Keime in Petrischalen
Klebsiella-Keime wurden in der Frühchenstation des Ortenau Klinikums Offenburg gefunden. | Foto: Hendrik Schmidt

Frühchen-Station betroffenen

Ortenau Klinikum in Offenburg warnt vor Klebsiella-Bakterien

Auf der Intensivstation für Frühgeburten des Ortenauklinikums am Ebertplatz in Offenburg ist ein Kind an Keimen erkrankt. Es handelt sich um Klebsiella-Bakterien, die, wie die Klinikleitung betont, mit Antibiotika bekämpft werden können. Es gehe also keineswegs um multiresistente Keime, wie die Klinikum in einem kurzfristig anberaumten Pressegespräch an diesem Donnerstag betonte. Insgesamt wurden die Keime bei zehn Säuglingen gefunden. Vorsichtshalber könnten derzeit keine weiteren Frühchen auf der Station aufgenommen werden. Frauen mit Risikoschwangerschaften werden deshalb gebeten, sich an die entsprechend ausgestatteten Kinderkliniken in Baden-Baden, Freiburg oder Karlsruhe zu wenden.

„Zähe Keime“ werden bekämpft

„Notfälle werden natürlich weiterhin in unserer Notaufnahme behandelt“, so Professor Jörg Laubenberger, Ärztlicher Direktor des Klinikums am Ebertplatz. Diese Regelung gelte seit Donnerstag und werde voraussichtlich über mehrere Wochen Geltung behalten, da erfahrungsgemäß die Suche nach der Bakterienquelle und die Beseitigung dieser „zähen Keime“ länger dauern kann, so Christian Schröder, stellvertretender Leiter des zentralen Hygienemanagements des Klinikums. Sobald diese Regelung wieder gelockert ist, werde umgehend die Öffentlichkeit informiert. Dies teilte die Klinikleitung am Donnerstagnachmittag mit.

Klebsiella bei zehn Frühchen gefunden

Bei zehn von 20 Frühchen auf der Intensivstation seien die Bakterien Anfang dieser Woche nachgewiesen worden. Eine Erkrankung habe es aber nur bei einem der Kinder gegeben. Die sei mittlerweile durch den Einsatz von Antibiotika überwunden, berichtet Professor Laubenberger. Bei zwei weiteren Frühchen seien die Klebsiella-Bakterien in der Bindehaut nachgewiesen worden, bei einem der beiden auch noch in der Nabelwunde. „Keines der Kinder ist ernsthaft gefährdet“, erklärt Laubenberger. Die von den Bakterien „besiedelten“ Kinder seien von den nicht betroffenen getrennt worden. Sie würden jeweils durch eigenes Personal betreut, was erhöhten Personaleinsatz erfordere, um eine Weiterverbreitung der Bakterien zu vermeiden. Besuche der Kinder seien auf die engsten Bezugspersonen beschränkt.

Normale Geburten nicht betroffen

„Wichtig ist uns, darauf hinzuweisen, dass normale Geburten in unserem Haus von diesen Vorsichtsmaßnahmen nicht betroffen sind“, betonte Christian Keller, Geschäftsführer des Ortenauklinikums. Die Entbindungsstation sei räumlich von der Intensivstation für die Frühchen klar getrennt. Die Klebsiella-Bakterien seien allgegenwärtige Keime. Bei Frühchen mit schwachem Immunsystem sei bei ihrem Auftreten aber besondere Vorsicht geboten, so Jörg Laubenberger.