Kunstpreisträger

Erfolg für Jens Mäder

Jugendkunstpreis geht nach Ettlingen

Von Thomas Zimmer

Erfolg für den 18-jährigen Jens Mäder aus Ettlingen: Mit seinem Foto „anonym“  das er für den Jugendkunstpreis Baden-Württemberg einreichte, hatte er unter 400 Einsendern mit die Nase vorn. Er  gehört zu den 16 Preisträgern und den acht besten „Auserwählten“, die zu einer Kunstreise nach Barcelona eingeladen werden.

Auf den ersten Blick ist nicht gleich zu erkennen, um was es sich handelt. Vielleicht wohlgeordnete Bauteile eines elektronischen Gerätes? Nein, es handelt sich um Balkone. Der 18-jährige Jens Mäder hat sie an einem Hochhaus in Mannheim entdeckt und fand die Perspektive so faszinierend, dass er sein Foto unter dem Titel „anonym“ als Beitrag zum Jugendkunstpreis Baden-Württemberg 2016 einreichte. 400 junge Menschen zwischen 15 und 21 Jahren hatten ihren Beitrag zum Wettbewerbsthema „Drunter und drüber“ eingesandt. Jens Mäder  darf sich jetzt auf Barcelona freuen.

Ohne Plan auf  Fotosafari

Dass man nicht sofort erkennt, was das Foto zeigt, freut ihn: „Ich finde es gut, wenn Bilder Rätsel aufgeben“. Die seelenlose Balkon-Front ist für ihn ein Ausdruck der Anonymität der Menschen, die auf engstem Raum in einem Haus leben und sich vermutlich dennoch nicht kennen. Das Foto ist entstanden wie viele andere seiner Bilder: Er geht ohne Plan auf Fotosafari, entdeckt interessante Motive – sei es in der Natur oder an Gebäuden – und schaut sich die Ergebnisse zuhause an. „Ohne selbst in das Geschehen einzugreifen, hält er seine Motive meist in ihrer natürlichen und einzigartigen Atmosphäre fest“ – so beschreibt er sein Credo auf seiner Homepage. Im Fall von „anonym“ hat er nur den Bildausschnitt im Nachhinein verändert. „Das Foto hatte ich schon, als ich das Plakat für den Wettbewerb gesehen habe. Ich finde es immer sinnvoll, bei so etwas mitzumachen“.

Bei den Motiven nicht festgelegt

Mäder ist bei der Auswahl seiner Motive nicht festgelegt: Er fotografiert Schwäne, einen alten Opel Kadett, Wolkenkratzer oder architektonische Details. Er hat einen Blick für Auffälliges: Etwa ein Plakat des Heavy Metal Festivals Wacken, neben dem ein schwerer Hammer hängt. Er experimentiert mit Porträtfotografie und hat Frederic Ploke – einen guten Freund seit Kindergartentagen – für dessen CD mit dem Cello fotografiert.
Sein kreative Ader entdeckt Jens Mäder, der in diesem Jahr sein Abitur an der Bertha-von-Suttner-Schule macht, schon als Kind. „Ich hab’ schon früh gezeichnet: Meistens Baupläne, Grundrisse von Häusern. Mit sechs Jahren wollte ich Gartenarchitekt werden“. Mit 14 hat er seine erste Kameraausrüstung. 2014 nimmt er erfolgreich an einer Wettbewerbsausstellung zum Thema „Kunstlicht“ teil. Seit diesem Jahr arbeitet er als Kameramann und Produktionsassistent im Bereich der Filmtechnik an dem Film „Unsere Alb“ mit, der 2017 Premiere haben wird.

Ich will mich erst mal ausprobieren

Dass er nun zu den acht Preisträgern gehört, die nach Barcelona fahren werden, hat ihn emotional sehr gepackt. Vor allem aber erhofft er sich kreative Anregungen von der Reise: „Kunst macht man doch sonst für sich alleine. Und hier habe ich mal die Möglichkeit, mich mit Leuten auszutauschen, die auf anderen Gebieten arbeiten“. So nebenbei interessiert er sich auch für Musik quer durch alle Genres, spielt Klavier und Akkordeon und ist sportlich aktiv.
Wie er sich später beruflich orientieren will, weiß er heute noch nicht genau. „Ich bin noch ziemlich jung. Ich will mich erst mal ausprobieren“, sagt er, und „ich kann manchmal fast nicht schlafen, weil ich so viele Ideen habe“.