Da geht's lang: Weil die Baden-Badener Kurhaus-Garage belegt ist, sperrt ein Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdiensts die Zufahrt ab und lenkt den Autoverkehr über die Inselstraße wieder stadtauswärts.
Da geht's lang: Weil die Baden-Badener Kurhaus-Garage belegt ist, sperrt ein Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdiensts die Zufahrt ab und lenkt den Autoverkehr über die Inselstraße wieder stadtauswärts. | Foto: Fischer

Verkehrsführung in Baden-Baden

Autofahrer halten unbeirrt aufs Kurhaus zu

Von Karl-Heinz Fischer

Endlos scheint die Blechlawine zu sein, die sich am Samstagabend Richtung Kurhaus Baden-Baden vorwärts schiebt. Aber immerhin, sie bewegt sich, es kommt nicht zum Stillstand und so kommen auch die Stadtbusse durch, zwar etwas langsamer als sonst, aber es ist noch erträglich.

GVD regelt den Verkehr

Obwohl schon lange vor dem Stadtzentrum Verkehrshinweisen immer wieder darauf aufmerksam machen, dass die Kurhaus-Garage belegt ist und wie die Autofahrer auf andere Parkplätze ausweichen können, halten fast alle unbeirrt aufs Kurhaus zu. In der Kaiserallee steht an der Abzweigung zur Inselstraße ein Mitarbeiter des städtischen Gemeindevollzugsdienstes und versperrt mit einer roten Kelle die Zufahrt zur Tiefgarage.

Autofahrer folgen nicht dem Signal

Der Mann braucht eine Engelsgeduld und er bringt sie auch auf, denn so etwa jeder zweite Autofahrer folgt nicht einfach seinem Signal zum Abbiegen in die Inselstraße, sondern fragt, warum er nicht in die Kurhaus-Garage fahren darf. „Weil sie belegt ist.“ Aber mit dieser Antwort geben sich die wenigsten zufrieden. „Wo soll ich denn sonst parken?“ Geduldig zählt der Stadtpolizist die verschiedenen Möglichkeiten auf, erklärt den Weg zur Vincenti- oder Wagener-Garage und macht auf die Park-and-Ride-Plätze im Cineplex in der Cité und am Bahnhof in Baden-Oos aufmerksam.

Busse bleiben stecken

Dabei ist der ein oder andere Autofahrer besonders schlau und witscht, während der Vollzugsmitarbeiter einem anderen Verkehrsteilnehmer die anderen Parkplatz-Optionen erklärt, durch und bleibt natürlich vor der Einfahrt zur Tiefgarage stecken, wo er warten muss und erst einfahren kann, wenn ein Auto die Garage verlässt. Genau das ist natürlich der Grund, warum der Zugang abgesperrt war, denn wenn mehrere Autos vor der Garagenzufahrt warten, bis sie hineinfahren können, kommt natürlich auch kein Bus mehr durch. Am Samstagabend hält sich das in Grenzen, denn es gelingt nur selten einem Autofahrer, sich schnell am Stadtpolizisten vorbeizumogeln.

Park-and-Ride ist kaum gefragt

Die Park-and-Ride-Plätze im Westen der Stadt nehmen die motorisierten Besucher des Christkindelsmarktes allenfalls sporadisch an. Es kommt schon hin und wieder jemand und weist seinen Parkschein vom Cineplex-Parkhaus der Fahrerin der Linie 205 als Fahrschein vor, aber viele sind es nicht.

Parkplätze am Bahnhof sind nicht stärker belegt

Auch die Parkplätze am Bahnhof sind kaum stärker belegt als sonst. Weil Autofahrer dort umsonst parken können und für die Busfahrt in die Stadt ganz normal ihre Fahrkarte lösen müssen, lässt sich kaum feststellen, wie gut die Besucher der Innenstadt das Park-and-Ride-Angebot tatsächlich nutzen. Allzu viele Autofahrer sind es jedenfalls nicht. Die allermeisten nämlich fahren unbeeindruckt an den vielen Hinweisen, dass die Kurhaus-Garage voll ist, vorbei.