Am Durlacher Tor kommt die Umsetzung der Kombilösung mit dem U-Strab-Bau voran. Nichts geht dagegen beim Autotunnel.
Am Durlacher Tor kommt die Umsetzung der Kombilösung mit dem U-Strab-Bau voran. Nichts geht dagegen beim Autotunnel. | Foto: jodo

Stadtumbau mit Kombilösung

Karlsruhe fehlt Geld für Autotunnel

Mit dem Autotunnel in der City-Hauptroute „Kriegsstraße“ hängt Karlsruhe weiter völlig in der Luft. Erneut scheint sich die Hoffnung der Stadtpolitik zu zerschlagen, wenigstens Ende Juli eine neue Nachricht aus Berlin zur Finanzierung dieser neben der U-Strab zweiten Komponente der Kombilösung für den Stadtumbau zu bekommen.

Warten auf Autotunnel

Nach dem Einspruch des Bundesrechnungshofs vor über einem Jahr wartet man seit Monaten darauf, dass sich die Blockade für den Autotunnel doch noch kurzfristig auflösen lässt.

Dabei muss laut Kasig-Chef Uwe Konrath beim Ausbleiben einer neuen Finanzierungszusage über den Sommer hinaus das gestoppte Vergabeverfahren für das rund 225 Millionen Euro teure Projekt aufgehoben werden.

Der Umbau der Kriegsstraße rückt also bei anhaltendem Einspruch der Rechnungsprüfer in weite Ferne.

Durlacher Allee geht es voran

In der Durlacher Allee ist dagegen der Fortschritt des U-Strab-Baus seit gestern für die Karlsruher besonders spürbar: Die Umgestaltung auf beiden Seiten der U-Strab-Rampe hat begonnen. Für die Autos gibt es kein Durchkommen mehr, auch die Straßenbahnen werden in den Sommerferien umgeleitet.

Doch die erheblichen Behinderungen durch die U-Strab-Baustellen täuschen über das Hauptproblem hinweg: Karlsruhe befindet sich mit der Kombi in der Schieflage.
Die Ungewissheit über die Finanzierung der Komponente Autotunnel Kriegsstraße bleibt.

Wie hatten der OB und der Kombi-Bauherr Kasig darauf gesetzt, dass das Bundesverkehrsministerium ihnen wenn schon nicht im Mai oder Juni doch endlich im Juli reinen Wein einschenkt. Aber nichts hat sich getan: Keine Reaktion aus Berlin, ob der Bundesrechnungshof seinen Einspruch gegen den Kombi-Teil „Kriegsstraße“ doch noch zurückgezogen hat oder wie sich das Ministerium bei anhaltender Ablehnung seitens der Ausgabenwächter gegenüber dem Karlsruher Milliardenprojekt verhalten will.

Es ist nichts eingetroffen

Weiter hegt der Kombi-Bauherr indessen die Hoffnung, dass „noch im Sommer“ eine positive Nachricht zum Autotunnel für die Fächerstadt kommt. Wenn jedoch auch diese Frist verstreiche, müsse man beim seit über einem Jahr wegen der Bedenken der Rechnungsprüfer angehaltenen Vergabeverfahren für den Umbau der Kriegsstraße „wohl die Reißleine“ ziehen, bekennt Konrath.

Seit Jahren schätzt die Kasig die Kosten für den Autotunnel auf 225 Millionen Euro. Dagegen hat sich der Preis für die Hauptkomponente „U-Strab“ während des 2010 begonnenen Jahrhundertprojekts deutlich gesteigert. Deshalb geht die Stadt inzwischen davon aus, dass die Kombilösung statt ursprünglich 500 Millionen letztlich rund eine Milliarde Euro kostet.

Autotunnel beim Kombibau
Unter der Karl-Friedrich-Straße wächst der U-Strab-Tunnel für den Südabzweig. | Foto: jodo

Knapp 400 Millionen Euro wird der Konzern Stadt demnach am Ende selbst beisteuern müssen. Bund und Land übernehmen zusammen 80 Prozent, allerdings nur der zuschussfähigen Baukosten. Dies würde aber nur gelten, wenn der Widerstand des Bundesrechnungshofs gegen die Finanzierung des Autotunnels gebrochen wird. Oder es tritt die von Experten als gering eingestufte Möglichkeit ein: Die Rechnungsprüfer geben ihren Zweifel an der Effektivität der Kombi selbst auf.

Auf jeden Fall ist im Sommer 2016 klar, dass sich der Umbaubeginn für die Kriegsstraße weiter Monate, wenn nicht Jahre verzögern kann. Selbst das Scheitern der Kombilösung wegen des Platzens der Finanzierung ist nun vorstellbar. Eigentlich übernimmt Berlin die Kosten von Strukturveränderungen, deren volkswirtschaftlicher Nutzen anerkannt ist, zu 60 Prozent. Dies hat der Bund im Fall „Kombi“ Karlsruhe auch wiederholt zugesagt. Wie aber sollte die „Kombi“ Wirklichkeit werden, wenn Karlsruhe für ihre Komponente „Autotunnel“ völlig alleine aufkommen müsste?

Jetzt sind 140 von 250 Metern geschafft

Da kann Kasig-Chef Konrath hinsichtlich der kleinen Fortschritte im U-Strab-Bau befreiter in den Urlaub fahren. Immerhin geht es beim Vortrieb des Südabzweigtunnels unter der Karl-Friedrich-Straße nach dem Streit mit Baustopp im Frühsommer jetzt relativ zügig voran. Inzwischen sind 140 von 250 Metern geschafft.

Hier finden sich weitere Informationen zum Projekt.