Immer weniger Flüchtlinge kommen mittlerweile in die Ortenau. Deshalb werden einige Unterkünfte geschlossen, hier die Unterbringung auf dem Lahrer Flugplatz.
Immer weniger Flüchtlinge kommen mittlerweile in die Ortenau. Deshalb werden einige Unterkünfte geschlossen, hier die Unterbringung auf dem Lahrer Flugplatz. | Foto: Klaus Schweizer

Behörde reagiert auf sinkende Zuwandererzahlen

Ortenaukreis löst Flüchtlingsplätze auf

Das Landratsamt Ortenaukreis löst zwischen Juli und September insgesamt 327 Plätze in 14 Unterkünften der vorläufigen Unterbringung für Zuwanderer auf. Anlass für die Schließungen seien die seit April abrupt zurückgegangen Flüchtlingszahlen, teilt das Landratsamt mit. Deshalb hat Landrat Frank Scherer Anfang des Monats eine neue Strategie auf den Weg gebracht. Diese sieht vor, insbesondere kleine, unwirtschaftliche oder für das Landratsamt organisatorisch schwer zu betreuende Objekte sukzessive aufzugeben.
Die kurzfristige Reduzierung der Unterkunftsplätze ist möglich, weil sich das Landratsamt nach eigenen Angaben mit verschiedenen Miet- und Kaufmodellen von Anfang an breit aufgestellt hat, um einerseits einen sicheren Basisbestand zu haben, andererseits aber auch flexibel auf Veränderungen reagieren zu können. Deshalb könnten noch in diesem Jahr insgesamt 1 123 Plätze abgebaut werden. Als erste der zwischen Juli und September aufzulösenden Unterkünfte wird das Waldschulheim Höllhof in Gengenbach mit 102 Plätzen aufgegeben. Somit steht es wieder ab dem kommenden Schuljahr für seine eigentliche Nutzung zur Verfügung. Zum 31. August werden die vorläufigen Unterbringungen Am Erlenwörth in Kehl und im Eibenweg in Kehl-Marlen mit zusammen 36 Plätzen aufgelöst.
Elf weitere Unterkünfte werden bis zum 30. September gekündigt. Dies sind die drei Unterbringungen in Bad Peterstal (Lutherweg, Renchtalstraße und Schwarzwaldstraße) mit insgesamt 60 Plätzen, eine Unterkunft im Langenbacherweg in Gutach (27 Plätze), eine Unterkunft in der Hauptstraße in Offenburg (23 Plätze), die beiden Unterkünfte Auf der Scheresmatt und in der Hubersgasse in Ohlsbach (zusammen 20 Plätze), eine Wohnung in der Schlossbergstraße in Renchen (sechs Plätze), eine Unterkunft in der Talstraße in Schuttertal (17 Plätze) sowie zwei Objekte in Wolfach in der Oberwolfacher Straße und in der Straße Vor Langenbach (insgesamt 36 Plätze).
Vorübergehend aufgelöst wird das ehemalige Militärgebäude „N40“ auf dem Gelände des Flugplatz Lahr, Gemarkung Friesenheim, mit 150 Unterbringungsplätzen. Bereits ab dem 30. Juni werden hier vorläufig keine Zuwanderer mehr leben. Für andere Zwecke genutzt wird ab sofort auch eine kreiseigene Hausmeisterwohnung mit zehn Plätzen in der Poststraße in Offenburg.
Angesichts der wachsenden Bedeutung der Anschlussunterbringung hat das Landratsamt den Kommunen angeboten, gerade kleine, für den Landkreis ungünstig gelegene, aber für die Anschlussunterbringung geeignete Wohnungen und Gebäude im Bedarfsfall zu übernehmen. Welche der bis zum 30. September gekündigten Unterkünfte in die Anschlussunterbringung überführt werden, stehe noch nicht in jedem Fall fest. Wohin die Bewohner umziehen werden, werde kurzfristig und in Abhängigkeit von den jeweils zum Monatsbeginn vom Land zugewiesenen Neuankömmlingen entschieden. Soweit möglich will das Landratsamt Rücksicht auf persönliche Umstände nehmen, etwa familiäre Konstellationen, bereits bestehende Arbeitsverhältnisse oder den Schulstandort.
Die Schließung einzelner Unterkünfte habe man erst jetzt öffentlichen machen können, teilt das Landratsamt mit, weil man zuvor das Vorgehen mit Vermietern und Kommunen habe abstimmen und Bewohner sowie Helferkreise informieren müssen.