Beim Start der Kinderspielstadt Karlopolis hinter dem Schloss holen sich die KNN-Reporterinnen um BNN-Redakteurin Anne Weiss ein erstes Interview bei der Feuerwehr.
Beim Start der Kinderspielstadt Karlopolis hinter dem Schloss holen sich die KNN-Reporterinnen um BNN-Redakteurin Anne Weiss ein erstes Interview bei der Feuerwehr. | Foto: jodo

Spielstadt mit 600 Kindern

Bilderbuchstart für Karlopolis in Karlsruhe

Pia und Yvonne sind die ersten Reporterinnen, die gestern im Redaktionspavillon der KNN eintreffen. Die „Karlopolis Neueste Nachrichten“ erscheinen täglich in der Kinderspielstadt Karlopolis hinterm Schloss, und heute, Dienstagmorgen, finden sie ihre ersten Leser in der Zelt-Welt auf der grünen Parkwiese. Da müssen die Nachwuchsjournalisten um die Redakteurin Anne Weiss von den Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) zügig loslegen.

600 Teilnehmer bei Karlopolis

Der Bilderbuch-Start von Karlopolis unter wolkenlosem Himmel bietet für die Erstausgabe der KNN 2016 reichlich Themen. Wer kandidiert für den Chefsessel im Rathaus? Warum folgen die zwei Fuchsschaf-Lämmer dem Mann mit den Milchflaschen blökend quer durch die Zeltstadt? Und was springt heraus, wenn sich fünf junge Tüftler mit Erfinder Hauke Marcinkowski eines halb verdeckten Fahrrades annehmen? Nicht nur die 600 Teilnehmer im Alter von acht bis 13 Jahren, auch Eltern und weitere Verwandte interessieren sich für die Ereignisse in dem umzäunten Areal. Bis Ende kommender Woche erfüllt fröhliches Stimmengewirr die bunte und doch wohlgeordnete Kinderstadt, in der an gut 50 Standorten ebenso viele Berufe zu erproben sind und der Karlos die gültige Währung ist.

Wir sind ganz nah dabei

„Wir schreiben über alles, was wichtig ist, und sind ganz nah dabei“, erklärt die Publizistin Janina Keller. Ob Alarm bei der Feuerwehr, Zirkus– oder Theateraufführung: Mit Fotoapparat, Block und Stift rücken die jungen KNN-Reporter in Teams aus, unterstützt von den BNN-Mitarbeiterinnen Keller und Cynthia Ruf. Der zehnjährige Moritz aus Neureut kennt sich doppelt gut aus: „Ich war letztes Jahr schon dabei und les’ auch morgens die BNN“, erzählt er.

Lämmer auf dem Karlopolis-Bauernhof
Die Flaschenlämmer auf dem Karlopolis-Bauernhof lassen sich gern füttern. | Foto: jodo

Neu ist der Bauernhof

Pro Woche hat jeder Karlopolitaner die Chance auf vier verschiedene Stationen. Ins Rathaus und zur Feuerwehr um Kommandant Dieter Herbold, zu den KNN und zum Tanzstudio drängen viele Interessenten. Der Recyclinghof entwickelte sich schon im vergangenen Jahr nach unauffälligem Start zum Renner. Diesmal neu ist – auf Wunsch der Teilnehmer der Kinderstadt-Premiere 2015 – ein Bauernhof. „Der Jan“, so nennt sich der Karlopolis-Landwirt, hat ein anhängliches Flaschenlamm-Duo und fünf ausgewachsene schottische Schwarzkopf-Schafe aus Ubstadt-Weiher in ein schattiges Eckchen des Karlsruher Schlossparks gebracht. Täglich eine Schafschur steht auf dem Programm – sofern es nicht regnet.

Filmstudio oder Forschungswerkstatt?

Wetterunabhängig sind die kreativen und handwerklichen Werkstätten. Ob „Kunst und Krempel“ oder „Kunst am Bau“, wo ein Drais-Denkmal entsteht: Die gar nicht so kleinen Leute sind groß darin, sich etwas einfallen zu lassen, berichten erwachsene Experten, Betreuer und „Betriebsinhaber“ in Karlopolis.
Dreh- und Angelpunkt zu Tagesbeginn ist die Karlopolis-Arbeitsagentur. Da stehen die Kindergruppen Schlange, die „Kamele“ und „Cockerspaniel“, „Brombeeren“ und „Kokosnüsse“. Ein pfiffiges Stecktafelsystem zeigt, wo Einsatzkräfte gebraucht werden. Weil bei der Besichtigungstour zu Beginn viel Information auf die jungen Leute niederprasselt, bringt die Karlopolis-Mitorganisatorin Sarah Willaredt bei Bedarf nochmal jede Tätigkeit auf den Punkt. Das hilft bei der Entscheidung: Filmstudio oder Forschungswerkstatt? Im Bürgerpass wird das Stichwort mit Tagesstempel verewigt.

Eltern und Zufallsgäste müssen draußen bleiben

Eltern bleiben, spezielle „Führungen“ ausgenommen, auch in diesem Jahr außen vor. Am Rand von Karlopolis betreibt der Stadtjugendausschuss für sie und andere Interessierte jedoch diesmal ein „Elterncafé“ mit Biergartenatmosphäre. Dorthin zieht es gestern auch Neugierige, die auf die pulsierende Kinderstadt und das Parkgrün überragende Zeltspitzen aufmerksam werden. Doch Zufallsgäste müssen leider draußen bleiben: Die Veranstaltung ist seit langem restlos ausgebucht. Es bleibt aber immerhin die Chance aufs Mitmachen im kommenden Jahr, wenn Karlopolis 2017 startet.

Wer mehr wissen möchte, findet hier weitere Informationen.