Das SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach soll für die Zukunft fit gemacht, das Haus Kraichtal (rot markiert) zugunsten eines Psychiatrie-Gebäudes abgerissen werden.
Das SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach soll für die Zukunft fit gemacht, das Haus Kraichtal (rot markiert) zugunsten eines Psychiatrie-Gebäudes abgerissen werden. | Foto: KKL

Neubau Psychiatrie geplant

Neue Konzeption für Klinikum in Langensteinbach

Die weitreichenden Baupläne des SRH Klinikum Langensteinbach bedeuten Bau-, Umbau- und Sanierungsarbeiten mit Blick auf die nächsten zehn Jahren (die BNN berichteten). Die neue Strategie und Konzeption am Klinikstandort wurde erstmals vorm Ortschaftsrat auf den Tisch gelegt und erklärt, wobei der Auftakt der Abriss von Gebäuden und Bau einer neuen Psychiatrie sein wird.
„Dieser Standort ist für die SRH Holding enorm wichtig“, betonte Klinik-Geschäftsführer Jörg Schwarzer direkt ein Bekenntnis zu Karlsbad. Man werde langfristig investieren. Das 1968 eröffnete Klinikum mit 405 Betten ist das älteste Haus im SRH-Klinikverbund, seit 1970 in Trägerschaft der Stiftung Rehabilitation Heidelberg (SRH) und gliedert sich in Innere- und Gefäßmedizin, Neurologie, Orthopädie, Paraplegiologie, Psychiatrie und Wirbelsäulenchirurgie. Mit über 1 000 Mitarbeitern ist es größter Arbeitgeber Karlsbads. 9 500 stationäre und 21 000 ambulante Patienten werden pro Jahr gezählt, über 12 000 Notfälle werden pro Jahr behandelt.

Strategie braucht bauliche Entsprechung

„Unsere medizinische Strategie braucht eine bauliche Entsprechung“, machte Ulf Grünert, Leiter Bau und Immobilien der SRH, klar. Er machte klar, dass Reha-Einrichtungen aus der Vergangenheit der Klinik – wie Sporthalle, Schwimmhalle und Bogenschießhalle – „ein Relikt“ seien. Das gesamte heutige Haus Kraichgau werde abgerissen und macht einem Psychiatrie-Neubau Platz. Dreigeschossig wolle man im Wachstumssegment Psychiatrie vier Stationen mit 92 Betten etablieren. Bisher ist die Psychiatrie im Haus Schwarzwald untergebracht. Es werde sich bei den Behandelten um Akut-Patienten handeln.
Laut Grünert sind manche Gebäude über 50 Jahre alt, es gebe zu lange Wege für Patienten und Personal, der Unterbringungskomfort sei nicht auf allen Stationen auf aktuellem Stand, energetisch müsse saniert werden, neue Brandschutzrichtlinien drücken. Entsprechend ist mit dem Neubau der Psychiatrie nicht Schluss. Teile des Haus Württemberg sollen saniert werden, der Umbau des Haus Pfalz sowie Sanierung des Haus Baden erfolgen. Phase zwei hat zwei Varianten: Entweder Komplettsanierung der Häuser Württemberg und Schwarzwald, oder aber der Abriss des Haus Schwarzwald und Neubau. Im Dezember hofft das Klinikum auf Änderung des Bebauungsplans „Langensteinbach-Süd“ für per Satzungsbeschluss des Gemeinderats. Im ersten Quartal 2017 sollen sowohl Sanierungsarbeiten im Haus Württemberg, wie auch Rückbau des Haus Kraichgau erfolgen. Mitte 2017 soll der Bau der neuen Psychiatrie beginnen.
Besorgte Nachfragen aus dem Ratsgremium gab es zur Parkplatzsituation. Bürgermeister Jens Timm regte an, Erwägungen schon jetzt einfließen zu lassen. Auch die ÖPNV-Führung sei zu verbessern. Der Bus hält aktuell weit unterhalb der erhöht liegenden Klinik. Ein Parkhaus und der Bus vorm Eingang als Ideal seien leider unrealistisch, so Jörg Schwarzer. Man habe, inklusive von der Gemeinde zur Verfügung gestellter Flächen, etwa 750 Parkplätze. Die Stellplatzvorgaben der Landesbauordnung erfülle man um das fünf- bis sechsfache. Man nehme das Thema aber ernst und werde „zu gegebener Zeit ein ordentliches Verkehrskonzept vorlegen“.