Ötigheim Kirche
O, wie schön ist Ötigheim - und jetzt soll es noch schöner werden. | Foto: Kraft

Ötigheimer bewerten Ideen für Ortskonzept

Nahversorgung schlägt Streichelzoo

Die Ötigheimer haben ihre Arbeit gemacht – jetzt ist der Gemeinderat dran: Mit einem zweiten Workshop ist am Dienstagabend die Bürgerbeteiligungsphase auf dem Weg zu einem neuen Gemeindeentwicklungskonzept (GEK) für Ötigheim zu Ende gegangen. Noch einmal 20 Bürger fanden den Weg in die Grundschule, um die Ideen, die seit Beginn des Jahres auf verschiedenen Veranstaltungen gesammelt wurden, final nach ihrer Priorität zu bewerten.
„Wir wollen dem Gemeinderat im Anschluss an diesen Abend ein Stimmungsbild der Bürgerschaft und eine Handlungsempfehlung mitgeben“, erläutert Katrin Hansert vom betreuenden Architektur- und Stadtplanungsbüro. Mithilfe einer Pinnwand im Werkraum der Schule sollen die Teilnehmer die auf Kärtchen gedruckten Aufgaben des GEKs sowohl nach ihrer Wichtigkeit als auch ihrer Dringlichkeit bewerten. „Der Strahl von rechts nach links zeigt, wie wichtig ein Vorhaben ist, der von unten nach oben, wie dringend. Das heißt, Aufgaben, die rechts oben hängen, sind sowohl wichtig als auch dringlich“, erklärt Hansert, bevor sich die Gruppe an die Arbeit macht.

Konzept soll Ende des Jahres stehen

Kärtchen werden verschoben oder gar aussortiert, und so mancher entwickelt seine ganz eigene Taktik, wenn es darum geht, die für ihn wichtigsten Aufgaben an prominenter Stelle zu positionieren. „Wir lassen die anderen erst mal machen. Und am Ende schauen wir nach, ob unsere Kärtchen noch dort hängen, wo sie sollen“, sagt Denise Meisner schmunzelnd. Als Vorstandsmitglieder der Katholischen Jungen Gemeinde in Ötigheim sehen sich die 17-jährige Meisner und ihre gleichaltrige Kollegin Lara Sperrfechter gewissermaßen als Vertreter der gesamten Ötigheimer Jugend. Dass die beiden jungen Frauen auch zuvor an allen Veranstaltungen der Bürgerbeteiligung teilgenommen haben, sorgt vor allem bei den Älteren für Anerkennung. „Uns sind das abschließbare Fahrradhäuschen und das WC am Bahnhof wichtig“, so Sperrfechter.
Um sicher zu gehen, dass am Ende alle zufrieden sind, geht Hansert noch einmal jedes Thema durch. Manches erhält einen neuen Platz, vieles bleibt an alter Stelle. Für wichtig und dringend erachten die Ötigheimer demnach den Erhalt kleinteiliger Landschaftsstrukturen und die Förderung der Artenvielfalt, ein neues Parkraumkonzept, die Prüfung von Geschwindigkeitsbegrenzungen und die Nahversorgung durch eine Metzgerei oder eine Eisdiele. Besonders dringend eingestuft wird die Barrierefreiheit des Bürgerbüros und die Nachnutzung der Brüchelwaldschule. Der Streichelzoo hingegen kann warten. „Mit den Ergebnissen wird nun eine Gemeinderatsklausur vorbereitet und bis Ende des Jahres soll das Konzept dann stehen“, sagt Hansert.
Zu den Veranstaltungen der Bürgerbeteiligung zählten ein Infoabend im Februar, die Zukunftswerkstatt im April, ein Kinder- und Jugendhearing im Mai und ein weiterer Workshop. Im Ort waren zudem „Ideenspeicher“ aufgestellt, die die Bürger mit Ideen füllen konnten.