BEA Sasbachwalden
Feuerwehr vor der Erstaufnahmestelle in Sasbachwalden nach einem Fehlalarm im September 2015: Jetzt wird die Einrichtung geschlossen. | Foto: Roland Spether

Zahl der Flüchtlinge sinkt

Land gibt BEA in Sasbachwalden nach langem Zögern auf

War es das? Vermutlich Ja. Sieben Monate nach der vorläufigen Schließung der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Bel Air Hotel in Sasbachwalden hat das Land endgültig die Reißleine gezogen. Die vor Jahresfrist noch mit bis zu 800 Menschen belegte Erstaufnahmestelle des Landes wird geschlossen. Was aus dem Gebäude wird, steht in den Sternen.

Ende des Stand-by-Betriebs

Das Land hat in den vergangenen Monaten erheblich in die Bausubstanz investiert, um das Haus für die weitere Nutzung als Wohnheim zu „ertüchtigen“. Doch nun wird das Gebäude, das seit April zwar unbelegt aber im Stand-by-Betrieb war, gänzlich aus der Konzeption zur Erstaufnahme von Flüchtlingen herausfallen.

Sasbachwalden hat Vorfahrt

Das Innenministerium hat seine Pläne für einen stufenweisen Abbau der landesweiten Kapazitäten angesichts sinkender Flüchtlingszahlen veröffentlicht. Sasbachwalden soll dabei eine der ersten Einrichtungen sein, die endgültig geschlossen werden: „Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer hält damit ihre Zusage ein“, so ihr Sprecher Markus Adler. Ob dies auch für weitere Versprechungen gilt, muss sich erst noch weisen. In Sasbachwalden hatte man sich schließlich angesichts der Erstaufnahmestelle vom Land finanzielle Erleichterungen erhofft. Ob die noch kommen? Die Signale sind nicht sehr ermutigend Für die Schlüsselzuweisungen des Landes gebe es klare Stichtagsregelungen, erklärt dazu Adler – „da haben wir keinen Ermessensspielraum“.

Weitere Gespräche im Dezember

Bürgermeisterin Sonja Schuchter war von Regierungsvizepräsident Klemens Ficht über die Stuttgarter Entscheidung informiert worden. „Ich begrüße die Absicht des Landes“, sagte sie dazu. Weiteres soll sich voraussichtlich im Dezember weisen. Dann werde es nicht nur Gespräche mit Michael Loritz geben, der als Dezernent im Offenburger Landratsamt die Verteilung der Flüchtlinge in die so genannte Anschlussunterbringung steuert. Eine Aufgabe, die man Sasbachwalden angesichts der Belastung durch die Erstaufnahmestelle bislang erlassen hatte.

Zukunft des Gebäudes unklar

Schuchter wird dann auch mit dem Regierungsvizepräsidenten darüber verhandeln, wie es mit dem Gebäude der Erstaufnahmestelle weitergeht – immerhin hat sich die Freiburger Behörde nach Informationen dieser Zeitung in einem langfristigen Mietvertrag gebunden.

Langfristiger Mietvertrag

Auf den Tisch kommen werden aber sicherlich auch die tatsächlichen oder vermeintlichen finanziellen Zusagen des Landes. Sasbachwalden erhofft sich unter anderem Unterstützung bei der Anschaffung eines Feuerwehrfahrzeugs. „Wir werden das Ganze nochmals besprechen“, kündigt Schuchter an. Das Problem dabei: Die Vereinbarungen wurden offenbar nur teilweise schriftlich niedergelegt. Unklar ist, was aus dem Gebäude wird. „Wir werden mit den Vertragspartnern und mit der Gemeinde sprechen“, kündigte Markus Adler für das Regierungspräsidium an. Zu welchem Preis man aus dem Mietvertrag herauskommt und ob man das Geld für die Investitionen wiedersieht – dazu könne er naturgemäß vor den Verhandlungen nichts sagen.

Erste Interessenten

Unterdessen haben sich im Sasbachwaldener Rathaus laut Schuchter bereits Interessenten für eine Folgenutzung gemeldet. Es gebe bereits Anfragen von Investoren für eine Nutzung als Tagungshotel oder Akademie, so die Bürgermeisterin. Vielleicht war der Rummel um die BEA ja Werbung für eine zuvor lange vergessene Immobilie…