Klangraum Innenstadt: das Landes-Musik-Festival in Ettlingen war ein Riesenerfolg.
Klangraum Innenstadt: das Landes-Musik-Festival in Ettlingen war ein Riesenerfolg. | Foto: Bentz

Landes-Musik-Festival

Klänge in der Ettlinger Altstadt

Wenn ein Wunsch der Organisatoren des Landes-Musik-Festival  Ettlingen erfüllt wurde, dann war es der, dass sich die Altstadt  Ettlingen sich in einen „Klangraum“ verwandeln möge.   Denn das tat sie: Auf praktisch allen Plätzen im Zentrum, im Schloss und im Schlosshof fanden sich Ensembles, Chöre, Musik- und Gesangvereine zusammen, um stimmlich und instrumental ihre Botschaften weiterzugeben.  Und das kam an: Besucher aus nah und fern nahmen vor den Bühnen Platz , ließen sich vom Gehörten  inspirieren , klatschten und sangen mit. Dies umso lieber, als dass das Wetter passte wie selten in diesem Sommer. Die Bandbreite reichte von Jazz über Blasmusik zu Gospels und A-Capella-Gesängen. Besonders  beachtet: Das  Kinderchorfestival  des Chorverbandes Karlsruhe, die Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen sowie die große Abschlussveranstaltung mit einem mehr als einhundert Stimmen zählenden Chor auf Ettlingens  Marktplatz.

Conradin-Kreutzer-Tafeln verliehen

Bei der offiziellen Eröffnungsfeier waren sogar  w zwei Uraufführungen („Floret silva nobilis“ von Urmas Sisak und „Eine Nacht in Buenos Aires von Andreas Lorson) zu hören. Darüber hinaus wurden im Auftrag von Ministerpräsident Winfried Kretschmann an 31 Vereine, die auf eine mindestens 150 Jahre alte Geschichte zurückblicken, die Conradin-Kreutzer-Tafeln verliehen.


Staatssekretärin Petra Olschowski (Wissenschaftsministerium) bezeichnete die Chöre und Musikvereine im Land als „wichtige Vertreter bürgerschaftlichen Engagements“. Musik bringe Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft und Bildung zusammen, über Musik ließen sich Menschen aus anderen Kulturkreisen integrieren. Ausdrücklich ermutigte die Vertreterin der Landesregierung Eltern, ihren Nachwuchs musikalisch zu fördern. Musik beschere Kindern emotionale Erlebnisse, trage zudem zur Persönlichkeitsbildung bei. „Ohne Breitenmusik keine Spitzenmusik und umgekehrt“, meinte Olschowski mit Blick auf das, was im ganzen Land an der Basis geleistet wird.

Forderung nach mehr Förderung

Oberbürgermeister Johannes  Arnold freute  es als Hausherr,  dass  rund 70 Musik-und Gesangvereine aus dem ganzen Land die Vielfalt  der Amateur- und Laienmusik präsentierten. Der Präsident des Landesmusikverbandes Baden-Württemberg, Christoph Palm rechnete vor,  dass der Sport ab 2017 für fünf Jahre 85 Millionen Euro mehr an Förderung  vom Land erhalte, die Musik dagegen mit insgesamt 25 Millionen Euro Unterstützung auskommen müsse. Hier wünsche man eine Gleichbehandlung. Stolz sei der Landesmusikverband darauf, dass er in die Liste der immateriellen Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen worden sei.

Vorzügliche Organisation

Josef Offele, Präsident des Badischen Chor Verbandes, – Chorverband und Landes-Hackbrett- Bund und waren  die gemeinsamem Ausrichter des Festivals – hatte ein dickes Lob für die Stadt  parat. Die Organisation sei vorzüglich, die Vorbereitung hätte nicht besser laufen können, befand er.
Das nächste Landesmusikfestival findet am 2. Juli 2017 in Horb am Neckar statt – der Stab dorthin ist übergeben.