Wahlhelfer zählen in Kronau Stimmzettel aus
JEDE STIMME ZÄHLT: Beim ersten Wahlgang am 19. Juni gab es keine absolute Mehrheit für einen der Bürgermeister-Kandidaten in Kronau. | Foto: Steinmann-Plücker

Kronau: Heiße Wahlkampf-Phase

Bürgermeister-Kandidat reagiert auf Vorwürfe

Im Rathaus an der Kirrlacher Straße in Kronau ist wieder der Alltag eingekehrt. Nachdem bei der Bürgermeisterwahl rund 3 000 Kronauer Wahlberechtigte das Verwaltungsgebäude bevölkert hatten, verrichten die Beamten und Angestellten ihre üblichen Amtsgeschäfte. „Wir bereiten uns jetzt auf die nächste Wahl vor“, sagt Bürgermeister Jürgen Heß. Denn am 3. Juli fällt die Entscheidung über seine Nachfolge.  Doch im Kandidatenlager herrscht große Anspannung und der Ton wird schärfer: Der im ersten Wahlgang am 19. Juni Zweitplatzierte Frank Burkard sieht sich heftigen Vorwürfen bezüglich seiner Wahlkampfführung ausgesetzt. 

Duell oder Dreikampf um Rathaus-Chefsessel?

Das ist die Lage nach dem ersten Urnengang: Von den bislang sechs Bewerbern hat ein Trio jeweils ein aussichtsreiches Ergebnis erzielt; der Kronauer Thorsten Moch erhielt 35 Prozent der Stimmen, Frank Burkard aus Waghäusel 32 Prozent und der Weiherer Thomas Barth 29 Prozent. Während sich die Christdemokraten Moch und Burkard auf weitere zwei Wochen Wahlkampf vorbereiten, hat sich der parteilose Barth noch nicht entschieden. Obwohl er „viel Zuspruch“ erhalten habe, antwortet er gegenüber BNN.de auf die Frage nach seiner Kandidatur für den Urnengang Anfang Juli: „Das muss gut überlegt sein.“

Burkard: Irritiert über Internet-Einträge

Als positiv werten im übrigen alle drei Bewerber jeweils das eigene Resultat des Votums. „Für mich war das Ergebnis zufriedenstellend“, erklärt der derzeitige Kronauer Bürgermeister-Stellvertreter Moch: „Es bestärkt mich, in die Vorbereitung für den weiteren Wahlkampf einzusteigen und zu zeigen, was ich kann.“ Wirtschaftswissenschaftler Burkard äußert sich „sehr zufrieden“ darüber, dass „ich bei den auswärtigen Bewerbern vorne lag“. Der 39-Jährige reagiert indes irritiert über Einträge im Internet, wonach er in Kronau um Spenden „gebettelt“ oder sich noch in einem anderen Ort um die Bürgermeisterstelle beworben habe. „Das stimmt nicht“, betont Burkard mit Nachdruck gegenüber bnn.de.

Großes Interesse an Bürgermeister-Wahl

Obwohl das Resultat von Jürgen Ungerer mit 22 Stimmen (0,66 Prozent) mäßig ausfiel, entschied sich der Kreisgeschäftsführer von Bündnis 90/Die Grünen aus Bad Schönborn, am 3. Juli erneut anzutreten. Auch der Kronauer Peter Rösch (AfD) und Alfred Wilhelm (Nein! – Idee) aus Neuweiler bei Calw, die 3,07 beziehungsweise 0,27 Prozent der Stimmen auf sich vereinigten, sind noch im Rennen. Es ist außerdem möglich, dass ein Kandidat sein Interesse am Bürgermeisteramt anmeldet, dessen Name beim ersten Urnengang noch nicht auf der Liste stand.

Wie groß das Interesse an der Wahl des Nachfolgers des 61 Jahre alten Jürgen Heß, der im September freiwillig aus dem Amt scheidet, verdeutlicht nicht nur die Beteiligung von 71,67 Prozent. Am Wahlabend stand in den Redaktionsräumen der Bruchsaler Rundschau das Telefon kaum still, weil sich BNN-Leser nach dem Ergebnis erkundigten.

Auch auf der Facebook-Seite der Badischen Neuesten Nachrichten wurde am Tag nach der Wahl über das Thema diskutiert, wobei auch Bürgermeister-Kandidaten das Forum nutzten, um ihre Sicht der Dinge darzulegen.