Dimitrios Moutas (links) im Zweikampf mit einem Spieler des VfR Aalen
Dimitrios Moutas (links) im Zweikampf mit einem Spieler des VfR Aalen | Foto: Archiv

Fußball-Transfers

Reges Wechselspiel zwischen Pforzheim und Stuttgart

Von Gernot Otto
Die geografische Lage Pforzheims zwischen dem badischen Zentrum Karlsruhe sowie der Schwaben-Metropole Stuttgart besaß und besitzt Auswirkungen auch innerhalb der Fußball-Landschaft: Nicht selten verdingten sich – vornehmlich während wirtschaftlicher Höhenflüge in der Goldstadt – Balltreter von Vereinen aus beiden Städten ebenso an der Enz. In erster Linie beim 1. FC Pforzheim, seltener beim VfR Pforzheim, heuerten einst so manche Stars an. Das wohl intensivste Wechselspiel fand hierbei zwischen dem „Club“ und den Stuttgarter Kickers statt, deren zweite Vertretung am Wochenende überraschend den 1. CfR Pforzheim im Oberliga-Duell mit 3:0 bezwang.

Aktuell vier Ex-Kickers beim CfR

Aus den Reihen des Gästekaders feierten mit dem von 2007 bis 2011 in Degerloch aktiven Dirk Prediger sowie Manuel Salz (2004 bis 2009), Dominik Salz (2009/2010) und dem erst vor der laufenden Saison in die Goldstadt gewechselten Denis Gudzevic gleich vier Balltreter ein Wiedersehen mit jener Spielstätte, an der sie einst für die „Blauen“ auf Zählerjagd gingen.
Bereits zu Zeiten, da der 1. FC Pforzheim in der Zweiten Liga Süd und für vier Punkterunden in der zweitklassigen Regionalliga vertreten war, hatten etliche Spieler den Weg ins Brötzinger Tal gewählt. Ältere Semester denken da an Edmund Herr, Helmut Rühle, Rudolf Schefold, Wilfried Vogel und Helmut Zatopek, welche in den 1950er und 1960er Jahren an der Enz aktiv waren. Einer, der – aus Duisburg kommend – im Brötzinger Tal zum Leistungsträger wurde, hatte sich nach der Saison 1960/61 zum Wechsel gen Degerloch entschlossen: Hermann Sodermanns. Auch Werner Heinrich, in der Goldstadt als Heinrich II. bezeichnet, wählte 1962 den Weg von West nach Ost zu den „Blauen“.

Moutas startete neuerliche Welle

Nachdem „Club“ und „Rassler“ 1967 endgültig ins Amateurlager abgedriftet waren, entwickelte sich das Brötzinger Tal nach dem FCP-Oberligaaufstieg 1985 wieder zur begehrten Adresse für „Wandervögel“ auf dem grünen Rasen. Dimitrios Moutas, ein torgefährlicher Grieche, stand hierbei 1986 am Beginn einer Litanei von Spielern, die es in die Goldstadt zog. Später trug Moutas ebenso den Dress des SC Freiburg und VfL Bochum, ehe er sein Tätigkeitsfeld bis 2004 nach Griechenland verlegte. Einen Eberhard Carl verschlug’s 1988 für eine Saison in den Pforzheimer Westen, bis jener seine Karriere-Höhepunkte von 1989 bis 1997 beim KSC und für weitere drei Jahre von 1997 bis 2000 bei den Stuttgarter Kickers erlebte. Die Wanderstiefel für einen Marsch in Richtung Kickers schnürte ebenso Rainer Scharinger (2001 bis 2003), der zuvor mit dem FCP vergeblich den Regionalligaaufstieg angestrebt hatte.
Mit Marcel Charrier, Michael Grauer, Giuseppe Greco und Marco Wildersinn nahmen weitere einstige „Club“-Akteure eine Standortveränderung von Pforzheim nach Stuttgart vor, den umgekehrten Weg nahm Andreas Krause. Von den „Rasslern“ wechselten Ronny Kockel, Zdenko Juric und Daniel Reule. Der Holzhof wiederum bedeutete zu Oberliga- und Häberle-Zeiten des VfR Pforzheim ein lohnendes Ziel für die Ex-Kickers-Spieler Marco Mutapcic und Thomas Siegmund.

Wechsel auch auf den Trainerbänken

Last but not least wirkten im Fußball-Szenario der Goldstadt in jüngerer Vergangenheit vier Trainer, die zuvor als Vertragsspieler über verschieden lange Zeitspannen die „Blauen“ verstärkt hatten: Erich Schmeil (1967 bis 1974), Bernd Hoffmann (1975 bis 1979), Bob Augustyn (1983/84) und Thomas Remark (1984/85). Der Saarländer Remark erwirtschaftete hierbei von 1997 bis 1998 nach der unergiebigen Cuntz-Ägide den sportlich geringsten Ertrag.