Tomas Oral
Tomas Oral | Foto: dpa

Vertrauen in Team und Oral

KSC-Boss mahnt zur Ruhe

Der Kunde ist unzufrieden, der Grundtenor der Reaktionen in den regionalen wie überregionalen Medien sowie in den sozialen Netzwerken vernichtend. Anlaufstelle für den Unmut war unter anderem die Facebook-Seite des dahingehend umtriebigen Torwarts des Karlsruher SC, René Vollath. Für die „Moral“ beim Fußball-Zweitligisten sei das 1:1 gegen den FC St. Pauli gut gewesen, hatte der Hauptverantwortliche beim Treffer zum Rückstand als Einschätzung der Lage im Netz hinterlassen. Die teilweise deftigen Kommentare hierauf stellten nur einen Ausschnitt dessen dar, wie wund die Fan-Seele nach fünf Ligaspielen und dem Ausscheiden im Pokal schon ist. Frustrierter als das bislang vergebliche Warten auf den ersten Saisonsieg wird die fortgesetzte Strukturlosigkeit im KSC-Spiel wahrgenommen.

Bezeichnend für die Umbruchs-Wirren, dass einer wie Hiroki Yamada plötzlich zum vermissten Nothelfer in der Krise stilisiert wird. Nicht, dass sich Yamada in den zurückliegenden 18 Monaten als Spieler hervorgetan hätte, der für Umwälzendes im Karlsruher Offensivbemühen stünde. Und doch ist es fürwahr verwunderlich, dass einer der besten Techniker nun zum zweiten Mal gar nicht erst im Kader stand – obschon er auf seine Degradierung vor dem Spiel in Berlin (0:4) professionell reagiert und gut trainiert hatte. Was los ist? „Es ist die Entscheidung des Trainers, die ich zu akzeptieren habe. Natürlich ist es enttäuschend, aber ich werde weiter alles tun, um meine Chance zu bekommen“, erklärte der Japaner, als er am Montag die Übungseinheit mit den Reservisten und Nichtberücksichtigten des Vortages hinter sich hatte. Oral wollte das Thema nicht vertiefen, verwies auf Überlegungen, die jeder Trainer vor jedem Spiel anzustellen habe. Nämlich, ob man auf der Bank lieber einen Stürmer mehr oder einen „dynamischeren Mittelfeldspieler“ bevorzuge, was er vor dem Duell mit Pauli zu Ungunsten Yamadas beantwortet hatte. Im Auswärtsspiel am Mittwoch (17.30 Uhr) bei Hannover 96 könnte dies wieder anders aussehen.
Die Mängelliste, die das Umfeld vor dem sechsten Spieltag im sportlichen Erscheinungsbild des KSC ausmacht, fasst für Clubchef Ingo Wellenreuther „verknappte Ansichten“ zusammen. Er findet: „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht übertreiben und Ruhe bewahren. Ich sehe keinen Anlass dazu, die Nerven zu verlieren. Trainer und Mannschaft haben von uns die Rückendeckung, die sie brauchen“, versichert Wellenreuther.

(Den kompletten Beitrag lesen Sie in der Dienstag-Printausgabe der BNN)