Zirkuselefant Maya soll zu ihrer Gefährtin Nanda in den Karlsruher Zoo kommen
Zirkuselefant Maya soll zu ihrer Gefährtin Nanda in den Karlsruher Zoo kommen | Foto: Zoo Karlsruhe

Zirkustier Maya folgt Nanda

Neuer Elefant für den Karlsruher Zoo

Ein weiterer Elefant wird in den Karlsruher Zoo umziehen: Die etwa 40-jährige asiatische Elefantenkuh Maya aus dem Circus Busch kommt zu ihrer langjährigen Gefährtin Nanda. Diese hatte ihr Besitzer Hardy Scholl im Juni nach Karlsruhe abgegeben, da der hiesige Zoo auf die Bedürfnisse alter Elefanten spezialisiert ist und Nanda wegen ihres Augenleidens nicht mehr reisen sollte. „So bald wie möglich“ Maya laut Zoochef Matthias Reinschmidt ins Badische übersiedeln.  Einen Termin gibt es noch nicht.

Nur mit Ausnahmegenehmigung im Zirkus

Maya hat schon viele Schlagzeilen gemacht: Als Elefant, der an einer Tankstelle in Cottbus vorbeimarschierte und den Wassereimer leer trank etwa. Oder, als sie höchst interessiert den Rüssel durch die Tür einer Berliner Bäckerei streckte. Aber auch bei der Grundsatzdiskussion um Elefantenhaltung im Zirkus: War sie doch seit dem gesundheitsbedingten Umzug ihrer langjährigen Gefährtin Nanda im Juni in den Karlsruher Zoo alleine im Circus Busch. Nach den „Leitlinien für die Haltung, Ausbildung und Nutzung von Tieren in Zirkusbetrieben oder ähnlichen Einrichtungen“ des Bundesagrarministeriums ist dies nicht zulässig: Als sozial lebende Tiere dürfen Elefanten – abgesehen von erwachsenen Bullen – grundsätzlich nicht alleine gehalten werden. Bislang hat Mayas Besitzer Hardy Scholl eine Ausnahmegenehmigung.

 

So bald wie möglich

Auf Maya baldigen Umzug einigte sich  Baden-Württembergs  Tierschutzbeauftragte Cornelie Jäger mit dem städtischen Veterinärsamt und dem Karlsruher Zoo. Auch Zirkusdirektor Scholl sieht die Zukunft Mayas im Badischen: „Auch er möchte, dass Maya in den Karlsruher Zoo kommt“, berichtet Zoochef Matthias Reinschmidt „Deshalb haben wir eine Vereinbarung zur Abgabe initiiert.“

Soziale Bindung zu Nanda ist entscheidend

Aus Platzgründen soll mit der Aufnahme weiterer Tiere in die Karlsruher Seniorinnen-Herde eigentlich gewartet werden, bis die Elefantenanlage erweitert ist. Im Frühjahr 2018 soll es so weit sein, nachdem bei den städtischen Haushaltsberatungen rund 700 000 Euro für das Projekt bewilligt wurden. Zuvor muss das marode Südamerikahaus weichen. Für dessen Bewohner soll das Raubtierhaus umgebaut werden – nachdem die Luchse an den Lauterberg umgezogen sind. Ab kommendem Frühjahr soll dort an ihrem neuen Gehege gearbeitet werden. Bei allen Planungen stehe aber Mayas Wohl im Vordergrund: „Unser Ziel ist, Maya so bald wie möglich in unser Tierschutzprojekt aufzunehmen“, erläutert Reinschmidt. „Es wäre aufgrund der sozialen Bindungen zu Nanda die beste Lösung, Maya in den Zoo Karlsruhe zu holen“, meint Jäger.

Herausforderung für das Pflegerteam

Sicher ist, dass  der neue Elefant die Karlsruher Pfleger vor große Herausforderungen stellen wird. Ist  Maya doch ausgiebige Spaziergänge und viel direkten Kontakt mit Menschen gewohnt. Auch für die Integration der sehbehinderten Nanda waren viel Einfühlungsvermögen und fachliche Kompetenz des Teams um Revierleiter Robert Scholz erforderlich – das nun auch mit Nanda frühmorgens abwechslungsreiche Ausflüge durch den Zoo unternimmt. „Mittlerweile können unsere beiden Oldies Rani und Shanti mit Nanda tagsüber alleine auf der Anlage gelassen werden“, berichtet Scholz. Unter Aufsicht funktioniere es mit allen vier Tieren. Und doch sollte man sich bis zu einem Jahr Zeit geben, um endgültig zu beurteilen, ob eine Zusammenführung erfolgreich war, meint er. Jeder Neuzugang bringe Veränderungen im sozialen Gefüge mit sich.

Veränderungen im sozialen Gefüge der Herde

So sei die 61-jährige Rani aufgeblüht, nachdem durch Nandas Ankunft die „Karten neu gemischt wurden“, erläutert Scholz. Besondere Aufmerksamkeit sei bei der sehr Menschen-bezogenen und im Sozialverhalten schwierigen Jenny gefragt. Und auch Shanti braucht viel Zuwendung: Wegen ihres steifen Ellenbogengelenks benötigt sie eine schmerzlindernde Dauerbehandlung.

Abwechslungsreiche Spaziergänge durch den Zoo unternehmen die Elefantenpfleger mit Elefantenkuh Nanda am frühen Morgen.
Abwechslungsreiche Spaziergänge durch den Zoo unternehmen die Elefantenpfleger mit Elefantenkuh Nanda am frühen Morgen. | Foto: Zoo Karlsuhe