Hoher Investitionsbedarf: Verschleiß und Reparaturanfälligkeit setzen der Gemeinschaftskläranlage Baden-Baden/Sinzheim zu. Unter anderem ist ein neues Blockheizkraftwerk geplant.
Hoher Investitionsbedarf: Verschleiß und Reparaturanfälligkeit setzen der Gemeinschaftskläranlage Baden-Baden/Sinzheim zu. Unter anderem ist ein neues Blockheizkraftwerk geplant. | Foto: Kappler

Kläranlage Baden-Baden

Verschleiß erfordert Millionen-Investitionen

Bei der Gemeinschaftskläranlage Baden-Baden/Sinzheim stehen erhebliche Investitionen an. Der Eigenbetrieb Umwelttechnik möchte ein neues Blockheizkraftwerk, ein Gebläse zum Lufteintrag und eine Phosphatfällstation anschaffen. Der Betriebsausschuss befasst sich in seiner Sitzung am 27. Oktober mit den Vorhaben.

Neues Blockheizkraftwerk ist geplant

Die Kläranlage muss die Blockheizkraftwerke 1 bis 4 (von insgesamt sechs) nach über 15 Jahren Einsatz wegen Verschleißes und Reparaturanfälligkeit außer Betrieb nehmen. Alle Blockheizkraftwerke haben eine Gesamtleistung von zwei Megawatt. Nach Angaben des Eigenbetriebs Umwelttechnik lassen sich mit den bestehenden Anlagen die gesetzlich vorgeschriebenen Immissionswerte nicht mehr einhalten.

Umrüstung ist nicht möglich

Eine Umrüstung sei aufgrund des Alters nicht möglich. Um das kontinuierlich anfallende Klär- und Biogas auch künftig zu verwerten, ist ein neues Blockheizkraftwerk mit einer Leistung von einem Megawatt geplant. Die erforderlichen 1,3 Millionen Euro stehen im Wirtschaftsplan 2016/2017 zur Verfügung, heißt es in der Beschlussvorlage für den Betriebsausschuss.

Gebläse ist reparaturanfällig

Auch die Gebläse zum Lufteintrag in die biologische Reinigungsstufe sind nach 33 Jahre verschlissen und reparaturanfällig. Die biologische Reinigungsstufe ist Kernstück der Abwasserreinigung. Wegen des Ausfalls von zwei Blockheizkraftwerken, die für den Antrieb der Gebläse in den Belebungsbecken eingesetzt waren, möchte der Eigenbetrieb die komplette Belüftungstechnik erneuern, um die biologische Reinigung des Abwassers gewährleisten zu können. Die neuen Gebläse arbeiten unabhängig von den Blockheizkraftwerken, so dass sich die Luftzufuhr am jeder Belüftungskaskade gezielt steuern lässt.

Phosphatfällstation erhält neuen Standort

Die vorhandene Phosphatfällstation erfüllt nach 33 Jahren nicht mehr die technischen und gesetzlichen Anforderungen. Für den Ersatz ist eine Investition von 820 000 Euro geplant. Die neue Phosphatfällstation soll künftig an einem hydraulisch günstigeren Standort stehen, das heißt, er ist oberirdisch und nicht wie bisher unterirdisch vorgesehen.

Weitere Infos gibt es in der Beschlussvorlage zum Betriebsausschuss: https://baden-baden.more-rubin1.de/sitzungen_top.php?sid=2016-BetrA-23