Wohlfühlatmosphäre über den Dächern von Baden-Baden: In der fünften Etage ist die Lounge Bar mit Dachgarten, Pool und Sonnendeck angesiedelt. Blick aufs Alte Schloss, Fremersberg und Festspielhaus sind inbegriffen. Im Hintergrund das Festspielhaus. Am 17. Oktober soll alles fertig sein.
Wohlfühlatmosphäre über den Dächern von Baden-Baden: In der fünften Etage ist die Lounge Bar mit Dachgarten, Pool und Sonnendeck angesiedelt. Blick aufs Alte Schloss, Fremersberg und Festspielhaus sind inbegriffen. Im Hintergrund das Festspielhaus. Am 17. Oktober soll alles fertig sein. | Foto: Bernd Kappler

Roomers wird ein Hingucker

Luxushotel in Baden-Baden

Die ausgewählten Gäste der Sound-Night des SWR-New-Pop-Hauptsponsors Audi werden am Freitag, 16. September, die ersten sein, die die Tür zur Empfangshalle des neuen Designerhotels Roomers in der Lange Straße in Baden-Baden durchschreiten dürfen. Eine Tür, oder besser gesagt ein Tor, das es in sich hat, denn es handelt sich um die Pforte einer aus dem 16. Jahrhundert stammenden Pilgerkirche in Spanien. Eines der vielen Kleinode in dem neuen Fünf-Sterne-Superior-Haus, das dann einen Monat später am 17. Oktober die ersten Gäste beherbergen wird.

Wenn man derzeit auf der Lange Straße an dem markanten von der Baden-Badener Architektengruppe khp entworfenen und vom Büro des Mailänder Stararchitekten Piero Lissoni noch weiter veredelten Bau vorbeifährt, mag man das fast nicht glauben, doch Hotelmanager Holger Flory ist sich sicher: „Das schaffen wir.“ Um den straffen Zeitplan einzuhalten, arbeiten derzeit über 100 Handwerker in zwei Schichten an sieben Tagen. Bis zur Audi-Sound-Night wird der Eingangsbereich und der große Ballsaal fertig und nutzbar sein.

130 Beschäftigte

Die 100-köpfige Startbelegschaft trainiert unterdessen bereits für den großen Tag der Eröffnung. Wenn im Oktober die Rückversicherer zu ihrem Kongress nach Baden-Baden kommen, wird das Roomers zum ersten Mal ausgebucht sein. Auf 130 Beschäftigte wird das Personal in den nächsten Wochen aufgestockt. „Es gibt sozusagen eine 1:1-Betreuung“, sagt Holger Flory und verweist auf die 130 Zimmer und Suiten.
Darüber hinaus sind Bankett- und Tagungsräume, ein Spa sowie ein Restaurant und mehrere Bars vorhanden. Die oberste fünfte Etage mit Panoramablick auf Stadt und Schwarzwald ist als Lounge Bar mit Dachgarten, Pool und Sonnendeck gestaltet. Im Innenhof erwartet die Gäste mediterranes Flair und eine Außenbewirtschaftung des Gourmetrestaurants, in dem vor allem asiatische Spezialitäten auf der Speisekarte stehen werden.

Panasiatisches Restaurant

Joachim Altvater, der neue Küchenchef des Roomers, kennt die Region gut. Der 35-Jährige startete seine Karriere nämlich mit einer Ausbildung zum Koch im Hotel Rebstock im Bühlertal. Es folgten der Abschluss zum Küchenmeister und ein Engagement im Hotel Ludwig Eins in Abstatt. Zuletzt arbeitete er als Souschef bei den Hapag Lloyd Kreuzfahrtschiffen MS Bremen, MS Europa 2 sowie MS Hanseatic. Altvater wird in seiner neuen Position eng mit dem Berliner Küchenchef Duc Ngo, unter dessen Leitung das panasiatische Restaurant Moriki stehen wird, zusammenarbeiten, teilte die das Roomers betreibende Gekko-Gruppe mit.
Die Spa-Abteilung verdeutlicht ebenso wie der Eingangsbereich, in dem es keinen klassischen Tresen, sondern vielmehr eine individuelle Betreuung an einzelnen Terminals geben wird, die Philosophie der Roomers-Erfinder Micky Rosen und Alex Urseanu. „Wir erfinden Gastlichkeit neu“, so der Slogan. Mithin ist der Spa-Bereich nicht im Keller angesiedelt, sondern in der vierten Etage mit herrlichem Ausblick aus dem Dampfbad oder der Sauna über die Dächer von Baden-Baden.

Spa mit Blick nach draußen

Antonio Di Nunno übernimmt die Position als Spa-Manager und bringt laut Gekko mehr als 25 Jahre Erfahrung im Bereich Wellness und Spa mit. Zu den Stationen des 44-Jährigen zählen das Hotel Ritter Durbach, das Hotel Santa Isabel, El Andaluz und das Colosseo im Europa-Park Rust. Seine Leidenschaft für Kulinarik lebe der gebürtige Baden-Württemberger im Übrigen seit 2012 als Geschäftsführer eines Feinkostgeschäfts in Oberkirch aus.
Edel ist die gesamte Ausstattung und Wohlfühlatmosphäre ist in den Zimmern und Suiten obligatorisch, zum Beispiel mit frei stehender Badewanne und Ausblick in die Landschaft. Die Preisspanne beginnt bei 220 Euro pro Zimmer und pro Nacht. Nach oben gibt es (fast) keine Grenzen. Wer mag, kann auch die fünfte Etage komplett buchen einschließlich der beiden größten 185 und 110 Quadratmeter großen Suiten. Die Einweihung des neuen gastronomischen Aushängeschildes wird im November sein.

Kommentar zum Thema

Keine Frage: Wenn am 17. Oktober die ersten Gäste im neuen Roomers einchecken, dann ist die Baden-Badener Gastronomie nicht nur um fünf Sterne reicher. Es tut sich vielmehr eine neue, am Markt augenscheinlich nachgefragte Art des Logierens auf. Eine moderne, leichte Architektur mit klarer Sprache, die mediterrane Handschrift des Mailänder Piero Lissoni an der Fassade und im Innenbereich und man darf sicher sein, dass beim Feinschliff Bauherr Franz-Bernhard Wagener noch viel Liebe zum Detail beisteuern wird. Einfach gesagt: Ein Hingucker.

Sicherlich: Das Ganze wird hochpreisig, was die Baden-Badener ja nicht verdrießen muss. Sie haben ja ihre eigenen vier Wände und das Verwöhnen von Königen und Kaisern hat im Oostal nun einmal seit Jahrhunderten Tradition. Und: Man lebt gut davon. Warum also damit aufhören?
Nein, Roomers bringt der Bäder- und Kulturstadt genau das Segment, das bisher fehlte. Wenn sich in zwei Jahren der Europäische Hof wieder in die Runde der Fünf-Sterne-Häuser einreiht, ist Baden-Baden auch als Kongress- und Festspielstadt bestens gerüstet. Vom Neuen Schloss wollen wir an dieser Stelle gar nicht reden, das kann bekanntlich noch Jahre dauern.

Im Moment auch kein Fehler, denn die neuen Fünf-Sterne-Betten müssen sich am Markt erst etablieren und das braucht gewöhnlich auch seine Zeit.

Und: Es gibt ja auch noch andere Hotelbrachen in der Stadt, denen man Beachtung schenken könnte. An der Fremersbergstraße zum Beispiel. Neben dem Golfplatz, ein paar Meter neben Jogging- und Mountainbikestrecken eigentlich ein idealer Standort für ein Sporthotel. Vier Sterne würden vielleicht auch reichen. Was fehlt, ist ein mutiger Investor.