Weitere Neuerung: Gemessen wird die Zeit nun mit einem Chip in der Startnummer.
Weitere Neuerung: Gemessen wird die Zeit nun mit einem Chip in der Startnummer. | Foto: Müller

Start und Ziel an der Messe

Laufspektakel Baden-Marathon steckt im Umbruch

Teilnehmerrekord mit über 11 400 Anmeldungen: Die Meldung vom Einstein-Marathon in Ulm müsste den Karlsruher Marathon-Chef Fried-Jürgen Bachl vor Neid erblassen lassen. Doch beim differenzierten Betrachten ergibt sich ein anderes Bild: Der Marathon in der Donaustadt zählt zwar an diesem Wochenende wie die Top-Veranstaltung in Berlin zu den zahlreichen Mitbewerbern, die als Konkurrenten des Fiducia & GAD Baden-Marathon an den Start gehen. Doch bei der Teilnehmerzahl wird in Ulm großzügig mit Zahlen jongliert: In die Rechnung sind auch rund 6 500 Kinder und Jugendliche eingeflossen, die bei Kinder- und Jugendläufen starten.

Zahl der Marathon-Starter hat sich seit 2004 halbiert

Für die 42,195 Kilometer lange Marathon-Distanz haben sich dagegen „nur“ 642 Läufer angemeldet, für den Halbmarathon 4 600. Da liegt der Baden-Marathon, der sich wie viele große Laufveranstaltungen mit sinkenden Teilnehmerzahlen auseinandersetzen muss, mit seinen Meldungen noch achtbar im Rennen: Für den Lauf am morgigen Sonntag haben sich 1 114 Starter für den Marathon und 4 526 für die Halbdistanz angemeldet. Zusammen mit Läufern im Rahmenprogramm sowie Staffelläufen und den erwarteten Nachmeldungen hofft Bachl, mit der Gesamtteilnehmerzahl wieder die 8 000-Marke überspringen zu können. Seit dem Jahr 2004 hat sich insbesondere die Zahl der Marathon-Starter in Karlsruhe, einem der traditionsreichsten Stadtmarathons in Deutschland, kontinuierlich reduziert – und mittlerweile bei etwa der Hälfte eingependelt. Im Jahr 2004 waren es immerhin 2 012 Marathon-Meldungen – eine Zahl, von der der Karlsruher Marathon-Verein heute nur noch träumen kann. Die stolze Meldezahl bedeutete nicht einmal den Rekord in der Fächerstadt: Der stammt aus dem Jahr 1990: Damals wollten sich 2 196 Marathonläufer auf die Königsdistanz machen. Es war das Jahr, in dem in Karlsruhe die Deutschen Marathon-Meisterschaft ausgetragen wurde. Doch das Interesse am Marathon ist zuletzt insgesamt zurückgegangen – Ausnahmen sind die Top-Laufevents in Berlin, Hamburg oder München.

Rotstift wirkt sich aus

In Karlsruhe muss der Laufveranstalter inzwischen kleinere Brötchen backen und trotzdem schauen, dass die Einnahmen die Ausgaben decken. Eine Auswirkung des Rotstiftes ist schon spürbar: Das Laufshirt mit dem Baden-Marathon-Motiv gibt es für die Teilnehmer nicht mehr gratis. Mit dem Umzug an die Messe Karlsruhe vor den Toren der Stadt ist die Aufgabe, den Starten ein attraktives Laufspektakel zu ermöglichen, aber nicht leichter geworden. Zwar lockt ein reizvoller Zieleinlauf in der Messehalle, doch an der Strecke fehlt es auf vielen Kilometern trotz vieler Einlagen von Tänzerinnen und Tänzern und einem gut bestückten „Runner’s Heaven“ – dem Verpflegungsbereich im Ziel – an Reizen. Interessant wird zudem sein, wie viele Zuschauer sich zum Start (9 Uhr) und beim Zieleinlauf am morgigen Sonntag an der Messe einfinden werden.
Mit der gestrichenen Siegprämie im vergangenen Jahr hat sich der Baden-Marathon noch mehr als Laufspektakel für Hobbyläufer aus der Region positioniert – dort hat er seine treuesten Anhänger. Für viele Hobbyläufer aus der Region ist der Lauf in der Fächerstadt nach wie vor der sportliche Jahreshöhepunkt.

Alles zum Baden-Marathon in der BNN-Sonderbeilage

http://sonderbeilagen.bnn.de/data/160921_Baden_Marathon_220/pubData/mobile/index.htm