Ein Arbeiter füllt am  ein großes Schlagloch mit heißem Teer.
Ein Arbeiter füllt am ein großes Schlagloch mit heißem Teer. | Foto: dpa

Kreisstraßenerfassung

93 Streckenkilometer müssen saniert werden

Wer kennt es als Autofahrer nicht: Schlaglöcher im Asphalt, Risse in der Straße oder Spurrillen, in denen sich im Sommer das Wasser sammelt oder im Winter Rutschgefahr wegen Frost besteht. Der Zustand der Kreisstraßen war ein Thema, mit dem sich der Ausschuss für Technik und Umwelt des Kreistages beschäftigte. Ziel ist es, durch die Erfassung ein Programm zur Erhaltung der Straßen zu erarbeiten. Das Ergebnis der Untersuchung: Von den rund 270 Kreisstraßenkilometern im Landkreis Karlsruhe sind mehr als ein Drittel, gut 93 Kilometer, überfällig oder müssen kurzfristig saniert werden. Welche Straßen zu welchem Zeitpunkt dran sind, bleibt aber noch offen. Landrat Christoph Schnaudigel verwies auf die jährlichen Haushaltsberatungen des Kreises. Für das fünfjährige Erhaltungsprogramm der Straßen und Bauwerke ist ein Betrag von 15 Millionen Euro vorgesehen. „Wir haben 2012 bis 2016 nur am Gebrauchswert gearbeitet“, sagte Andreas Wirth vom Amt für Straßen beim Landratsamt Karlsruhe, der das Projekt betreut. Gemeint sind damit die Arbeiten an der Fahrbahndecke, also Unebenheiten, Stellen an denen sich Wasser ansammle, und die Griffigkeit der Fahrbahn. Dafür sei ein Betrag von fünf Millionen Euro ausgegeben worden. Das Programm sei laut dem Leiter des Amtes für Straßen, Patrick Bohner, mit einer Million unterfinanziert gewesen. Somit habe man das Programm nicht vollständig umgesetzt werden können. Man habe ein reines Fahrbahndeckenprogramm gefahren, sprich die ersten vier Zentimeter einer Fahrbahnschicht seien erneuert worden. „Die Maßnahme ist sinnvoll gewesen“, wie Wirth berichtete. Die Zustandserfassung aus dem Jahr 2011 wiesen 112 Streckenkilometer als sanierungsbedürftig aus. Wirth machte auch klar, dass zwischen 2005 und 2011 mehr reparaturbedürftige Kreisstraßenkilometer angehäuft wurden. Bei den anliegenden Arbeiten soll nun auch die Asphaltbinderschicht ausgetauscht werden.

Asphaltbinderschicht soll auch ausgetauscht werden

Diese befindet sich unter der Fahrbahndecke. Bei der neuen Zustandserfassung der Kreisstraßen wurden andere Maßstäbe angesetzt. Anstelle des Gebrauchswertes wurde der Substanzwert gemessen. Dieser beschreibt die Spurrinnentiefe, Risse und Flickstellen einer Straße.
Abgefahren wurden die Straßen mit einem Sensorwagen. Durch die Daten und die Fotos habe man die Basis, um die Strecken auch virtuell abfahren zu können, erklärte Andreas Wirth. Mit den neuen Kriterien seien die Daten landes- und bundesweit vergleichbar. So sind beispielsweise die K 3533 im Bereich Rußheim und Graben auf der Liste der Erhaltungsmaßnahmen, sowie die K 3528 im Bereich Karlsdorf, die K 3541 im Abschnitt Wöschbach oder die K 3506 im Bereich Bauerbach, um nur ein paar zu nennen. Er machte auch deutlich, dass große Projekte möglichst in einer Maßnahme zusammengefasst werden sollen.

Lediglich elf von 75 Bauwerken in sehr gutem Zustand

In Bezug auf die Erfassung der 75 Bauwerke stellte er fest, dass lediglich elf in einem sehr guten Zustand und 15 in einem guten Zustand seien.
49 befänden sich in einem befriedigenden und zehn in einem ausreichenden Zustand. Gleichwohl machte er deutlich, dass es sich bei den Einschätzungskriterien nicht um Schulnoten handle. „Ein Bauwerk ist ab Note drei schon versetzungsgefährdet“, mahnte er. Ein ausreichender Zustand könne zu Beeinträchtigung oder zur Sperrung führen. Vielmehr sollen 59 Bauwerke in das Fünfjahresprogramm mit eingebunden werden.
SPD-Kreisrat Heinrich Sickinger, plädierte dafür, für die Maßnahme einen halben Prozentpunkt aus der Kreisumlage zu verwenden. „Die Bevölkerung beurteilt uns, wie wir unsere Straßen instandhalten“, resümierte er. CDU-Kreisrat Bernhard Bistritz erklärte, dass man in einer boomenden Region mit zunehmenden Verkehrsströmen die Infrastruktur erhalten solle.