TURBULENT GEHT ES BEI KUKA ZU: Der chinesische Midea-Konzern bewerten den Augsburger Roboterhersteller mit fast 4,6 Milliarden Euro. Gerüchten zufolge prüft aber auch ABB aus der Schweiz eine Gegenofferte. Das Foto entstand am Kuka-Stand auf der Hannover Messe.
TURBULENT GEHT ES BEI KUKA ZU: Der chinesische Midea-Konzern bewerten den Augsburger Roboterhersteller mit fast 4,6 Milliarden Euro. Gerüchten zufolge prüft aber auch ABB aus der Schweiz eine Gegenofferte. Das Foto entstand am Kuka-Stand auf der Hannover Messe. | Foto: dpa

Ex-Tochter der Karlsruher IWKA

Jetzt machen die Chinesen bei Kuka Ernst

Von dpa-Redakteurin Nadine Murphy
und BNN-Redakteur Dirk Neubauer
Der chinesische Haushaltsgerätehersteller Midea macht mit seinen Übernahmeplänen für den Roboterbauer Kuka Ernst. Heute legten die Chinesen ein offizielles Übernahmeangebot vor. Damit bestätigen sie ihre Pläne, ihren Anteil an dem Augsburger Unternehmen auf über 30 Prozent erhöhen zu wollen. Wie hoch der Anteil an Kuka tatsächlich wird, hängt davon ab, wie viele Aktionäre ihre Anteilsscheine abgeben.
Midea bietet wie bereits bekannt 115 Euro je Aktie und bewertet das Unternehmen demnach mit knapp 4,6 Milliarden Euro. Die im MDax notierte Aktie legte am Morgen um 0,57 Prozent zu und schlug sich damit deutlich besser als der schwächelnde Index. Die Annahmefrist läuft bis zum 15. Juli, 24 Uhr.
Midea bekräftigte, es solle kein Beherrschungsvertrag abgeschlossen werden und Kuka solle auch nicht von der Börse genommen werden. Zu Berichten, Midea begnüge sich auf Druck der Bundesregierung mit einem Maximum von 49 Prozent der Aktien, sagte eine Midea-Sprecherin, rein rechtlich sei die Festlegung einer solchen Obergrenze nicht möglich.
Midea hält bereits über zehn Prozent der Kuka-Aktien.

Größter Anteilseigner ist bislang die Voith-Gruppe aus Heidenheim mit 25,1 Prozent. „Wir haben die Veröffentlichung der Angebotsunterlage zur Kenntnis genommen“, hieß es bei Voith. „Voith wird das Angebot nun eingehend und sorgfältig prüfen. Sollte es Neuigkeiten geben, werden wir uns äußern.“
Bei Kuka hieß es, der Vorstand werde das Angebot prüfen und spätestens in zwei Wochen eine begründete Stellungnahme abgeben. Berichte, wonach der schweizerische Industriekonzern ABB eine Gegenofferte prüfe, wollte Kuka nicht kommentieren. Sollte es zu einem Angebot der Schweizer kommen, so werde es geprüft wie jedes andere auch, hieß es bei Kuka.

Einst Eigentum der Quandt-Dynastie
Kuka war vor einigen Jahren noch ein Tochterunternehmen des Karlsruher IWKA-Konzerns – seinerzeit war er nach dem Energiekonzern EnBW das zweitgrößte Unternehmen mit juristischem Firmensitz im BNN-Verbreitungsgebiet. Über Jahrzehnte waren IWKA/Kuka im Eigentum der Quandt-Dynastie, die vor allem als BMW-Großaktionärin einer breiten Öffentlichkeit bekannt ist.
2007 entschied sich das Traditionsunternehmen, voll auf den Standort Augsburg – dort ist Kuka beheimatet – zu setzen und sich aus Karlsruhe zu verabschieden. Im Zuge dessen wurde auch der Firmenname IWKA aufgegeben. Andere IWKA-Sparten – wie Verpackungstechnik sowie Balg- und Kompensatorentechnologie – wurden veräußert.