Eine grüne Idylle ist das Nagoldfreibad für viele Besucher. Sie schätzen es auch wegen seiner Lage am Nagoldufer und wegen seines, vom Zahn der Zeit mit geprägten Charmes. Das führt aber auch dazu, dass die Rasenflächen am Ende eines langen Sommers oft verdorrt sind.
Eine grüne Idylle ist das Nagoldfreibad für viele Besucher. Sie schätzen es auch wegen seiner Lage am Nagoldufer und wegen seines, vom Zahn der Zeit mit geprägten Charmes. Das führt aber auch dazu, dass die Rasenflächen am Ende eines langen Sommers oft verdorrt sind. | Foto: Archiv Ehmann

Zustand in Pforzheims Bädern

Gießt doch mal in den Bädern!

Die Pforzheimer Bäder seien marode, meinen einige Leser des Pforzheimer Kurier. Selbst das „eigentlich schöne“, idyllisch am Nagoldufer gelegene Freibad in Dillweißenstein verliere spätestens am Ende der Saison seinen Charme, wenn das satte Grün des Rasens sich in gelbbraune, verdorrte Fläche verwandelt. Diese lade nicht dazu ein, sein Handtuch dort auszubreiten, schildert ein Leser seine Erfahrungen und mutmaßt, „ob dieses nicht genügend Kümmern über viele Jahre hinweg uns eine marode Bäderlandschaft hinterlassen hat.“

Bäder sind in die Jahre gekommen

„Natürlich sind die Bäder vom Alter her abgewirtschaftet“, erklärt Werner Pfitzenmaier vom Eigenbetrieb Goldstadtbäder. Das Nagoldbad ist Baujahr 1938, das Wartbergbad feierte dieses Jahr seinen 50. Geburtstag und das Emma ging 1965 in Betrieb. Pfitzenmaier verweist auf ein neues Bäderkonzept, das neben Planungen für Neubauten eine Reihe von Sanierungsvorschlägen enthält. Nach einer Prioritätenliste sollen diese abgearbeitet werden. Eigentlich hätte diese Entwicklung einer Bäderstrategie dem Gemeinderat im Oktober vorgelegt werden sollen. Man arbeitet aber noch an der Ermittlung der Kosten. Was möglich ist und was nicht, hängt vom Ausgang der Haushaltskonsolidierungsgespräche im Dezember ab.

Großer Personalaufwand

Doch zurück zum „verdorrten Rasen“ in Dillweißenstein: Im Gegensatz zum Wartbergfreibad, wo es eine Beregnungsanlage gibt, müsste das Grün im Nagoldfreibad täglich per Hand gegossen werden, sagt Pfitzenmaier; und dann nachts, denn Gießen am Morgen hat zur Folge, dass der Rasen bis mittags zu nass ist, um sich darauf zu legen. Vom Personalaufwand her sei das kaum zu schaffen. Duschen und Toiletten erforderten an heißen Tagen, wenn die Massen ins Bad strömen, mehrmalige Reinigung. Für Aufsicht an den Becken und die Kasse brauche man ohnehin viel Personal, zeigt Bäderchef Mellenthin, wo die Prioritäten liegen.

Rasen wird stark belastet

„Der Rasen ist ja auch nicht kaputt. Er wird durch die Besucher stark belastet“, erklärt Pfitzenmaier. Bei großer Trockenheit gössen die Schwimmmeister auch mal zwischendurch. Und dass Blumenrabatte täglich gegossen und Liegeflächen abgespritzt würden, sei ohnehin selbstverständlich. Ein Leser berichtete von mehreren Stellen im Schwimmbecken, wo die Farbe abgeplatzt ist. „Alles Arbeiten, die vor Saisonbeginn in den Bädern gemacht werden“, sagt Mellenthin, aber nicht mehr am Ende.

Für die lange, außerplanmäßige Schließung des Emma-Jaeger-Bads im Frühjahr waren Schäden in der asbesthaltigen Sammelleitung unter dem Sportbecken verantwortlich. „Die eingesetzten Materialien würde man heute nicht mehr verwenden“, erklärt Mellenthin und meint damit auch den Umstand, dass es kein Solebecken mehr gibt.

Salz und Beton vertragen sich nicht.

„Salz und Beton vertragen sich nicht.“ Bis 31. Dezember 2018 ist Badespaß im Emma garantiert und erlaubt, laut einem statischen Gutachten. Gleiches gilt für das Stadtteilbad Huchenfeld. Hier wie dort wird nach dieser Frist seitens der Stadt ein Neubau favorisiert. Mithilfe des Bielefelder Projektentwicklers Constrata wurden verschiedene Varianten von Neubauten geprüft.

Ein neues Bad wäre billiger

Pfitzenmaier verweist auf Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen, die noch laufen. In Huchenfeld wäre ein neues Bad laut Constrata mit geschätzten 6,8 Millionen Euro günstiger zu haben, als das alte für 7,1 Millionen zu sanieren. Ein Neubau am bestehenden Standort käme auch beim Emma am preiswertesten. Hier hat die Verwaltung zuletzt (Stand Juni dieses Jahres) eine Variante mit acht Bahnen für rund 15,4 Millionen weiter untersucht.

Auf dem Wartberg soll neben dem Freibad ein Hallenbad gebaut werden. Diese Grafik zeigt Pläne, wozu es noch keinen Beschluss im Gemeinderat gibt.
Auf dem Wartberg soll neben dem Freibad ein Hallenbad gebaut werden. Diese Grafik zeigt Pläne, wozu es noch keinen Beschluss im Gemeinderat gibt. | Foto: BNN

Die Grundsatzentscheidung für den Bau eines Hallenbads auf dem Wartberg neben dem sanierungsbedürftigen Freibad steht. „Wir sind noch dabei, die finanziellen Rahmenbedingungen zu erstellen“, erklärt Mellenthin. Es soll ein Familien-, Freizeit- und Sportbad sein mit Schwimmerbecken, Multifunktionsbecken mit Hubboden, Freizeitbecken, Kleinkinderbecken.

Noch ist alles vage. Attraktive Details wie Rutsche, Saunalandschaft oder Sprunganlage hängen davon ab, wie viel Geld die Stadt in die Hand nimmt. Offen ist auch die Frage, inwieweit ein Zusammenhang zwischen beiden Bädern geschaffen werden kann, etwa durch gemeinsame Nutzung von Umkleidekabinen, Kassensystem und Personal. Ausreichend Platz jedenfalls ist auf dem Wartberg und Parkplatznot wird es nicht geben.