PFERD AUF DEM BLECH und zugleich eine Cash-Cow: Ferrari ist der profitabelste Premiumhersteller.
PFERD AUF DEM BLECH und zugleich eine Cash-Cow: Ferrari ist der profitabelste Premiumhersteller. | Foto: dpa

Rendite der Autobauer

Mit 56 000 Euro Gewinn pro Auto flitzt Ferrari allen davon

Was kostet ein Ferrari im Schnitt? 310 250 Euro. Und ein Porsche? 93 410 Euro. Da kommt ein Maserati mit einem Durchschnittspreis von 83 615 Euro fast wie ein schnelles Schnäppchen daher. Ferdinand Dudenhöffer, der aus Maxau stammende Direktor des CAR-Center Automotive Research an der Uni Duisburg-Essen, hat mit seinen Wissenschaftlern auch untersucht, was die Autobauer im ersten Halbjahr 2016 pro Auto verdienen. Die Ergebnisse sind erstaunlich:

Die Premiumhersteller

Sie fahren in ihrer eigenen automobilen Welt: Ferrari verdient 56 000 Euro pro Flitzer, Porsche 15 641, Jaguar-Landrover 4 068 (hier Basis: Finanzjahr 2015/2016), Maserati 4 000 Euro, BMW 3 389 Euro, Audi mit 3 337 Euro etwas weniger. Es folgen Mercedes-Benz mit 3 192 Euro und Volvo mit 2 340 Euro. Dudenhöffer hat – wie in seiner gesamten Untersuchung – nur das reine Autogeschäft untersucht, also etwa nicht die angehängten Autobanken mit einbezogen. Außen vor waren auch außerordentliche Gewinne oder Verluste, wie bei VW die Dieselgate-Belastungen. Es geht also ums Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im operativen Autogeschäft. Bei der Ebit-Marge führen übrigens Ferrari (18 Prozent), Porsche (16,7 Prozent) und BMW (9,5 Prozent) unter den Premium-Marken die Liste an. Audi kommt auf 8,8 Prozent und Mercedes-Benz auf 7,9 Prozent.

Die Großkonzerne

Alles ist möglich – auch dass Ford und GM, Letzterer 2009 noch insolvent, Toyota hinter sich lassen. Ford kommt auf eine Marge von 8,7 Prozent. Es folgen GM (8,6 Prozent), Toyota (8,0 Prozent), Peugeot-Citroën (6,8 Prozent), Hyundai-Kia (6,0 Prozent), FiatChrysler (5,9 Prozent, Renault-Nissan (4,7 Prozent) und der VW-Konzern (4,5 Prozent). Größe allein und die viel beschworenen Skalaneffekte sind also noch keine Erfolgsgaranten, denn das Ebit-Margen-Schlusslicht VW setzte im ersten Halbjahr am meisten Autos ab. Die Wolfsburger kamen nur auf 801 Euro Gewinn pro Fahrzeug. 1 652 Euro waren es bei Ford, und selbst der hoch verschuldete FiatChrysler-Konzern kam auf 1 330 Euro pro Fahrzeug. „Wer ausgelastete Kapazitäten aufweist und über ordentliche Kostenstrukturen verfügt, kann sich gegenüber manchem ,Gulliver’ behaupten“, sagt Autoexperte Dudenhöffer.

Die Gewinne der Marken

Das Beispiel VW-Konzern zeigt also exemplarisch, dass Größe nicht alles ist. Der Konzern hat Cash-Cows wie Porsche (Marge: 16,7 Prozent), Audi (8,8 Prozent) und auch Skoda (9,6 Prozent). Aber eben auch, was die Rendite angeht, Sorgenkinder wie die Kernmarke VW Pkw (Marge: mickrige 1,7 Prozent) und Seat (2,1 Prozent). Pro verkauftem VW Pkw verdienen die Wolfsburger vor Zinsen und Steuern gerade einmal 395 Euro – beim Skoda sind es vergleichsweise sagenhafte 1 589 Euro.
Und hier das komplette Ranking der Konzern-Marken nach dem Kriterium Gewinn pro Fahrzeug: Porsche (15 641 Euro), Audi (3 337 Euro), Nissan (2 088 Euro), Skoda (1 589 Euro), Ford Europa (973 Euro), Peugeot-Citroën (844 Euro), Hyundai (773 Euro), Kia (725 Euro), Renault (715 Euro), VW (395 Euro), Fiat (356 Euro), Seat (337 Euro), Opel (190 Euro).

Das Fazit

Autobauer brauchen laut Dudenhöffer ihre Gewinne, denn die Branche steht vor großen Umwälzungen. Er nennt beispielsweise die Elektromobilität, das automatisierte Fahren und neue Mobilitätssysteme wie Uber. Diese kosteten die Branche Milliarden. Dudenhöffer: „Wer zu geringe Gewinne macht, hat Probleme, die Zukunftsinvestitionen zu stemmen.“