängel, die in der Bauphase bis zur Gesamteröffnung der Weißhofer Galerie bestanden. Es ist von Seiten der Stadt von „Problemen und Wasserschäden“ die Rede. „Dies rechtfertigt jedoch keinesfalls, dass ein Mieter dauerhaft keine Miete und auch keine Nebenkosten bezahlt, was das Landgericht unmissverständlich festgestellt hat“, hebt die Stadt hervor. Wer nach dem Sportartikel-Fachmarkt in die frei gewordenen Räume einzieht, darüber schweigt sich OB Wolff mit dem Verweis auf laufende Verhandlungen aus.

Umzug nach Heidelsheim

Die Geschäftsleitung von Intersport Zimmermann sprach gestern auf Anfrage von einem „Vergleich“, der zwischen Unternehmen und Stadt Bretten geschlossen worden sei. Wirtschaftlich gehe es dem Unternehmen gut, man werde alle Mitarbeiter aus der Brettener Filiale mit nach Heidelsheim mitnehmen. Nach wie vor sei man auf der Suche nach einer geeigneten Immobilie in Bretten, so die Geschäftsführung des Sportartikelhändlers weiter.