Bis zu 17.500 Fahrzeuge schlängeln sich täglich durch dieses Nadelöhr.
Bis zu 17.500 Fahrzeuge schlängeln sich täglich durch dieses Nadelöhr. | Foto: Collet

Verkehr in Rastatt-Münchfeld

Neue Hoffnung auf Lärmschutz

Das Karlsruher Regierungspräsidium wird den Verkehrslärm im Münchfeld neu berechnen. Pressesprecher Joachim Fischer erklärt auf Anfrage der Badischen Neuesten Nachrichten, dass die Ergebnisse Ende August vorliegen werden. Danach werde entschieden, ob ein Lärmschutz entlang der B 3 zwischen Münchfeld und Siedlung gebaut werde.
Grundlage für die neue Berechnung ist eine aktuelle Verkehrszählung vom April, bei der nach Fischers Angaben bis zu 17.500 Fahrzeuge pro Tag ermittelt wurden. Die Bürgerinitiative (BI) Lärmschutz Münchfeld und Siedlung hatte eine solche Zählung gefordert, nachdem im November ein aus ihrer Sicht nicht repräsentativer Zeitpunkt gewählt worden sei. Wie Fischer ausführt, wurden damals bis zu 16.300 Fahrzeuge pro Tag ermittelt. Die BI erklärt in einer Pressemitteilung, die Schallemission liege damit deutlich höher als zu der Zeit vor der Eröffnung des Autobahnanschlusses Rastatt-Süd.

Querspange vom Tisch

Die BI hatte immer wieder gefordert, zur Entlastung der B 3 eine Querspange vom Stadteingang zur B 36 (heute L 75) zu bauen. Diese ist aus Sicht der Behörden allerdings vom Tisch.
Ausschlaggebend für die Entscheidung zum Lärmschutz ist der Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahr 1997. In diesem sind Lärmwerte prognostiziert. Sollten diese aktuell um 2,1 Dezibel überschritten werden, „ist die Grundlage für einen nachträglichen Lärmschutz gegeben“, erklärt Joachim Fischer. Zwei Anwohner hätten einen Antrag auf Lärmschutz gestellt. Rein rechtlich hätten lediglich diese beiden Anwohner Anspruch auf eine Lärmschutzwand. Fischer betont, man könne jedoch davon ausgehen, dass alle anderen Anwohner ebenso betroffen sind und daher eine Lärmschutzwand ohne Unterbrechung gebaut würde. Jeder Anwohner hat übrigens 30 Jahre nach dem Planbeschluss Zeit, einen Antrag auf Lärmschutz zu stellen. Im konkreten Fall endet die Antragsfrist also erst im Jahr 2027.
Die Stadt Rastatt werde weiterhin alle Bemühungen unterstützen, die zu einem Lärmschutz im Münchfeld führen, erklärt Stadtsprecherin Heike Dießelberg im BNN-Gespräch. Man warte mit Interesse auf das Ergebnis der erneuten Lärmberechnung, so Dießelberg.

Weiterer Verkehr droht
Eine weitere Zunahme des Schwerlastverkehrs befürchtet die Bürgerinitiative (BI) Lärmschutz wegen der künftigen Belieferung des Daimlerwerks. Bauteile sollen nicht mehr mit der Bahn, sondern mit Lastern angeliefert werden.
Gerechnet wird mit 400 Lastern pro Tag. Die BI geht davon aus, dass viele über die Autobahnabfahrt Rastatt-Süd durch das Münchfeld fahren werden. Daimler bestreitet dies mit dem Hinweis, es gebe eine Anweisung an Spediteure, von Norden anzufahren – also über die B 462 und durch den Rastatter Tunnel.
Abgesehen davon, dass dann die Bewohner im Brufert und im Neubaugebiet Sparkassenakademie mit dem zusätzlichen Verkehrslärm belastet wären, hält die BI diese Vorgabe für nicht realistisch. Bereits jetzt würde viel Schwerlastverkehr durch das Münchfeld zum Daimlerwerk rollen, erklärten Bewohner beim Erörterungstermin zur Daimler-Erweiterung im März.