Über 3000 Besucher kamen zu "Rock-am-Wald" nach Eggenstein.
Über 3000 Besucher kamen zu "Rock-am-Wald" nach Eggenstein. | Foto: Stieb

Musikfestival "Rock am Wald"

Top-Stimmung mit Klaus Major Heuser in Eggenstein-Leopoldshafen

Von Katja Stieb

 

Wenn eine regelmäßige Veranstaltung ein besonders gutes Jahr hinter sich hat, dann hängt die Messlatte hoch. Dann schwingt in den Köpfen der Organisatoren auch die Frage mit, wie man es schaffen kann, diesen Erfolg zu wiederholen. Die Macher des Open-Air-Festivals „Rock am Wald“ in Eggenstein-Leopoldshafen hatten sich nach der erfolgreichen Veranstaltung 2015, die durch die parallele 1250-Jahr-Feier in Eggenstein zusätzlichen Schub erfahren hatte, im Vorfeld des aktuellen Events diese Frage auch gestellt. Und darauf ihre Bandauswahl ausgerichtet, bei der der ehemalige BAP-Gitarrist Klaus Major Heuser mit seiner Band das Zugpferd sein sollte.

2015 legt die Messlatte hoch

„Uns war klar, dass ,Rock am Wald’ 2015 außergewöhnlich war“, erklärte Hans-Jürgen Schimpgen. „Die Bands waren hervorragend, die Besucherzahlen durch das Jubiläum sehr gut. Da weiß man, dass das nicht mehr in dieser Form gelingen wird.“ Schlechte Vorzeichen also für „Rock am Wald“ 2016. Doch was tun, wenn man glaubt, tief stapeln zu müssen? Ganz einfach: Es noch besser machen. Und auch wenn „Rock am Wald“ in diesem Jahr mit über 3 000 Besuchern über die zwei Festival-Tage nicht ganz an das Spitzenergebnis vom Vorjahr heranreichte, so war die neuerliche Auflage in mancherlei Hinsicht sogar besser als die des Vorjahres.

„Bounce“ mit vorzüglichen Bon-Jovi-Covers

Ganz besonders in musikalischer Hinsicht: Da übertraf zum Beispiel die Formation „Bounce“, die die legendären Hits von Bon Jovi interpretierte, die ohnehin schon hohen Erwartungen des Publikums bei Weitem. Die Musiker um ihren Frontman Oliver Henrich rockten mit einer furiosen Show die Bühne und ließen vor allem die Herzen der weiblichen Fans schmelzen. Auf musikalisch höchstem Niveau verliehen sie den Kult-Songs einen neuen Anstrich, begeisterten mit genialen Lichteffekten und zauberten eine einmalige Atmosphäre auf das Gelände. Der Samstag, der mit lupenreinem Sommer-Wetter aufwartete, stand dem erfolgreichen Auftakttag in nichts nach: Erstes ganz besonderes Schmankerl waren „Dead Horse“, die „Guns ’N Roses“ coverten und bei vielen Gästen im Publikum Erinnerungen an die eigenen „wilden“ Jahre wachriefen. Optisch ganz im Stil eines Axl Rose zu dessen besten Zeiten, tobte Benni Bumm über die Bühne, brachte mit „Paradise City“ die Menge zum Kochen und kühlte sie sogleich wieder unter „November Rain“ ein wenig ab.

Gediegener Rock mit dem ehemaligen BAP-Gitarristen

Für Freunde der etwas gediegeneren Rock-Sparte wartete am Samstagabend die „Klaus Major Heuser Band“ um ihren Namensgeber und ehemaligen BAP-Gitarristen. Sie schlugen etwas leisere Töne an, aber überzeugten mit charaktervollen Interpretationen und enormer Kreativität. Viele Besucher waren eigens wegen dieser Formation zu „Rock am Wald“ gekommen und selbst Organisator Dieter Reuter brach bei den ersten Klängen sein Gespräch ab und verabschiedete sich, um der Gitarren-Legende und seinen Jungs zu lauschen: „Sorry, aber das muss ich einfach hören! Ich hab’ mich so drauf gefreut.“

Hochgenuss für alle Generationen

„Rock am Wald“ 2016 war aber nicht nur Show auf der Bühne und akustischer Hochgenuss. Vielmehr war es wieder ein echtes Wohlfühl-Festival für alle Generationen, das organisatorisch bis ins kleinste Detail überzeugte. Da bleibt nur zu sagen: Das im nächsten Jahr zu toppen, dürfte schwer werden.