Legehennenstall
Ein Stall für 12000 Legehennen soll in Rheinau entstehen, ein weiterer für fast 15000 Tiere bei Kehl. Jetzt geht es um die Emissionen der Anlagen. | Foto: Arne Dedert

Grundstücksdeal liegt auf Eis

Kontroverse um Legehennenstall in Rheinau

Unweit des Rheinauer Stadtteils Holzhausen soll ein Legehennenstall für 12 000 Tiere gebaut werden. Der Gemeinderat hat am Mittwochabend in nichtöffentlicher Sitzung Verkauf und Verpachtung des dafür benötigten 5,2 Hektar großen Grundstücks aber erst einmal auf Eis gelegt. Vor einer Entscheidung wollen die Ratsmitglieder die Bevölkerung informieren – schließlich ist die Ansiedlung eines so großen landwirtschaftlichen Betriebs durchaus umstritten.

Pläne auch in Bodersweier

Das zeigt sich im benachbarten Kehl: In Bodersweier will der selbe Unternehmer in Zusammenarbeit mit einem Landwirt ebenfalls einen Legehennenstall errichten. Dort für 14 700 Tiere und damit knapp unter der Größenordnung, für die dann nach Informationen dieser Zeitung eine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig wäre. Anwohner haben OB Toni Vetrano schon die ersten Unterschriftenlisten besorgter Bürger überreicht. Im Dezember soll es nun eine Infoveranstaltung geben – ebenso wie in Rheinau, für das Bürgermeister Michael Welsche nun von einem Termin „im Dezember oder im Januar“ sprach.

Marschroute war umstritten

Diese Marschroute, nämlich erst die Bürger zu informieren und danach über den Grundstücksverkauf zu entscheiden, hatte in Rheinau nicht von Anfang an festgestanden. Über die Frage, wie man mit dem heiklen Thema umgeht, hat es am Mittwochabend ganz offenkundig hinter verschlossenen Türen kontroverse Diskussionen gegeben. Letztlich folgte die Verwaltung, wohl ohne rechte Begeisterung, dem Willen der Volksvertreter: „Der Gemeinderat“, so Bürgermeister Michael Welsche zum Verlauf der Sitzung, „hat der Verwaltung gesagt was sie zu tun hat und das machen wir jetzt gerne und sind auch überhaupt nicht missmutig“. Er hätte sich aber auch einen anderen Weg vorstellen können, schließlich sei es immer möglich, den bereits gefassten Beschluss zur Überlassung des Grundstücks bei neuen Fakten nochmals aufzurollen, so Welsche weiter. Letztlich habe man den Tagesordnungspunkt abgesetzt.

„Bio-Legehennenstall“ geplant

Auf dem fraglichen Gelände, das laut Welsche zwar auf Linxer Gemarkung verortet sei aber näher am Stadtteil Holzhausen liege, soll ein so genannter „Bio-Legehennenstall“ entstehen. Was dies genau bedeutet, werden die Bürger in der Informationsveranstaltung erfahren. Dann solle das Unternehmen Details präsentieren.

Emissionen sind das Problem

Dass darin, nämlich in den Details, durchaus Tücken stecken können, zeigt sich derzeit in Kehl. Dort soll der Stall in der Nähe eines bestehenden Hofes entstehen, so dass die Debatte sich nun darum dreht, inwieweit vorhandene Tiere mit ihren Emissionen – Geruch, Gülle und Lärm – in die Betrachtung der Umweltbelastung einfließen. Für den Antrag in Rheinau wird das Landratsamt nun gleichfalls die möglichem Emissionen untersuchen, wie die Behörde gestern mitteilte. Dann wird man sicher klüger sein.