Malerische Kulisse: Der auf 917 Metern gelegene Buchkopfturm markiert den höchsten Punkt des neuen Wanderweges „Turmsteig“ bei Oppenau.
Malerische Kulisse: Der auf 917 Metern gelegene Buchkopfturm markiert den höchsten Punkt des neuen Wanderweges „Turmsteig“ bei Oppenau. | Foto: Renchtal Tourismus GmbH

Qualitäts-Wanderweg bei Oppenau wird im Herbst eingeweiht

Natur und Genuss prägen den „Turmsteig“

Von Robert Ullmann

Mit dem 14,8 Kilometer langen „Turmsteig“ bei Oppenau wird im Herbst ein weiterer Qualitäts-Wanderweg im Renchtal eingeweiht. Bereits vor einem Jahr wurde der „Brennersteig“ rund um die Obstbrenner-Ortschaften Hesselbach und Ödsbach bei Oberkirch realisiert, 2017 soll ein weiterer Qualitätswanderweg in Lautenbach folgen.
„Wandern ist eines der großen touristischen Themen“, sagt Matthias Greilach, Geschäftsführer der Renchtal Tourismus GmbH. Eines, das sich durch alle Altersgruppen ziehe. Outdoor sei „in“, so Greilach. „Das Renchtal ist eine Outdoor-Destination – eine mit zwei Themen: Natur und Genuss.“ 2010 sei der Renchtalsteig als verbindendes Element des Outdoor-Tourismus im gesamten Renchtal eingerichtet worden, gemeinsam mit Bad Peterstal-Griesbach, das nicht der Renchtal-Tourismus GmbH angeschlossen ist. 2011 wurde in Bad Griesbach der Wiesensteig als Qualitätswanderweg eingerichtet. Der Brennersteig und der künftige Turmsteig werden eine Anbindung zum Renchtalsteig erhalten. Der ist ebenso wie der Brennersteig von Deutschen Wanderverband zertifiziert. Auch der Turmsteig soll im Januar 2017 sein Zertifikat erhalten.
Die Voraussetzungen: Der Weg muss ganz überwiegend schmal und naturbelassen und somit ausschließlich Wanderern vorbehalten sein. Die Ausschilderung soll das das Mitführen von Wanderkarten oder das Benutzen von GPS unnötig machen. Der Weg braucht attraktive Aussichtspunkte und gute Einkehrmöglichkeiten. Der Turmsteig führt an mehreren Gastronomiebetrieben vorüber – Breitenberg, Renchtalhütte –, die ebenfalls zum Einstieg in den Weg genutzt werden können. Er führt vom Maisachtal aus über das landschaftlich eindrucksvolle Maisacher Grat und vorbei am seinerzeit weltberühmten Heilbad Bad Antogast, wo dereinst der russische Zar sich aufhielt. In Zusammenarbeit mit der Forstverwaltung werden alte Holzschleifwege reaktiviert, um den Wanderern naturnahe Wandererlebnisse zu bieten. Die wiederum werden verknüpft mit Infos, etwa zur Geschichte von Bad Antogast oder zum traditionellen und modernen Holztransport im Wald. Höchster Punkt ist der im letzten Jahr von der Stadt Oppenau errichtete Buchkopfturm in 917 Metern Höhe, unweit vom Westweg. Der sechseckige Turm aus Weißtannenholz ist 28 Meter hoch. Auf jedem seiner acht Geschoss gibt es Aussichtsplattformen. Der Rundumblick reicht über das Rheintal bis zu den Vogesen. Auf einer eigens eingerichteten Homepage kann man ihn per Webcam „testen“. Der Bau des Weges wird mit 9 000 Euro gefördert vom Naturpark Schwarzwald Mitte-Nord. Greilach betont auch das hohe ehrenamtliche Engagement für den Turmsteig durch den Schwarzwaldverein wie durch Bürger von Oppenau und Maisach.
Zugleich stellt der Geschäftsführer die Wertschöpfung durch Qualitätswanderwege nicht nur für Gastronomen und Anbieter von Übernachtungen in den Fokus. „Solche Angebote ziehen Menschen in die Region“, so Greilach. Der Renchtalsteig – 100 Kilometer in fünf Etappen von Oberkirch über die Moos, Alexanderschanze, Zuflucht, Allerheiligenwasserfälle zurück nach Oberkirch – zeige das. Das Pauschalangebot „Wandern ohne Gepäck“, bei dem das Reisegepäck von Etappenziel zu Etappenziel transportiert wird, sei ein Renner.
Mit der Einrichtung so genannter Single-Trails – schmaler Bikerstrecken – soll auch das Angebot für Mountainbiker attraktiver werden. Auch eine weiteres interessantes Projekt hat Greilach im Blick: Wanderwege für junge Familien mit Kinderwagen oder Buggy.