Voll besetzt war der Zuschauerraum im Schurgerichtssaal Karlsruhe bei der Urteilsverkündung.
Voll besetzt war der Zuschauerraum im Schurgerichtssaal Karlsruhe bei der Urteilsverkündung. | Foto: Klaus Müller

Rheinstettener verurteilt

Schwurgericht: Mord aus Habgier

Von Klaus Müller

Wegen Mord aus Habgier verurteilte gestern das Schwurgericht am Karlsruher Landgericht einen 25-jährigen Rheinstettener zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Im April, so die Erkenntnis des Gerichtes, erschlug der Angeklagte einen 33-jährigen Feuerwehrmann mit einem Beil. Zu der folgenschweren Tat, bei dem das Gehirn des Opfers tödlich in Mitleidenschaft gezogen wurde, kam es im Hinterhof der Wohnung des Angeklagten.

Blut verschnmierte Geldscheine sicher gestellt

Staatsanwaltschaft, Nebenklage und die Kammer waren sich einig, dass der 25-Jährige dem Feuerwehrmann die unweigerlich tödlichen Verletzungen beibrachte, weil er dessen Geld wollte. Später stellte die Polizei blutverschmierte Geldscheine des Opfers sicher. Die Scheine befanden sich unter anderem in Spielautomaten. Unmittelbar nach der Tat fuhr der spielsüchtige Angeklagte in eine Spielothek und verzockte das geraubte Geld.

Angeklagter räumt Streit ein

Der Verurteilte bekannte sich zu der Tat, allerdings widersprach er dem Vorwurf, aus Habgier gehandelt zu haben. Es sei zum Streit gekommen, in dessen Verlauf er sich wehren wollte und zu einem „Gegenstand“ gegriffen habe. Seinen Einlassungen wollte die Kammer nicht folgen, zumal der 25-Jährige der Polizei, einem Gutachter und jetzt dem Gericht unterschiedliche Versionen „seiner Geschichte auftischte. In die lebenslange Haftstrafe floss das Strafmaß für einen Raubüberfall ein, den der Angeklagte im vergangenen Jahr in Rheinstetten beging.