Dank der Beprobung durch das Gesundheitsamt müssen sich diese Jugendlichen keine Gedanken machen und können frohen Mutes in das kühle Nass springen.
Dank der Beprobung durch das Gesundheitsamt müssen sich diese Jugendlichen keine Gedanken machen und können frohen Mutes in das kühle Nass springen. | Foto: Alàbiso

Gesundheitsamt macht Proben

Ausgezeichnete Wasserqualität der Baggerseen im Kreis Karlsruhe

Der Sommer ist da! Über 30 Grad Celsius, blauer Himmel, Sonne satt – was liegt da näher, als an den nächst gelegenen Baggersee zu fahren. Beim ausgelassenen Planschen und Laben im kühlen Nass schluckt der ein oder andere im Eifer des Gefechts mal mehr oder weniger Wasser.
Zum Glück ist das unbedenklich, denn die 25 Seen im Landkreis „haben durchgängig eine ausgezeichnete bis gute Wasserqualität“, sagt Ulrich Wagner, Leiter der Abteilung Gesundheitsschutz im Gesundheitsamt des Landratsamts Karlsruhe. Beprobt werden die Gewässer insgesamt fünf Mal im Jahr. „Während der Badesaison von Mai bis September kontrollieren wir die Seen vier Mal“, erklärt Ulrich. Im Schnitt ist das während des Sommers etwa ein Mal im Monat. Vor der Saison wird nur eine Probe gesammelt.

„Jeder See hat eine offizielle Probeentnahmestelle“

Hier kommt einer der sechs Mitarbeiter ins Spiel, die die Proben vor Ort holen. Peter Schneider, Mitarbeiter in der Abteilung Wasserhygiene vom Gesundheitsamt des Landratsamt Karlsruhe, ist einer von ihnen. In der Praxis sieht das dann so aus, dass das Landesgesundheitsamt in Stuttgart die Termine für die Kontrolle vorgibt. Dann startet Schneider seine Tour, watet an verschiedenen Baggerseen oberschenkeltief ins Wasser und entnimmt eine Schöpfprobe mit einem zwei Meter langen Stab aus einer Tiefe von 30 bis 40 Zentimetern. „Jeder See hat eine offizielle Probeentnahmestelle, die repräsentativ ist“, erklärt Schneider.

Bakteriologische und mikrobiologische Parameter

Am Baggersee selbst werden die sogenannten Vor-Ort-Parameter geprüft. Im Detail heißt das, dass Wassertemperatur, pH-Wert, die Sauerstoffsättigung in Prozent und der gelöste Sauerstoff im Wasser in Milligramm pro Liter überprüft werden. „Außerdem überprüfen wir auch die bakteriologischen beziehungsweise mikrobiologischen Parameter“, erläutert Schneider. Hierbei wird das Wasser in Bezug auf intestinale Enterokokken und Escherichia Coli Bakterien unter die Lupe genommen. „Das sind sogenannte Indikatorkeime, die auf eine fäkale Verunreinigung schließen lassen“, sagt Schneider, der die Probe innerhalb von 24 Stunden an das Landesgesundheitsamt schickt. Wären solche Keime im Wasser. könnten sie beim badevergnügten Gast Durchfall, Erbrechen, Fieber, Ausschläge oder Infektionen der Atemwege verursachen.

Verunreinigungen durch Starkregen

Solche fäkale Verunreinigungen entstehen, wenn es beispielsweise stark geregnet hat. Dann werden Verschmutzungen in den See eingespült. Aber auch eine große Population von Wasservögeln könnte zu derartigen Verunreinigungen führen. „Die Wasserqualität ist nicht von einem einzelnen Messwert abhängig“, betont Schneider. Die Messungen werden über einen Zeitraum von drei Badesaisons betrachtet, im Schnitt wird dann die Qualität der aktuellen Saison bewertet. Falls ein See über einen längeren Zeitraum verunreinigt ist, wird ein Badeverbot ausgesprochen.
„Dann gehen wir auf Ursachenforschung, um herauszufinden, woran das liegt“, schildert Schneider. Und überhaupt: Auch zu einem gesunden See gehören Keime. Neue Badestellen werden aber engmaschiger beprobt. Ein Beispiel ist der Grötzinger Baggersee, an dem alle zwei Wochen Proben entnommen werden. „Klar, die gelebte Realität sah in Grötzingen anders aus, aber bis Juli 2014 war der See kein offizielles Badegewässer“, erklärt Wagner.

Interaktive Karte mit Badegewässern

Auf der Homepage der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) gibt es eine interaktive Karte mit allen Badeseen in Baden-Württemberg. „Die Datenbank wird von uns selbst gepflegt“, sagt Wagner. Die Daten der Beprobung werden hier eingegeben. Einerseits sorge das für Transparenz, andererseits kann man Badergewässerprofile einsehen. „Eine wunderbare Sache für den, der sich dafür interessiert oder einfach nur neue Seen erkunden will“, so Wagner.