Keinen Zweifel, wie die richtige Zufahrt verläuft, gibt es in Eggenstein bei der Einfahrt auf die vierspurige Schnellstraße. Der Falschfahrer hat bislang noch keine Angaben gemacht.
Keinen Zweifel, wie die richtige Zufahrt verläuft, gibt es in Eggenstein bei der Einfahrt auf die vierspurige Schnellstraße. Der Falschfahrer hat bislang noch keine Angaben gemacht. | Foto: Stieb

"Keine Unfallstrecke"

Eggenstein-Leopoldshafen: Falschfahrer verursacht Unfall auf B 36

Ein Falschfahrer hat am vergangenen Montagabend auf der Bundesstraße 36 zwischen Leopoldshafen und Eggenstein einen Unfall verursacht. Wie die Polizei mitteilt, fuhr ein 86-jähriger Autofahrer aus noch nicht bekannter Ursache auf der B 36 auf der nach Süden führenden Fahrbahnseite gen Norden in Richtung Mannheim.

Fahrzeuge streifen sich

Ein Unfall schien unausweichlich, und so streifte sein Pkw den eines 34-jährigen Mannes der ihm entgegenkam. Beide Fahrzeuge wurden dabei so beschädigt, dass sie nicht mehr fahrtüchtig waren und an der Mittelleitplanke beziehungsweise auf dem Standstreifen stehen blieben, informiert die Polizei. Ein dritter Pkw wurde durch Trümmerteile beschädigt. Später meldete sich laut Polizei noch eine weitere durch die Fahrweise des unfallverursachenden Pkw  gefährdete Verkehrsteilnehmerin. An den beiden Unfallfahrzeugen und an der Mittelleitplanke entstand ein Gesamtsachschaden von über 13.000 Euro. Der Unfallverursacher wie auch der 34-jährige Geschädigte kamen nach Polizeiangaben mit leichten Verletzungen davon.

Auffahrtsort bleibt unbekannt

Wie und ab welcher Zufahrt zur Bundesstraße die Unglücksfahrt begann, ist ungeklärt.  „Da der 86-Jährige als Beschuldigter gilt, muss er keine Angaben zur Sache machen“, informiert Pressesprecher Fritz Bachholz vom Polizeipräsidium Karlsruhe. Da er dieses Recht in Anspruch nehme, werde sich im Moment nicht klären lassen, wo der Mann seine Fahrt in die falsche Richtung auf der Bundesstraße startete. Zur Zeit ist die Polizei dabei, die Autofahrer zur Sache zu befragen, die die Geisterfahrt des 86-Jährigen bei der Polizei gemeldet haben.

B 36 eher unauffällig

„Die B 36 ist eher unauffällig was Falschfahrer anbelangt“, informiert Joachim Zwirner, Leiter des Referats Verkehr beim Polizeipräsidium Karlsruhe. Seines Wissens nach liegt der letzte Vorfall bereits sechs oder sieben Jahre zurück. Damals sei es eine Fahrerin gewesen, die ebenfalls in ein Unfallgeschehen verwickelt wurde. Die B 36 sei als Unfallstrecke insgesamt nicht spektakulär.

Persönliche Fehlleistungen

In der Mehrzahl seien Geisterfahrten Fehlleistungen der Verkehrsteilnehmer, dennoch werde ein solches Ereignis von der Polizei zum Anlass genommen, alle Auffahrten und Abzweige zu prüfen, um sicherzustellen, „dass alles narrensicher ist und alle Verkehrszeichen deutlich zu erkennen sind“, so Zwirner. Der Verkehrsexperte kennt viele Ursachen, aus denen Autofahrer zu Falschfahrern werden können. Unübersichtliche Beschilderungen, gerade auch in Baustellen zum Beispiel oder Menschen, die aufgrund ihres Alters oder durch Drogenkonsum beziehungsweise Trunkenheit im Verkehr überfordert sind, aber auch Autofahrer, die – nachdem irrtümlich aufgefahren oder eine Abfahrt verpasst wurde – auf der Schnellstraße wenden.

Navi als Fehlerquelle

Vorsicht sei auch bei Navigationsgeräten geboten. Blindes Vertrauen sei fehl am Platz, denn die Geräte seien nicht immer eine Hilfe: Nicht selten erhalte der Fahrer mitten auf der Autobahn die Anweisung „Bitte wenden“, oder der elektronische Pilot schlägt gar eine Autobahnabfahrt als Auffahrt vor.

Keinesfalls überholen

Wer sich auf ein und derselben Straße mit einem Falschfahrer befindet, der sollte zu allererst die Geschwindigkeit verringern, allerdings ohne stehen zu bleiben, und genügend Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern halten. Nicht überholen und sich bereit halten, gegebenenfalls auf den Seitenstreifen auszuweichen. Wer unsicher ist oder sich der Situation nicht gewachsen fühlt, sollte den nächsten Rastplatz aufsuchen, bis die Gefahr vorüber ist.