Ein Bagger reißt die Brandruine in Singen ab.
Ein Bagger reißt die Brandruine in Singen ab. | Foto: Farr

Spezialfirma reißt Ruine ab

Remchingen: Mauerreste erinnern an Brandanschlag

Von Julian Zachmann

Remchingen-Singen. Mit dem Abriss der Brandruine in den Singener Meilwiesen hat am Donnerstag eine Spezialfirma begonnen. Lange steckten in den völlig verkohlten Balken, zertrümmerten Scheiben und rußigen Mauerresten die Erinnerungen an jene Julinacht des vergangenen Jahres, in der ein 42-Jähriger Familienvater aus dem Enzkreis das als Asylunterkunft geplante Gebäude in Brand steckte (die BNN berichteten).

Die geplante Asylunterkunft in Singen wurde im Juli 2015 angezündet.
Die geplante Asylunterkunft in Singen wurde im Juli 2015 angezündet. | Foto: Zachmann

Nun tragen die Arbeiter Stück für Stück die Trümmer des früheren Vereinsheims, zum Zeitpunkt des Brandanschlags bereits im Besitz der Gemeinde, ab. Engagierte Graffiti-Künstler aus der Region hatten Ende März ein Mahnmal geschaffen, indem sie an den Trümmerfassaden historische Momentaufnahmen der Pforzheimer Kriegszerstörung festgehalten hatten. Zahlreiche Betrachter zog das „Kunstwerk“ daher auch in den vergangenen Wochen in seinen Bann.

Neubau für 20 Asylbewerber geplant

Während der von den Ermittlern über Indizien und DNA-Spuren dingfest gemachte Täter gestanden hat und verurteilt ist (wie mehrfach berichtet), hat die Gemeinde bereits konkrete Pläne, wie es an Ort und Stelle in den Singener Meilwiesen weitergeht: Einstimmig beschloss der Remchinger Gemeinderat, das Gebäude wieder aufzubauen. Der Neubau solle Platz für etwa 20 Asylbewerber, voraussichtlich als Anschlussunterbringung, schaffen, erklärte Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon auf Nachfrage. Der Auftrag für den Architekten sei bereits rausgegangen: „Wir wollen nach dem Abriss möglichst zügig mit dem Wiederaufbau beginnen“, sagte Prayon, „der Bedarf ist da“. Zwar werde der Neubau auch Teile der an das ehemalige Vereinsheim angrenzenden, ebenfalls gemeindeeigenen Fläche einbeziehen, trotzdem mache ein Bau für mehr als 20 Personen im Gewerbegebiet keinen Sinn.