Maryam Hossaini
Wieder lachen können Maryam und Naser Hossaini in ihrer Wohnung in Freistett. Als Begrüßungsgeschenk gab es ein Puppenbett für die zehnjährige Tochter. | Foto: Stefanie Prinz

Maryam jetzt in Rheinau

Vermisste Tochter eines Flüchtlings ist wieder beim Vater

Maryam ist im Rheinauer Stadtteil Freistett angekommen: Nachdem sie vor mehr als einem Jahr auf der Flucht aus dem Iran von ihrem Vater Naser Hossaini getrennt wurde, ist die Zehnjährige nun wieder bei ihm. Über Umwege war sie nach Schweden gekommen und dort als minderjähriger unbegleiteter Flüchtling registriert worden. In der schwedischen Stadt Malmö lebte sie bei einer iranisch-stämmigen Familie.

Zehnjährige geht ab Januar in die Schule

Zwei Töchter und ein Sohn, alle etwa in Maryams Alter, hatte die Familie, und mit denen verstand sich das Mädchen besonders gut, erklärt Jargul Alikhel, einer der Mitbewohner in Freistett, der beim Übersetzen hilft. Zu der Familie habe sie allerdings keinen Kontakt mehr, ihre eigene Mutter und die beiden Brüder leben nach wie vor im Iran. Und wie geht es ihr jetzt? „Bra“, sagt Maryam, „gut“ – denn in mehr als einem Jahr in Nordeuropa hat sie etwas Schwedisch und auch Englisch gelernt, sagt sie. In Schweden besuchte Maryam eine Schule, und Rheinau wird sie ab Januar in die Grundschule gehen. „Ihre neue Klasse hat sie aber schon kennengelernt“, sagt Helfer Gerd Hirschberg.

Vater hat eine Arbeit gefunden

Ein paar erste Worte Deutsch spricht das Mädchen auch schon: Gelernt hat sie sie bei einer Ehrenamtlichen aus dem Freistetter Helferkreis, von der Maryam betreut wird, während der Vater tagsüber arbeitet. Seit drei Monaten arbeitet Naser Hossaini bei einem Rheinauer Bauunternehmen, erzählt Hirschberg. „Sie sind dort sehr zufrieden mit ihm.“

Schwedischer Bamf-Mitarbeiter half weiter

Bis Naser Hossaini an diesem Abend nach Hause kommt, unterhält Gerd Hirschberg Maryam mit Memory und versucht, ihr dabei die Bilder auf den Kärtchen auf Deutsch zu erklären – das klappt mit den schwedischen und englischen Worten allerdings noch wesentlich leichter. Hirschberg hatte sich für die Familienzusammenführung eingesetzt und bei verschiedenen Behörden um Unterstützung gebeten. Ein schwedischer Mitarbeiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hatte schließlich helfen können und Maryam Ende Oktober in einer Kartei gefunden.

Bundespolizei übergab Tochter am Flughafen

Vor einer Woche war es dann so weit: Die Helfer fuhren mit Naser Hossaini zum Frankfurter Flughafen, um die Tochter dort abzuholen. Zwei schwedische Begleiter waren beim Flug nach Deutschland dabei, diese übergaben sie der Bundespolizei und die schließlich dem Vater. „Es war natürlich ziemlich kompliziert und aufregend“, fasst Hirschberg die lange Suche nach Maryam zusammen – die Ehrenamtlichen sind froh, dass die Geschichte nun ein gutes Ende nahm. Weitere Helfer richteten derweil zwei Zimmer in dem Haus ein, in dem der Vater bereits wohnte. „In Schweden war es schön“, sagt die Zehnjährige, „aber bei Papa auch“, sagt Hirschberg, und Maryam nickt.

 

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