Ersehnter Spatenstich für das Neubaugebiet "Gässeläcker" in Ettlingen-Oberweier
Ersehnter Spatenstich für das Neubaugebiet "Gässeläcker" in Ettlingen-Oberweier | Foto: Rainer Obert

Ein steiniger Weg

Ettlinger Neubaugebiet „Gässeläcker“ wird erschlossen

„Auf diesen Tag haben wir lange gewartet.“ Was Ortsvorsteher Wolfgang Matzka für Oberweier betonte, gilt für die ganze Stadt. Zehn Jahre ist es her, dass das letzte Neubaugebiet – damals in Spessart – beschlossen wurde. Nun wird das Gebiet „Gässeläcker“ durch die Baufirma Grötz erschlossen, etliche Bürger waren zum gestrigen Spatenstich gekommen.
Oberweier setzt auf das Wohngebiet, um etwa die Existenz von Grundschule und Kindergarten zu sichern. Der Weg war kein leichter, erinnerte Matzka und erwähnte das einst zerschnittene Tischtuch mit OB Gabriela Büssemaker und eine „verfahrene Situation“. „Unser Ort würde vergreisen“, unterstrich Matzka die Notwendigkeit neuen Baulands. In acht Monaten solle das Gebiet erschlossen sein und bebaut werden. Auf rund vier Hektar entstehen 67 Bauplätze mit Flächen von 250 bis 680 Quadratmetern. Vorwiegend sollen Einzel- und Doppelhäuser und wenige Reihenhäuser entstehen.

Die Diskussion brauchte Zeit

„Der neue Wohnbauflächenatlas bekommt mit diesem Spatenstich ein Gesicht“, erklärte Oberbürgermeister Johannes Arnold. Positiv sei, dass alle 100 Eigentümer von Flächen ins Boot geholt werden konnten. „Die Diskussion brauchte Zeit“, sagte er in Richtung des Ortsvorstehers. „Und wir sind beide keine Menschen, die besonders viel Geduld haben.“ Es gab unter anderem Diskussionen um ein wegfallendes Biotop. Das über die L 607 angebundene Baugebiet solle den Ort nun „einen und stärken“. Von der Stadtentwicklungsgesellschaft Steg verwies Oliver Matzek auf Nachholbedarf bei Wohnflächen in Ettlingen. „Sie haben Druck auf dem Wohnungsmarkt.“
Weit mehr als 150 Bau-Interessenten zählte Kämmerer Andreas Schlee für die 21 städtischen Grundstücke, davon stehen 13 für Familien mit Kindern zum Verkauf. „Es sind 30 bis 40 konkrete Bewerber.“ Im oberen Bereich zur Fleckensteinstraße hin ist ein Quartiersplatz geplant, wo nahe am Ortskern Seniorenwohnen oder generationsübergreifendes Wohnen ermöglicht werden soll. Auch soll Anschlussunterbringung von Flüchtlingen erfolgen. Sieben der städtischen Grundstücke sollen an eine Baugruppe gehen; dabei sucht sich ein Architekt Interessenten, die ihre Wünsche umsetzen. Ein Filetgrundstück wird per Höchstgebot vergeben. 16 Baugrundstücke besitzt die Kirche, die sie in Erbpacht über die Erzdiözese speziell an Familien mit Kindern vergeben will. Der Rest wird privat veräußert. Die Stadt legt darauf wert, dass im „Gässeläcker“ bald Leben herrscht – eine Bauverpflichtung innerhalb von fünf Jahren ist fixiert. Man wolle kein erschlossenes Gebiet mit beleuchteten Wiesen.