Beispielhaft soll die Sanierung des Hauses in der Zerrennerstraße 11 (im Hintergrund) für andere Eigentümer werden. (Von links) Martin Eisenhauer, Günter Strobel, Reinhard Meier (alle Stadt Pforzheim), Bürgermeisterin Sibylle Schüssler, Katja Göller und Volker Lehmann (beide Goldstadt Immobilien) stellen die Arbeiten vor.
Beispielhaft soll die Sanierung des Hauses in der Zerrennerstraße 11 (im Hintergrund) für andere Eigentümer werden. (Von links) Martin Eisenhauer, Günter Strobel, Reinhard Meier (alle Stadt Pforzheim), Bürgermeisterin Sibylle Schüssler, Katja Göller und Volker Lehmann (beide Goldstadt Immobilien) stellen die Arbeiten vor.

"Gänssle-Haus" wird saniert

Neuer Glanz für Pforzheims „älteste Mall“

Von einer wunderbaren 50er-Jahre Fassade spricht Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler. Mit städtischen Mitarbeitern und Vertretern der Firma Goldstadt Immobilien steht sie vor dem Eckhaus an der Kreuzung Zerrennerstraße/Dillsteiner Straße und erzählt vom legendären Café Ascot, das vor vielen Jahren in einem der oberen Stockwerke beheimatet war. Im „Gänssle-Haus“, erinnert sich Schüssler, war „die erste Pforzheimer Mall“ – wenn man den Begriff damals schon verwendet hätte.

„Schöner Schlusspunkt für Sanierungsgebiet“

Für einen Betrag im sechsstelligen Bereich soll das siebenstöckige Wohn- und Geschäftshaus in der Zerrennerstraße 11 komplett saniert und neugestaltet werden. Das Gebäude gehört der Firma Kredo Invest. Projektentwickler und für die Vermarktung zuständig ist die Firma Goldstadt Immobilien. Die Stadt Pforzheim schießt 81 000 Euro dazu, weil das Haus im Sanierungsgebiet „KF/Weststadt“ liegt. „Wir sind froh, dass wir das Gebäude noch im Förderrahmen untergebracht haben. Das ist ein schöner Schlusspunkt für das Sanierungsgebiet“, sagt Stadtplaner Günter Strobel.
Bürgermeisterin Schüssler freut sich über das Engagement des Eigentümers und auch darüber, „dass hier das Fassadenkonzept der Stadt umgesetzt wird“. Tatsächlich habe dieses sie inspiriert, wie Volker Lehmann und Katja Göller von Goldstadt Immobilien erklären.

Formensprache der 50er Jahre

Dem Fassadenkonzept liegt eine gestalterische Vision zugrunde. „Die Formensprache muss stimmen“, erklärt Stadtplaner Reinhard Maier. Beim Haus in der Zerrennerstraße 11 gebe es wichtige zeitspezifische Details, wie ein Vordach, die Proportionen der Fenster und die geschwungene Treppenanlage, die vom ersten ins zweite Obergeschoss führt. Hier soll übrigens wieder ein Café einziehen. Nach einem Betreiber wird noch gesucht. „Wir wollen dort Jungunternehmern und Künstlern eine Plattform bieten als Anlaufstation und zum Ausstellen von Bildern“, sagt Lehmann. In den oberen Stockwerken werden Büros und Wohnungen eingerichtet. Zu 15 vorhandenen Wohnungen sollen weitere fünf hinzu kommen. „Die Mieter können bleiben.“ Der Eigentümer will möblierte Zimmer mit etwa 30 Quadratmetern und bis zu 80 Quadratmeter große Wohnungen anbieten. Auch die Geschäfte im Erdgeschoss sollen bleiben.
Das Dach soll vollständig saniert und begrünt, das Haus mit dreifachverglasten Fenstern und einem neuen Fahrstuhl ausgestattet werden. Dieses Jahr will man mit den Arbeiten beginnen, im kommenden Frühjahr fertig sein.

Geld für Fassadenkonzept im Haushalt

Im Zuge des 2007 aufgestellten Förderprogramms „Soziale Stadt – KF/Weststadt“ hat die Stadt privaten Eigentümern bei der Sanierung ihrer Gebäude mit insgesamt 4,3 Millionen Euro unter die Arme gegriffen, die mit 2,6 Millionen durch Bund und Land kofinanziert worden. Für private Maßnahmen und Neugestaltungen im öffentlichen Raum sind von Bund, Land und Stadt Zuschüsse von 14,8 Millionen geflossen – unter anderem in die Sanierung des Enzufers und die Umgestaltung der KF.
Den Eigentümer des Hauses in der Zerrennerstraße 11 sieht die Stadt als Vorreiter für kommende Sanierungen dort. „Es wird keine ganz große Umgestaltung werden“, erklärt Schüssler, „aber es wird weiter gehen in der Zerrennerstraße.“ Für ein Fassadenförderkonzept seien im nächsten Jahr im Haushalt Mittel eingestellt.