Marodes Jugendhaus in Iffezheim
Das Jugendhaus in Iffezheim bleibt geschlossen. | Foto: Krause-Dimmock

Iffezheim schließt Gebäude

Jugendhaus ist einsturzgefährdet

Von Christiane Krause-Dimmock

Es ist ruhig in der Hauptstraße 74. Statt zu Schülersprechzeiten, Kochkurs, Hip-Hop und offenem Jugendtreff einzuladen, prangt ein Schild am Tor. Es wird davor gewarnt, das Gebäude zu betreten. Hier droht Einsturzgefahr.
Ein nicht unerhebliches Problem, von dem Betroffene fürchten, es werde viel zu lax im Geheimen abgehandelt. Denn so richtig „Butter bei die Fische“ gibt es von keiner Seite. Sprich: Ob es weiterhin ein Jugendhaus in diesem Gebäude geben kann, in welcher Form die Arbeit von Jugendreferentin Annette Lange fortgesetzt wird, das alles ist bis dato unbekannt. Die Leiterin des Jugendhauses nutzt gegenwärtig das Büro des Schul-Sozialarbeiters in der Maria-Gress-Schule, dessen Stelle momentan vakant ist.

Gips bröckelt von der Decke

Was ist geschehen? Am 21. Juni habe es gekracht. In einem der Erdgeschossräume waren Gipselemente von der Decke gestürzt. Nach Feierabend der Jugendreferentin wurde das Haus geschlossen. Zwei Tage später fand eine Begehung mit Vertretern der Verwaltung, einem Baustatiker sowie dem Hauseigentümer statt. „Das Ergebnis der Untersuchung steht noch aus. Aus verkehrssicherheitstechnischen Gründen ist das Gebäude derzeit nicht zu betreten.“ So mager informiert die Homepage der Gemeinde Iffezheim. Näheres will man derzeit dazu nicht sagen. Weder Ortsbaumeister Willi Leible, der bei der Begehung anwesend war, noch der Hauseigentümer geben Auskunft. Beide verweisen auf Bürgermeister Peter Werler. Doch der ist im Urlaub.

Warnung am Briefkasten
Eindringliche Worte am Briefkasten informieren über die Gefahr. | Foto: Krause-Dimmock

Dass der Hauseigentümer nicht bereit sei, größere Investitionen zu tätigen, wird von den Eltern befürchtet. Denn selbst wenn sich das Haus nicht als baufällig erweisen sollte, bleibt ein weiteres Problem. So sei wohl schon länger moniert worden, dass es muffig im Gebäude rieche und sich nach Wassereinbrüchen Schwarzschimmel gebildet habe. Ob dieser gefährlich ist, ob das nun endlich untersucht wird, auch darüber gibt es bis dato keine Erkenntnisse, die öffentlich kommuniziert werden. Auch hier der Verweis an Werler.

Ferienprogramm findet statt

Schnell reagiert haben Gemeinde und Jugendreferentin zumindest, was das Sommerferienprogramm für die Kinder und Jugendlichen betrifft. Obwohl einige der Veranstaltungen im Jugendhaus hätten stattfinden sollen, konnte Annette Lange offenbar Alternativen finden oder ist noch auf der Suche nach Lösungen. Denn das druckfrische Programmheft verweist mehrfach auf die Bekanntgabe des Ortes im Ferienpass.

Bitterer Nachgeschmack

Und trotzdem bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Denn das Jugendhaus, das vor genau zehn Jahren eingeweiht wurde, ist dicht. Ein Blick durch die Fenster zeigt, dass hier ein spontaner Aufbruch stattgefunden hat. Noch stehen die Möbel und Utensilien an Ort und Stelle. Auch die Gipsbrocken liegen nach wie vor am Boden. Doch die Gemeinde hat offenbar keine Eile damit Abhilfe zu schaffen. So wurde zwar der Hinweis auf die Homepage gesetzt, dass erst mal Schicht im Schacht ist und die Jugendreferentin in der Maria-Gress-Schule Zuflucht gefunden hat. Die Angebote, die es in der Hauptstraße 74 bis zur Sperrung des Hauses gab und die – wenigstens vorübergehend – Makulatur sind, wurden indessen nicht gelöscht. Die virtuelle Welt ist in Ordnung und die Eltern sind in Sorge.
„Wir haben darauf vertraut, dass unsere Kinder in diesem Haus gut aufgehoben sind“, klagt eine Mutter, die angesichts der noch völlig unklaren Situation ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Denn so einfach auf sich beruhen lassen, wollen die Eltern die Angelegenheit nicht. Ein neues Jugendhaus müsse her und die Angelegenheit dürfe auf keinen Fall unter den Teppich gekehrt werden.