Jetzt kann der Unterricht starten: Die Tablets sollen den Unterricht der Altenpflegeklasse an der Bertha-von-Suttner-Schule unterstützen.
Jetzt kann der Unterricht starten: Die Tablets sollen den Unterricht der Altenpflegeklasse an der Bertha-von-Suttner-Schule unterstützen. | Foto: Patric Kastner

Bertha-von-Suttner-Schule

Digitale Wege in der Altenpflege

Ob Video-Telefonie mit dem Smartphone, das Streamen von Videos oder kompletten Filmen auf den mobilen Geräten, oder eine komplette Bibliothek auf dem Tablet – die Digitalisierung des Alltags schreitet voran. Gerade an den Schulen: Es gibt wahrscheinlich kaum einen Schüler, bei dem das Handy mittlerweile nicht zum alltäglichen Begleiter geworden ist. Dass die digitalen Geräte aber neben Musikhören, Whatsappen oder Spielen auch neue, schulische Perspektiven eröffnen können, zeigt ein Projekt an der Bertha-von-Suttner-Schule in Ettlingen. Dort wurde die Altenpflegeklasse am gestrigen Freitag mit Tablets ausgerüstet.

Tablets werden in der Altenpflegeklasse eingesetzt

Die Geräte sollen unter anderem bei der Dokumentation der angehenden Altenpfleger helfen. „Es ist ein Medium, intensiver zu kommunizieren“, stellte der Erste Landesbeamte Knut Bühler fest, der den Schülern die Tablets überreichte. Gerade die Altenpflege sei ein Beruf, in dem die sinnhafte Begegnung und die Unterstützung der Menschen im Vordergrund stehe. Das Projekt wird zur Hälfte vom Land und zur Hälfte vom Landkreis für drei Jahre gefördert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 90 000 Euro. Initiatoren an der Schule waren Studienrätin Jasmin Schön und Netzwerkadministrator Gerd Langlotz.
Im Mai vergangenen Jahres begann das Vorhaben mit den ersten Schritten. Die Bertha-von-Suttner-Schule und die Peter-Bruckmann-Schule in Heilbronn sind derzeit die einzigen Schulen, die die Tablets in der Altenpflege testen.

Projekt kostet 90 000 Euro über den Zeitraum von drei Jahren

„Die Altenpflegeklasse bietet sich auch wegen ihrer Heterogenität an“, erklärt Jürgen Germann, Amtsleiter für Schulen und ÖPNV im Landratsamt Karlsruhe. Jasmin Schön verspricht sich viel von den neuen Geräten. „Bei praktischen Übungen ist das schon ein großer Vorteil“, sagt sie. Gerade wenn man im Bereich der Altenpflege mit zwei Personen am Bett stehe und Korrekturen mittels eines aufgenommen Videos aufzeigen könne. Die Tablets dürfen die Schüler mit nach Hause nehmen – so seien mit bestimmten Programmen Lernzielkontrollen möglich.
Die Geräte können dank eines ausgeklügelten Gerätemanagements nur für schulische Aufgaben genutzt werden. Auch eine schuleigene Datenwolke, ein sogenannter Cloud-Speicher, wurde installiert, um die sensiblen Daten in einer Hand zu haben, so Gerd Langlotz. Jasmin Schön ist in der Projektgruppe „Neue Medien“ beim Landesinstitut für Schulentwicklung tätig. Neuerungen zum Projekt will sie als Blog auf einer Facebookseite festhalten. „Kein Arbeitsplatz wird von der Digitalisierung verschont“, ist sich Konrad Neufeld vom Landesinstitut Schulentwicklung sicher. Wenn man die Schüler dahingehend nicht qualifiziere, schauten sich die Unternehmen anderweitig nach Lösungen um. Im kommenden Schuljahr soll die Wilhelm-Roepke-Schule in Ettlingen mit Tablets ausgestattet werden.