Viel Licht im Tunnel zeigt die Baustelle in der U-Strab-Station "Kongresszentrum"
DAS LICHT IM TUNNEL kommt in der Station „Kongresszentrum“ auch von oben. 13 Oberlichter sorgen für Tageslicht in der höchstgelegenen U-Strab-Haltestelle. Und dann gibt es dort das Licht am Ende des Tunnels, das über die Südrampe (hinten) fließt. Sie beginnt in Höhe des Exotenhauses. Die Station ist auch die erste, in der bereits die Mäuerchen für die Bahnsteige gezogen werden (links). | Foto: jodo

U-Strab-Rohbau im Endspurt

Kombi-Tiefpunkt liegt an Tunnelkreuzung

Das Ettlinger Tor ist das Zentrum der Kombilösung. Das gilt im Prinzip und in der aktuellen Baupraxis. An diesem Verkehrsknoten kreuzen sich Karlsruhes Tunnel der Zukunft: Einmal fährt ganz unten der Zug im U-Strab-Südabzweig. Darüber kreuzt der durchgehende Individualverkehr im Autotunnel Kriegsstraße.

Und noch weiter oben am Tageslicht sitzen Passagiere in der neuen Kriegsstraßen-Straßenbahn oder steuern Autofahrer auf den oberirdischen Fahrspuren. So weit das Zukunftsprinzip.

UNTER DEM ETTLINGER TOR hängt der Betontrog des Auto-
tunnels Kriegsstraße als abgesenkte Decke in der U-Strab-Station.

Doch auch in der aktuellen Bauphase sticht das Kombibauwerk Ettlinger Tor mit dem südlich anschließenden U-Strab-Tunnelfortsatz unter der Ettlinger Straße aus der gewöhnlichen Kombi-Welt heraus. Dort ist 21 Meter unter Karlsruher Normalniveau der Tiefpunkt der Kombilösung fast erreicht.

Unter dem Autotunnel muss nur noch ein Bodensatz der Höhle für die U-Strab-Station im Südabzweig ausgebaggert werden.

Schlusslicht beim Rohbau

Deshalb befindet sich tief unter dem Ettlinger Tor der letzte U-Strab-Bauabschnitt, bei dem mit dem Einbau der stabilisierenden Bodenplatte noch nicht begonnen wurde.

Der 30 Meter lange Tunnelabschnitt unter dem Tunnel bildet also das Schlusslicht im ganzen U-Strab-Rohbau – von dem bergmännischen Vortrieb unter der Karl-Friedrich-Straße zwischen Ettlinger Tor und Marktplatz mal abgesehen.

Im Kombi-Bauwerk ist die Sohle mit 21 Metern Tiefe fast erreicht.
IM KOMBI-BAUWERK fehlen auf der U-Strab-Etage noch die Bodenplatte und die Wände, dann ist auch dort der Rohbau für den Südabzweig fertig. | Foto: jodo

Aber gleichzeitig sind die Karlsruher Kombibauer beim Ettlinger Tor so weit fortgeschritten wie nirgends sonst: Dort existieren bereits 30 Meter Autotunnel-Kriegsstraße, obwohl dieser Tunnelbau erst am 21. April offiziell mit zweieinhalb Jahren Verspätung losgeht. Über den Deckel des Autotunnels, wo seit über zwei Jahren der Verkehr durch eine U-Schikane geschickt wird, sollen laut Kasig die Autos bald wie einst vor der U-Strab-Baustelle am Ettlinger Tor rollen.

Die höchste Haltestelle

Und dann gibt es da nur einen Steinwurf weiter südlich mit der letzten U-Strab-Haltestelle eine weitere Kombi-Besonderheit: Die U-Strab-Station „Kongresszentrum“ ist mit nur neun Meter Tiefe die höchstgelegene aller unterirdischen Haltestellen. Deshalb braucht sie als einzige der sieben Stationen auch keine Zwischenebene auf dem Weg aus der Tageshelle in die Gleistiefe der Karlsruher Unterwelt.

13 Oberlichter sorgen für Helligkeit im Südabzweig

Auch künstliches Licht benötigt diese Station wegen 13 Oberlichtern nicht in dem Maße wie andere U-Bahn-Schächte. Zudem ist die Station „Kongresszentrum“ beim Baufortschritt spitze: Dort mauern die Arbeiter an den ersten Bahnsteigen im U-Strab-Tunnel.
Überhaupt macht ein Gang durch den rund 600 Meter langen Tunnelabschnitt vom Ettlinger Tor bis zu seinem Mund Höhe Exotenhaus sowie durch die 200 Meter Rampenschlucht bis Höhe Zoo-Direktion deutlich, dass da kein Deckelstück mehr fehlt. Deshalb kann das Versprechen der Kasig aufgehen, die „neue“ Ettlinger Straße nach fünf Jahren Umbauzeit endlich in diesem Herbst fertig zu haben.

Die Ettlinger Straße wird dieses Jahr ein neues Gesicht bekommen.
DIE ZUKUNFT DER ETTLINGER STRASSE ohne Straßenbahngleise ist erkennbar. Noch ein halbes Jahr wird dort oberirdisch gebaut, dann sind die Jahre der Behinderungen auf der Süd-Nord-Achse vorbei. | Foto: jodo

Der Spaziergang zurück am Tageslicht von der Augarten- bis zur Kriegsstraße zeigt, dass die Wiederherstellung für die Anlieger, die Fußgänger, die Radler und die Autofahrer in vollem Gang ist. Schon ist die Fahrbahn nach Süden mit Ausnahme des Abschnitts Festplatz zwischen Ettlinger Tor und Exotenhaus asphaltiert.

Die Südrampe in der Ettlinger Straße ist im Rohbau fertig.
DIE SÜDRAMPE der U-Strab in der Ettlinger Straße ist fertig betoniert. Sie endet in Höhe der Zoodirektion (hinten), wo gerade ein Storch den Nestbetrieb aufgenommen hat. | Foto: jodo

Sobald auf der Westseite auch die Gehwege neu gebaut sind, wechselt der Einbahnstraßenverkehr gen Ettlinger Tor die Seite. Dann wird die Südstadtseite der Ettlinger Straße frischgemacht. Aber die oberirdischen Gleise kehren nie mehr zurück.