Die Filiale der Deutschen Bank in der Kaiserstraße 60 in Rastatt soll 2017 geschlossen werden. Sie geht in der Gaggenauer Filiale auf, teilt das Kreditinstitut mit.
Die Filiale der Deutschen Bank in der Kaiserstraße 60 in Rastatt soll 2017 geschlossen werden. Sie geht in der Gaggenauer Filiale auf, teilt das Kreditinstitut mit. | Foto: Collet

Aus für Rastatter Bank-Filiale

Standort Gaggenau übernimmt Kunden

Völlig überraschend will die Deutsche Bank ihre Filiale in Rastatt (in der Kaiserstraße) schließen und ihre Kunden nach Gaggenau schicken. Die Gaggenauer Filiale in der Hauptstraße 55 wird damit zur „aufnehmenden Filiale“, wie es auf der Homepage der Deutschen Bank heißt. Wie berichtet, schließt das Kreditinstitut bundesweit 188 Standorte. In Baden-Württemberg gibt die Bank zwölf Geschäftsstellen auf. Das geht aus einer Liste hervor, die die Deutsche Bank im Internet veröffentlichte. Der genaue Zeitpunkt der Schließung ist nicht bekannt. Sie soll aber im Laufe des nächsten Jahres erfolgen, heißt es.
Nach BNN-Informationen werden die Beraterstellen für die Gaggenauer Filiale wieder neu ausgeschrieben. Auf die müssen sich nun sowohl die Rastatter als auch die Gaggenauer Mitarbeiter bewerben. Ob Stellen gestrichen werden, darüber wollte eine Sprecherin keine Auskunft geben.

Mitarbeiter müssen sich neu bewerben

Sowohl in Rastatt als auch in Gaggenau hat die Deutsche Bank jeweils vier Mitarbeiter. In Rastatt werden rund 6 500 Kunden und in Gaggenau rund 7 300 Kunden beraten. „Vom Abbau im Geschäft mit Privat- und Firmenkunden sind rund 2 500 Vollzeitstellen betroffen, zehn Prozent weniger als geplant. Die Deutsche Bank wird den Stellenabbau so sozialverträglich wie möglich umsetzen. Mitarbeiter werden weiter qualifiziert und freie Arbeitsplätze im Konzern werden vermittelt“, so die Deutsche-Bank-Sprecherin. Beobachter berichten, dass man eigentlich mit einer Streichung der Gaggenauer Filiale gerechnet hatte, nachdem im Juni vergangenen Jahres eine Schließungswelle angekündigt worden war. Die Aufwertung in der Benz-Stadt kommt für viele überraschend. Vor allem deshalb, weil Gaggenau gar nicht über eine Abteilung Baufinanzierung verfügt und Kunden bislang an die Baden-Badener Filiale verwiesen wurden. Wie die Neuausrichtung des Gaggenauer Standorts aussieht, ist derzeit noch nicht bekannt. Auch die genauen Gründe, die zur Schließungsabsicht der vermeintlich größeren Filiale in Rastatt geführt haben, sind unbekannt.
Offenbar wurde aber eine Schablone anhand verschiedener Kriterien wie etwa Größe, Kunden- und Mitarbeiteranzahl sowie Geschäftsvolumen entworfen und auf alle Filialen in Deutschland gelegt. Vermutlich hat in der Benz-Stadt mit den 7 000 Daimler-Mitarbeitern dann das Geschäftsvolumen den Ausschlag für die Aufwertung gegeben, sagen Insider. Vorläufig ändere sich für die Kunden nichts. Derzeit würden die betroffenen Kunden angeschrieben und per Telefon informiert. Als Grund für die Schließungswelle nannte das Institut auch den Ausbau der digitalen Angebote wie etwa die Video-Beratung. Weiterhin seinen mobile Berater im Einsatz. Außerdem sei ein Beratungszentrum im Südwesten geplant, was aber kein Call-Center sei, betont die Sprecherin auf Nachfrage.