Aufgalopp der KSC-Profis im Wildpark.
Aufgalopp der KSC-Profis im Wildpark. | Foto: BNN

Trainingsauftakt mit Neuzugang

KSC leiht Rolim aus

Die Neugierde unter den Fans blieb überschaubar. Rund 50 Kiebitze hatten sich am Montag hinter den Zäunen des Trainingsplatzes vor dem Wildparkstadion eingefunden, um Tomas Oral bei seiner ersten Platzeinheit als Cheftrainer des Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC zu beobachten. Allzu viel gab es noch nicht zu sehen, denn aus Rücksicht auf die sich am Mittag anschließenden Tests zur Schnelligkeit und zur Sprungkraft schraubten Oral und sein Assistent Bernd Winter die Belastungsreize für die Spieler noch nicht hoch.
Dass der neue Übungsleiter dahingehend anders kann, hat Dimitris Diamantakos inzwischen aus dem Kollegenkreis gehört. Die Erfahrungen aus dem Lauftrainingslager auf dem Schliffkopf, das der Grieche wegen seines Aufenthalts bei der Nationalmannschaft zur Post-Saisonzeit verpassen durfte, dürfte die Mund-zu-Mund-Propaganda befördert haben. Der Stürmer jedenfalls grinste, sagte, dass „die alte Saison vorbei und etwas Neues am Entstehen ist“. Er selbst nehme sich viel vor. Besser als in der alten Saison wolle er treffen. Eine Ansage, die aufhorchen lässt, da er mit acht Treffern und drei Vorlagen aus 23 Spielen so schlecht ja nicht abgeschnitten hatte.

Test gegen türkischen Club

Zum Aufgalopp fehlten noch der frisch vermählte Hiroki Yamada, der schulpflichtige Valentino Vujinovic und die kamerunische Neuerwerbung Franck Kom. Dafür mischten sich die anderen Neuen, Moritz Stoppelkamp und David Kinsombi, sowie bereits der nächste designierte Zugang Yann Rolim unter die 26 Trainierenden. Der offensive Mittelfeldspieler vom FSV Frankfurt soll für zwei Jahre ausgeliehen werden. Matthias Bader und Marvin Mehlem waren noch da, aber bereits auf dem Sprung. Von heute an werden sie fern der Heimat üben. Mit der U 19 des DFB bereiten sie sich in Schladming auf die EM in Baden-Württemberg vor. „Das ist natürlich etwas ganz Besonderes, worauf ich mich seit einem Monat freue“, sagte Mehlem. Grischa Prömel hingegen wird Oral in einigen Wochen nicht entbehren müssen. Der Mittelfeldspieler war in das vorläufige Olympia-Aufgebot von Horst Hrubesch berufen worden, werde für Rio vom KSC nach aber keine Freigabe erhalten. Stattdessen wird auch er am 19. Juli in der Steiermark gegen einen türkischen Erstligisten testen, dessen Name nicht einmal Oral auszuversprechen mag. „Und das trotz meines türkischen Ursprungs“, wie er lachend gestand. Dabei handelt es sich um Medipol Basaksehir, den Tabellenvierten der abgelaufenen Runde in der Süper Lig. Den zweiten Test im Trainingslager, das der KSC am 16. Juli in Schladming aufschlägt, werden die Badener am 23. Juli in Karpfenberg gegen West Ham United bestreiten.

K-Frage offen

In der Kapitänsfrage habe sich Oral noch nicht entschieden. Bei seinen bisherigen Clubs habe er stets Feldspieler ausgewählt. „Aber wenn etwas funktioniert hat, muss man es nicht zwingend anders machen“, sagt er. So ist also auch möglich, dass einer der Torleute, Dirk Orlishausen oder René Vollath, vom Trainer die Binde zugesprochen wird. Aber auch einer wie Enrico Valentini käme in Betracht. „Am Ende darf man das nicht so hoch hängen. Es kommt auf die Mannschaft an – und die macht in sich einen harmonischen Eindruck“, so Oral. Am Samstag (17 Uhr) werden seine Profis im Test beim 1. FC Bruchsal erstmals ihr neues Heimtrikot auftragen.