Das Schwesternheim am Bühler Krankenhaus soll abgerissen und an seiner Stelle ein neues Pflegeheim entstehen.
Das Schwesternheim am Bühler Krankenhaus soll abgerissen und an seiner Stelle ein neues Pflegeheim entstehen. | Foto: Bernhard Margull

Neubau beim Bühler Krankenhaus

Klinikum plant Pflegeheim mit 70 Plätzen

Das Klinikum Mittelbaden will beim Bühler Krankenhaus ein neues Pflegeheim errichten. Das Hilfsverb beschreibt die wahre Motivation allerdings nicht richtig: „Müssen“ trifft die Sache genauer, denn die Landesheimbauverordnung zwingt das Klinikum zum Handeln.
Die 2009 in Kraft getretene Landesheimbauverordnung bündelt Vorgaben zu Standorten und Einrichtungsgrößen (sie müssen beispielsweise wohnnortnah sein und dürfen nicht mehr als 100 Plätze bieten), vor allem aber schreibt sie als Regel Einzelzimmer vor. Das stellt manchen Betreiber vor Herausforderungen. Das Klinikum Mittelbaden werde im Erich-Burger-Heim in Bühl 30 Plätze und im Pflegeheim Hub in Ottersweier 40 bis 50 Plätze verlieren, sagt Jürgen Jung, der Geschäftsführer des Klinikums. „Wir haben zum Beispiel im Erich-Burger-Heim über drei Stockwerke verteilt 60 Plätze in Doppelzimmern. Das wird sich halbieren.“ Die Landesheimbauverordnung sieht eine Übergangsfrist vor, die 2019 endet. Dann muss das Angebot den Vorgaben entsprechen.

Standort Schwesternwohnheim

Das ist just der Zeitpunkt, zu dem auch das geplante Pflegeheim beim Bühler Krankenhaus in Betrieb gehen könnte, wie Jung prognostiziert. Entstehen soll es am Standort des ehemaligen Schwesternwohnheims. Dieses ist derzeit an den Landkreis Rastatt vermietet, der es als Erstunterbringung für Flüchtlinge nutzt. Wie Gisela Merklinger, die Pressesprecherin des Landratsamts, auf ABB-Anfrage berichtete, sind dort aktuell 130 Flüchtlinge untergebracht. Der Landkreis baue aufgrund rückläufiger Zuweisungen (derzeit kommen keine neuen Flüchtlinge) seine Unterbringungskapazitäten wieder ab; ein Grund dafür sei auch, dass immer mehr Flüchtlinge in die Anschlussunterbringung wechseln, für die die Gemeinden zuständig sind. Merklinger sprach in diesem Zusammenhang von einem „geordneten Rückzug“. Vonseiten des Landkreises stehe den Plänen des Klinikums daher nichts im Wege: „Wenn das Klinikum ein solches Vorhaben hat, werden wir uns darauf einstellen.“

Unterstützung zugesagt

Das Klinikum Mittelbaden ist nach den Worten seines Geschäftsführers Jürgen Jung dabei, die Dinge vorzubereiten. Die hausinterne Abteilung Bau und Planung sei damit befasst. Die Bühler Stadtverwaltung sei bereits informiert: „Es liegt jetzt an uns, einen Vorschlag für ein entsprechendes Baufenster vorzulegen.“
Der Bühler Oberbürgermeister Hubert Schnurr, der auch Mitglied im Aufsichtsrat des Klinikums Mittelbaden ist, bestätigte das. Es müsse ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden. Vonseiten der Stadtverwaltung sicherte Schnurr „volle Unterstützung“ zu, da das Vorhaben auch ein „Beitrag zur Sicherung und Stärkung des Krankenhausstandortes“ sei.

Fertigstellung 2019

In den kommenden Monaten sollen die Vorarbeiten geleistet werden für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan, kündigte Jürgen Jung an. Gebaut werde wohl 2018/19; zu den voraussichtlichen Kosten könnten noch keine seriösen Angaben gemacht werden. Parallel werden im Erich-Burger-Heim und in der Hub die Zimmer umgestaltet werden müssen, um dort ab 2019 den Vorgaben der Landesheimbauverordnung zu entsprechen.