200 Stroh- und Heuballen wurden am späten Dienstagabend in Friedrichstal im Gewann Gehansäcker in Brand gesteckt. Ob die Brandstiftung in Zusammenhang mit dem Feuer in Graben-Neudorf steht, ist noch Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen.
200 Stroh- und Heuballen wurden am späten Dienstagabend in Friedrichstal im Gewann Gehansäcker in Brand gesteckt. Ob die Brandstiftung in Zusammenhang mit dem Feuer in Graben-Neudorf steht, ist noch Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. | Foto: Sven Schiebel

Ermittlung in weiteren Fällen

Feuerwehrmann gibt eine Brandstiftung zu

Ein 18 Jahre alter Angehöriger der Feuerwehr Graben-Neudorf hat zugegeben, in der Nacht zum Mittwoch einen in der Molzaustraße in Neudorf aufgestellten Kleidercontainer in Brand gesetzt und damit einen Feuerwehreinsatz ausgelöst zu haben. Noch während der Einsatz der um 2.28 Uhr alarmierten Wehrleute andauerte, zog sich der Kreis der Ermittlungen  bezüglich der Brandstiftung derart eng um den mit im Einsatz befindlichen 18-Jährigen, dass dieser von Polizeibeamten noch an Ort und Stelle festgenommen wurde.

Zusammenhänge zwischen Graben-Neudorf und Stutensee?

Während die verbliebenen 15 Wehrleute die Flammen rasch ersticken und den entstandenen Sachschaden auf etwa 1 000 Euro begrenzen konnten, räumte der Verdächtige ein, das Feuer selbst gelegt und anschließend den Feuerwehreinsatz durch einen Notruf eingeleitet zu haben.
Ob der nach Abschluss der erforderlichen Feststellungen in die Obhut von Verwandten gegebene junge Mann auch für weitere acht seit Mitte Juli verübte Taten in Graben-Neudorf infrage kommt, sollen die weiteren Ermittlungen des örtlichen Polizeipostens klären, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung des Polizeipräsidiums und der Staatsanwaltschaft Karlsruhe.
Bei der Serie waren Feldflächen, Stroh- und Heuballen sowie Mülleimer in Brand gesetzt und ein Sachschaden von insgesamt über 16 000 Euro angerichtet worden. Menschen kamen in keinem der Fälle zu Schaden.

Menschen wurden bei keinem der Fälle von Brandstiftung verletzt

Die Graben-Neudorfer Beamten stehen in engem Kontakt mit dem Polizeiposten Stutensee, der im nahezu identischen Zeitraum eine ähnliche Brandserie verzeichnete. Dort wurden zuletzt am späten Dienstagabend in Friedrichstal im Gewann Gehansäcker rund 200 Stroh- und Heuballen angezündet und ein Schaden von etwa 10 000 Euro verursacht. Zudem wurden ein Kreiselmähwerk und zwei landwirtschaftlich genutzte Pkw-Anhänger zerstört. Die mit sämtlichen Abteilungen im Einsatz befindliche Feuerwehr Stutensee ließ die Ballen kontrolliert abbrennen und verhinderte ein weiteres Übergreifen des Feuers. Zeugen hatten kurz vor Entdeckung des Feuers um 22.50 Uhr einen verdächtigen Pkw wegfahren sehen.
Die Führung der Graben-Neudorfer Feuerwehr hat in einer Mitteilung ihre Betroffenheit über den Vorfall in der Neudorfer Molzaustraße zum Ausdruck gebracht.
Der Bürgermeister der Gemeinde, Christian Eheim, bittet die Graben-Neudorfer Bevölkerung, sich solidarisch mit der örtlichen Feuerwehr zu zeigen: „In dieser schwierigen Situation stellen wir uns gemeinsam hinter unsere Feuerwehr, denn nach allem, was wir wissen, handelt es sich um das Vergehen eines Einzelnen.“
Gleichzeitig ruft der Bürgermeister mit Blick auf die acht weiteren Brandstiftungen in jüngster Zeit in der Gemeinde zur Besonnenheit auf: „Es gilt die Ergebnisse der weiteren polizeilichen Ermittlung abzuwarten.“