Geschichte wird hörbar: Bürgermeister Michael Geggus, Leiterin Heike Kronenwett und Werner Löhle, Vorsitzender des Freundeskreises (von links), testen im Stadtmuseum Baden-Baden die neuen Audioguides.
Geschichte wird hörbar: Bürgermeister Michael Geggus, Leiterin Heike Kronenwett und Werner Löhle, Vorsitzender des Freundeskreises (von links), testen im Stadtmuseum Baden-Baden die neuen Audioguides. | Foto: Rudolphi

Stadtmuseum Baden-Baden

Geschichte wird hörbar

Besucher des Stadtmuseums Baden-Baden kriegen künftig was auf die Ohren. Keine Sorge, Ohrfeigen sind es nicht, vielmehr kleine Stöpsel oder Lautsprecher, die die mehr als 2000 Jahre alte Geschichte Baden-Badens hörbar machen – in deutscher und englischer Sprache. 20 Audioguides liegen ab sofort an der Kasse bereit. Die Mitarbeiter des Stadtmuseums geben sie zusammen mit einem Orientierungsplan kostenlos aus, um die Dauerausstellung nicht nur visuell, sondern auch akustisch erlebbar zu machen.
„Ziel war es, die komplexen Themen auch akustisch zu vermitteln“, sagte Heike Kronenwett, die Leiterin des Stadtmuseums,  bei der Präsentation der neuen Audioguides. Mit finanzieller Unterstützung des neuen Freundeskreises Stadtmuseum/Stadtarchiv Baden-Baden sei es gelungen, neben der deutschen eine englische Version einzuspielen. „In unserem Gästebuch gibt es immer wieder Kritik, dass die Texte zu den Ausstellungsobjekten nicht auf Englisch vorhanden sind“, erläuterte Kronenwett. 15000 Euro hat das Stadtmuseum investiert, davon sind 4000 Euro ein Zuschuss des Freundeskreises. Zudem hat das Stadtmuseum jetzt ein grafisches Leitsystem, um Besuchern die Orientierung zu erleichtern.
Der Audioguide weckt an ausgewählten Exponaten die Vergangenheit der Bäderstadt für maximal 90 Minuten zum Leben. Neben den Basistexten gibt es Zitate berühmter Personen, Anekdoten, Musik oder einfach eine passende Geräuschkulisse. Beispiel: Beim Thema Pferderennen ist Galopp, beim Roulette das Rollen einer Kugel zu hören. „Wir haben die 60 Tracks lautmalerisch liebevoll unterlegt“, bekräftigte Kronenwett.
Die wissenschaftliche Volontärin Antje Oswald hat das „Drehbuch“ für den Audioguide geschrieben. „Es war ihr i Abschlussprojekt“, betonte Kronenwett und verwies darauf, dass Oswalds Volontariat demnächst endet. In den vergangenen zwei Jahren habe die Volontärin sich stark in der Museumspädagogik engagiert und dazu beigetragen, junge Menschen in das Haus zu locken.
„Uns ist es in der Vorjahren erfolgreich gelungen, das Stadtmuseum umzustrukturieren. Mit den Audioguides kommt jetzt das Sahnehäubchen dazu“, sagte Bürgermeister Michael Geggus. Das Haus habe eine gute Entwicklung genommen und die Besucherzahlen kontinuierlich gesteigert. Die Verantwortlichen hätten es geschafft, das Museum mit wechselnden Sonderausstellungen attraktiver zu machen, ohne dabei die Dauerausstellung zu vernachlässigen. Ein weiterer wichtiger Aspekt sei es gewesen, die pädagogische Arbeit zu intensivieren. Auch der neugegründete Freundeskreis sei ein bedeutendes Element in dieser Gesamtstruktur. Geggus hofft, dass eine nachhaltige Freundschaft zwischen Museum und privaten Förderern erwächst. „Ich denke, der Turnaround hat geklappt“, betonte der Bürgermeister.

Freundeskreis Stadtmuseum/Stadtarchiv Baden-Baden

Der im November 2105 gegründete Freundeskreis Stadtmuseum/Stadtarchiv Baden-Baden hat mittlerweile rund 60 Mitglieder. Vorsitzender des eingetragenen Vereins ist der Baden-Badener CDU-Stadtrat Werner Löhle.
Ziel ist es, Kunst und Kultur, Denkmalschutz und Denkmalpflege zu fördern sowie die Geschichte Baden-Badens und die Volksbildung aufzuarbeiten und zu bewahren. Vorrangig geht es darum, das Stadtmuseums und das Stadtarchiv Baden-Baden ideell und gemeinnützig zu unterstützen unter besonderer Berücksichtigung der Sammlungs-, Forschungs-, Vermittlungs-, und Ausstellungsarbeit. Zudem dient der Freundeskreis mit Beiträgen, Spenden und Veranstaltungen dem geförderten Zweck.