Künftig ohne Rückstau: Eine neue Verkehrsführung soll in der Vorweihnachtszeit verhindern, dass sich bei belegter Kurhaus-Garage lange Autoschlangen in der Kaiserallee bilden. Die Stadt Baden-Baden will künftig rechtzeitig sperren.
Künftig ohne Rückstau: Eine neue Verkehrsführung soll in der Vorweihnachtszeit verhindern, dass sich bei belegter Kurhaus-Garage lange Autoschlangen in der Kaiserallee bilden. Die Stadt Baden-Baden will künftig rechtzeitig sperren. | Foto: Kappler

In Baden-Baden

Kurhaus-Garage dicht – Kaiserallee gesperrt

Lange Staus vor der Einfahrt in die Baden-Badener Kurhaus-Garage soll es zumindest in der Vorweihnachtszeit nicht mehr geben. Nach den Erfahrungen in den vergangenen Jahren reagiert die Stadt und möchte für die Dauer des Christkindelsmarktes die Verkehrsströme in Richtung Innenstadt gezielt lenken. Das gilt vor allem dann, wenn die Kurhaus-Garage belegt ist. Dann greift ab 21. November ein System mit Sperrungen und Hinweisschildern.

An der Wilhelmbrücke ist Schluss

Ziel ist es, die in die Kaiserallee einfahrenden Autos bei der Wilhelmbrücke abzufangen und sie über die Luisenstraße wieder stadtauswärts und dann in die neue Roomers-Parkgarage oder das Vincenti-Parkhaus zu leiten. „Auslöser für die geplante Regelung sind die Umleitungsstrecken für die Busse, die durch die Bauarbeiten am Leopoldsplatz bedingt sind“, sagte Oberbürgermeisterin Margret Mergen am Mittwoch bei der Vorstellung des Konzepts.

Parkhaus-Einfahrt ist neuralgischer Punkt

In den Vorjahren habe sich immer wieder gezeigt, dass vor allem die Zufahrt zur Kurhaus-Garage ein neuralgischer Punkt sei, an dem es oft zu langen Rückstaus in der Kaiserallee komme. Darunter litten die Busse, die wegen der „Leo“-Sperrung die Strecke durch die Kaiserallee und die Lichtentaler Allee nehmen müssen und dort oft blockiert seien.

Stadt möchte ÖPNV stärken

„Wir wollen aber einen attraktiven ÖPNV und die Menschen für das gut funktionierende Park-and-Ride-System sensibilisieren“, erläuterte die OB. Nach Auskunft von Manfred Schmalzbauer, Leiter der städtischen Verkehrsbehörde, hat oberste Priorität, den Bussen den Weg durch die Innenstadt frei zu halten. Das sei an Wochenenden nicht immer möglich, da bei einer belegten Kurhaus-Garage die Kaiserallee häufig zugeparkt sei.

Gemeindevollzugsdienst informiert Autofahrer

Das „Leitsystem“ sieht nun vor, die Autofahrer bereits nach dem Ebertplatz mit Hinweisschildern darauf aufmerksam zu machen, den Weg durch den Michaelstunnel zu nehmen und in der Kongress- oder City-Garage am Augustaplatz zu parken. Wer dennoch in die Innenstadt fährt, muss damit rechnen, dass die Durchfahrt in der Kaiserallee ab der Wilhelmstraße gesperrt ist. Schilder und Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdienstes (GVD) sollen dort die Verkehrsteilnehmer auf andere Parkoptionen hinweisen.

Testphase gelingt

Der GVD klappt nach Rücksprache mit der Parkgaragen-Gesellschaft und bei Bedarf die normalerweise verdeckten Schilder auf. „Wir haben dieses System bereits an den beiden verkaufsoffenen Sonntagen getestet“, erläuterte Schmalzbauer und fügte hinzu: „Es hat funktioniert.“

Poller bleiben länger oben

Zusätzlich zur Verkehrslenkung wird die Stadt für die Dauer des Christkindelsmarktes die Poller bei den Kurhaus-Kolonnaden erst zwei Stunden später, das heißt um 21 Uhr, absenken. Damit soll es für Fußgänger leichter werden, die Kaiserallee bei der Fieserbrücke zu überqueren.

OB wirbt für Park-and-Ride

Zusätzlich sollen an der westlichen Stadteinfahrt Schilder auf die Park-and-Ride-Angebote am Bahnhof in Oos und beim Cineplex in der Cité hinweisen. „Mit all diesen Regeln, glauben wir, bekommen wir die bisherigen Probleme in Griff“, ist Manfred Schmalzbauer zuversichtlich.

Kommentar zum Thema:

Das geplante Verkehrsleitsystem kommt schneller als gedacht. Na gut, nicht das große, vollelektronische System für das der Hauptausschuss am Montag den Sperrvermerk aufgehoben hat. Aber immerhin eine kleine Variante, ein „Verkehrsleitsystem mit Manpower“, wie es Manfred Schmalzbauer, Chef der städtischen Verkehrsbehörde, humorvoll bezeichnet.

Problem bei Großereignissen

Doch mit Spaß hat das Ganze wenig zu tun. Ganz im Gegenteil, ab Montag soll Schluss sein mit lustig. Die Stadt möchte endlich ein lästiges Verkehrsproblem in den Griff bekommen, das sich immer wieder bei Großereignissen stellt. Ob verkaufsoffener Sonntag, Oldtimer-Meeting oder Christkindelsmarkt – viele Autofahrer meinen, am besten direkt zu dem jeweiligen Event fahren und deshalb die Kurhaus-Garage ansteuern zu müssen.

Rückstaus behindern Busse

Die Folge: Das Parkhaus ist schnell belegt, was den Andrang aber nicht weniger werden lässt, so dass sich vor der Zufahrt und in der Kaiserallee lange Rückstaus bilden.
Das ist generell ärgerlich, aber während der „Leo“-Sperrung überhaupt nicht tolerierbar. Schließlich sind die Kaiserallee und die Lichtentaler Allee die Umleitungsstrecke für die Busse. Dass wartende oder parkende Karossen, die grünen BBL-Riesen blockieren, geht gar nicht.

„Leitsystem light“

Deshalb ist es gut, dass die Stadt nun ein „Leitsystem light“ einführt, um die Kaiserallee frei zu halten. Offenbar hat es die Testphase an den verkaufsoffenen Sonntagen schon bestanden.
Besucher des Christkindelsmarkts dürfen sich also auf eine hoffentlich blechlawinenfreie Innenstadt freuen. Wenn dann noch der Umstieg auf den ÖPNV klappt, steht dem vorweihnachtlichen Vergnügen nichts im Weg.