Premiere: Erstmals war beim Baden-Marathon der Zieleinlauf in einer Messehalle.
Premiere: Erstmals war beim Baden-Marathon der Zieleinlauf in einer Messehalle. | Foto: Bernd Kamleitner

Start und Ziel an der Messe

Marathon schreibt rote Zahlen

Die Anfeuerung von den Rängen und rhythmische Musik aus Lautsprechern macht müde Beine munter. Auf den letzten 150 Metern des Fiducia & GAD Baden-Marathon in die Halle 2 der Messe mobilisieren Läuferinnen und Läufer auf dem gelb-roten Teppich die Energiereserven, um die Ziellinie zu überqueren. Als erster trifft dort mit Simon Stützel der Vorjahressieger ein. Mit 2:26:21 Stunden braucht der Lokalmatador genau eine Minute länger für die 42,195 Kilometer als bei seinem Baden-Marathon-Debüt im vergangenen Jahr.

Stärkere regionale Ausrichtung zeigt Erfolg

Bei Temperaturen über 20 Grad seien Topzeiten nur schwer möglich, zudem habe er mit Magenproblemen zu kämpfen gehabt, sagt ein dennoch strahlender Sieger, der beim Marathon zweimal an seiner Haustür vorbeikam. Grund zum Jubeln hat auch der Zweitplatzierte Christoph Hakenes (2:38:50 Stunden), der den Karlsruher Doppelerfolg komplettiert. Bei den Frauen darf ebenfalls eine Karlsruherin aufs Treppchen: Natascha Bischoff (3:06:13) belegt hinter der unangefochtenen Siegerin Simone Raatz (2:55:39, Darmstadt) Platz zwei. Die stärkere regionale Ausrichtung des Laufspektakels, das seit dem vergangenen Jahr auf Siegprämien verzichtet und damit für internationale Topläufer nicht mehr interessant ist, dokumentiert auch das Halbmarathon-Finish: Dort holen sich mit Fredrik Unewisse (1:08:49 Stunden) und Melina Tränkle (1:14:35) zwei weitere einheimische Läufer den Sieg. Sie wurden damit auch baden-württembergische Halbmarathon-Meister.

Trend setzt sich fort: weniger Starter

Dieser Umbruch des drittältesten Stadtmarathons in Deutschland scheint gelungen, doch bei der Zahl der Starter setzt sich der Trend fort: Es werden weniger – nicht nur in Karlsruhe. Mit rund 7 100 Startern sind es zwar unter dem Strich „nur“ knapp 100 weniger als im vergangenen Jahr, aber nicht genug, um dem Laufspektakel schwarze Zahlen zu bescheren. Zwar gab es auch schon in früheren Jahren rote Zahlen bei Läufen, Geschäftsführer Fried-Jürgen Bachl erwartet heuer mit zusätzlichen Kosten für den Umzug in die Messe  aber ein „größeres“ Defizit als in der Vergangenheit. Noch könne es aus Rücklagen des ausrichtenden Marathon-Vereins beglichen werden. Eine Dauerlösung könne das aber nicht sein.

Beim Marathon schlägt Trend besonders durch

Insbesondere beim Marathon schlägt der Trend durch: Auf die Langdistanz gingen mit 898 Läufer fast 100 weniger als im vergangenen Jahr. In den Jahren des Marathon-Booms waren es über bzw. annähernd 2 000. Auch die Halbdistanz über 21,1 Kilometer ist nicht mehr das ganz große Zugpferd: 4054 (2015: 4 444) gingen an den Start. Noch mehr Potenzial könnte künftig der Teammarathon haben. In diesem Jahr teilten sich in den Mannschaften erstmals vier statt drei Läufer die Marathon-Distanz (15, zwölf, neun und sechs Kilometer).

 

Insgesamt müsse man sich überlegen, wie man Wettbewerbe noch attraktiver machen könne, insbesondere beim Halbmarathon, sagte Bachl. Beim Marathon sei der Trend zu sinkenden Teilnehmerzahlen – Ausnahmen sind Topläufe wie in Berlin, Hamburg oder München – dagegen wohl kaum aufzuhalten.

 

Alle Ergebnisse:

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