Die Lebensbedingungen für die Auwaldzecke sind im Landkreis Karlsruhe optimal.
Die Lebensbedingungen für die Auwaldzecke sind im Landkreis Karlsruhe optimal. | Foto: Lechner

Gefährlich für Hunde

Auwaldzecke macht sich im Landkreis Karlsruhe breit

Von Franz Lechner

Eine neue Zecken-Art macht sich breit in der Region: die Auwaldzecke. Für den Menschen ist sie vergleichsweise harmlos, seinen vierbeinigen Begleitern kann sie aber den Tod bringen. Wie weit dieser Blutsauger schon im Landkreis Karlsruhe verbreitet ist, weiß aber niemand so ganz genau.
„Im Gegensatz zur normalen Zecke überträgt die Auwaldzecke keine der gefährlichen meldepflichtigen Krankheiten, also weder Borrelien noch die Erreger der Frühlingsmeningoencephalitis (FSME), und deshalb haben wir auch keine Daten zu ihrer Verbreitung“, berichtet der Leiter des Amtes für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung im Karlsruher Landratsamt, Joachim Thierer. Klar ist aber, dass die Auwaldzecke nicht nur bundesweit, sondern auch im Landkreis seit einigen Jahren auf dem Vormarsch ist.

Babesiose wird auf Vierbeiner übertragen

„Ich habe sie in den vergangenen Jahren schon mehrfach gesehen“, sagt der Leiter der Forstabteilung West, Thomas Eichkorn. Und auch der Stutenseer Revierleiter Christian Haag kennt die „Neubürger“. „An meinen beiden Jagdhunden finde ich regelmäßig Auwaldzecken“, erzählt der Forstbeamte.
Und das ist für alle Hundebesitzer keine gute Nachricht. Diese Zecke ist nämlich vor allem für die Vierbeiner gefährlich. Hunde-Malaria oder Babesiose heißt die Krankheit, die von der neuen Zeckenart auf Hunde übertragen werden kann. Babesien sind die einzelligen Erreger dieser gefährlichen Krankheit. Erkennen kann man die Zeckenart übrigens an ihrem hell-dunkel marmorierten Rückenschild. „Außerdem ist sie deutlich größer als der Holzbock“, erklärt Haag.

Optimale Bedingungen in Rheinauen

Erst seit einigen Jahren breitet sich der ursprünglich vor allem im Osten und Südosten Europas beheimatete Blutsauger verstärkt in Deutschland aus. Teilweise wurde und wird sie wohl auch von Hundebesitzern, die ihren Vierbeiner mit in den Urlaub nehmen, eingeschleppt. Im Landkreis mit seinen Rheinauen sind die Bedingungen für die Blutsauger dann optimal. Wie ihr Name schon vermuten lässt, lieben Auwaldzecken nämlich Feuchtgebiete. Allerdings kommen sie auch in normalen Lebensräumen gut zurecht. Und sie stehen keineswegs nur auf Hunde.

Eine Vorliebe für Fell

„Die mögen fast alles, was Fell trägt“, sagt Christian Haag. Tatsächlich sind auch Katzen, Pferde und viele Wildtiere wie Fuchs oder Wildschwein Wirte für die Auwaldzecken. Die Babesiose verursacht sie aber – so weit bisher bekannt – meist nur bei Hunden. Und die endet unbehandelt sehr häufig tödlich. „Grad vor kurzem ist in der Philippsburger Gegend ein Hund an einer Babesiose gestorben“, weiß Haag zu berichten. Bis jetzt sind solche Fälle aber wohl noch die Ausnahme. „Die Babesiose ist im Landkreis noch sehr selten“, betont der Karlsruher Tierarzt Stefan Petri, und seine Kollegin Christine Nees von der Weingartner Tierklinik ergänzt: „Wenn man die Krankheit rechtzeitig behandeln lässt, sind die Heilungschancen gut.“