Baustelle Kombilösung Autotunnel
An der U-Strab wird gebaut, am Autotunnel immer noch nicht. | Foto: jodo

Üppige Baufelder für Tunnelbau

Karlsruher Innenstadthandel verärgert

Die Händler in der Innenstadt sind sauer. Die viel länger als versprochen andauernden Bauarbeiten der Kombilösung bedrohen manche von ihnen existenziell, da sie immer tiefer in die roten Zahlen rutschen. Die Gründe dafür sind vielschichtig – aber hängen hauptsächlich mit der „Baustellenstadt“ zusammen.
Zwar scheinen inzwischen die Ausgleichszahlungen an die betroffenen Geschäftsleute durch die Kasig etwas besser zu fließen, denn die Kritik daran ist leiser geworden.

Doch dies ändert an dem grundsätzlichen Problem nichts. Nun hat es erneut ein Gespräch zwischen den Verantwortlichen der Kasig und Vertretern des Karlsruher Einzelhandels gegeben, bei dem die Geschäftsleute ihren deutlichen Unmut äußerten. Im Visier der Kritik der Geschäftsleute: Der von ihnen als völlig unangemessen betrachtete Umfang der umzäunten Baumaterialfelder. Jene gibt es unter anderem am Berliner Platz, Marktplatz, in der Lammstraße und am Europaplatz. Vermittelt hatte das Gespräch die Führung der Freien Wähler Karlsruhe, Lars Dragmanli und Jürgen Wenzel.

Runder Tisch

Sie baten Händler und die Dauerbaustellen-Verantwortlichen an den „Runden Tisch“, um aktuelle konkrete Probleme, Bitten und Forderungen zu beraten. Vertreter der Innenstadtinitiativen „Für Karlsruhe“ und der „City-Initiative“ waren mit dabei, genauso Kasig-Chef Uwe Konrath. „Die Größe der Felder beeinträchtigt uns massiv. Zum Teil werden sie einfach als Parkplätze für Privatfahrzeuge missbraucht,“ moniert etwa Petra Lorenz, Geschäftsfrau in der Innenstadt und Sprecherin der Aktion „Wir in Karlsruhe“. Im Gespräch mit den BNN legt sie Aufnahmen vor, die genau dies belegen.

Parklätze für Privatfahrzeuge

Die Kasig verspricht den Geschäftsleuten, in dieser Sache aktiv zu werden. Allerdings hat man den Baufirmen bei der Ausschreibung der Arbeiten vertraglich die Gestaltung dieser Flächen je nach Bauphase zugesichert, schildert Kasig-Sprecher Achim Winkel die Problematik. Jegliches Abweichen davon könnte wiederum finanzielle Nachforderungen der Firmen nach sich ziehen. Diese Baufelder würden gelegentlich größer, dann mal kleiner, es entstünden auch neue, andere würden geschlossen. Winkel verweist zudem auf vorgeschriebene Sicherheitsabstände gerade beim Lastwagenverkehr an den Baustellen. „Wir sind aber bereit zum Gespräch. Die Baufirmen bewegen sich da auch immer wieder,“ so Winkel. Nicht jede abgesperrte Fläche geht allerdings aufs Konto der Kasig. So kam und kommt es auch bei der Sanierung des Technischen Rathauses immer wieder zu größeren abgesperrten Flächen.
Der Vorschlag der Geschäftsleute ist nun, dass die unvermeidlichen Bauzäune entsprechend optisch gestaltet werden. Hier hatte es in den vergangenen Jahren auch immer wieder Aktivitäten des Stadtmarketings gegeben. Verschönerungsaktionen bei Bauzäunen, die ständig mobil sein müssen, seien aber schwierig, räumt Kasig-Sprecher Winkel ein.
Weitere Forderung der Geschäftsleute: Mehr Sauberkeit auf den Baufeldern und das Abmildern der Verödung der Kaiserstraße durch Sitzbänke und Pflanzenkübel. Außerdem verlangten die Geschäftsleute ein schärferes Vorgehen gegen die sichtbare organisierte Bettelei und mehr Maßnahmen, um der gestiegenen Kriminalität in der Innenstadt zu begegnen.