Günther Freisleben, Polizeipräsident von Karlsruhe.
Günther Freisleben, Polizeipräsident von Karlsruhe. | Foto: dpa/Uli Deck

Günther Freisleben

Karlsruher Polizeipräsident mit „supertoller Truppe“

Zwölf Jahre lang hat Günther Freisleben in Stuttgart gearbeitet, seit zwei Jahren leitet er nun das Karlsruher Polizeipräsidium und eines fiel ihm ziemlich schnell auf: „Die Leute hier sind relaxter als in Stuttgart, ich fühle mich sehr wohl und bin gut aufgenommen worden.“ Der Posten in Karlsruhe ist so etwas wie die Krönung der sehr langen und abwechslungsreichen Karriere des Hohenloher Franken, der den Polizeiberuf von der Pike auf gelernt und sich anschließend immer wieder weitergebildet hat.
Freisleben war in den vergangenen Jahren nicht nur Leiter der Polizeidirektion Schwäbisch Hall – im Rahmen der europäischen Friedensmission Eulex leitete er auch zwei Jahre lang die Polizeitruppe in dem Krisengebiet. „Eine solche Herausforderung hatte ich zuvor nie erlebt“, erinnert er sich. „Zwei meiner Kollegen sind dort erschossen worden, wir hatten es auf Demonstrationen häufig mit aufgebrachten Menschenmengen zu tun.“

Einbrüche gingen zurück

Sein Start in Karlsruhe vor zwei Jahren war angesichts der Größe des Präsidiums zwar „anstrengend“, aber Freisleben freut sich über die „supertolle Truppe“, mit der er hier arbeiten kann. Eines seiner ersten großen Ziele habe man bereits erreicht: „Die Zahl der Wohnungseinbrüche ging stark zurück, in der Stadt Karlsruhe sogar um etwa 30 Prozent.“ Dies habe zum einen mit besserer Prävention, zum andern mit verstärkten Ermittlungen zu tun.
Mit sorgenvoller Miene registriert der ehemalige Landesauswahl-Fußballer und leidenschaftliche Fußballfan („Seit dem Bundesliga-Aufstieg 1965 bin ich Fan des FC Bayern München“) die immer stärker werdende verbale und körperliche Gewalt, mit der Polizeibeamte im Dienst konfrontiert werden. „Da muss man eine verdammt dicke Haut haben.“

Polizeipräsident liebt die Stones

Wenn Freisleben in seiner knapp bemessenen Freizeit Musik hört, dann hat er’s gerne laut und rockig. „Ich bin seit meiner Jugend ein Fan der Rolling Stones und gute alte Rockmusik ist mir auch heute noch lieber als das, was man aktuell zu hören bekommt.“ Mag er Krimis? „Ich lese gerne welche“, sagt er, „aber den ARD-‚Tatort‘ beispielsweise kann ich mir nicht mehr anschauen, weil die Arbeit der Polizei dort wirklich ganz falsch dargestellt wird. Damit habe ich meine Probleme.“
Sein Haus in Bühlerzell im Landkreis Schwäbisch Hall hat Freisleben zwar behalten, dennoch bezog er kurz nach seinem Amtsantritt in Karlsruhe eine Dienstwohnung, die nur wenige hundert Meter vom Polizeipräsidium in der Durlacher Allee entfernt liegt. Was mag er an Karlsruhe am liebsten? „Dass es hier viele wunderschöne, ruhige Orte mitten in der Stadt gibt“. Der Botanische Garten hat’s ihm ebenso angetan wie die Großherzogliche Grabkapelle in der Nähe des Wildparkstadions. Überhaupt hat er zu Karlsruhe und der Region seit langem enge Beziehungen: „Als Kind durfte ich oft in den Ferien meine Verwandten besuchen. Die wohnten – und wohnen noch heute – in Blankenloch.“

Günther Freisleben, am 11. Januar 1957 in Heilbronn geboren, ist seit August 2014 Leiter des Polizeipräsidiums Karlsruhe. Er kam 1976 zur Polizei und nahm verschiedene Aufgaben und Führungsfunktionen wahr, unter anderem war er Leiter der Polizeidirektion Schwäbisch Hall. Von 2012 bis 2014 war der Vater dreier erwachsener Kinder der europäischen Friedensmission Eulex im Kosovo zugewiesen, wo er die Polizei mit rund 1 000 Beschäftigten aus verschiedenen europäischen Ländern leitete.