Zu einem kleinen Paradies soll das Obstgut Leisberg werden. Nachdem die Planungen weit gediehen sind, könnte diese Simulation im Frühjahr 2018 Wirklichkeit sein.
Zu einem kleinen Paradies soll das Obstgut Leisberg werden. Nachdem die Planungen weit gediehen sind, könnte diese Simulation im Frühjahr 2018 Wirklichkeit sein. | Foto: bhm/Gartenamt

Obstgut Baden-Baden

Paradies über der Klosterwiese

Erlebbare Kulturlandschaft, Picknick mit der Familie oder in trauter Zweisamkeit im Gras unter blühenden Bäumen und mit einem gigantischen Ausblick auf Merkur, Battert und Altes Schloss erwartet Einheimische und Gäste bereits im kommenden Jahr, wenn das bislang verschlossene Obstgut am Leisberg oberhalb der Klosterwiese in Baden-Baden seine Tore öffnet. Die Mitglieder des Bauausschusses zeigten sich jedenfalls begeistert von den jetzt fertigen Plänen, die Gartenamtsleiter Markus Brunsing präsentierte.

Vorher muss aber vor allem die Verkehrssicherheit und eine Wegeverbindung zur Leisbergstraße auf dem insgesamt fünf Hektar großen Gelände in städtischem Besitz hergestellt werden. Rund 235 000 Euro sind im aktuellen Doppelhaushalt vorgesehen.

Erlebbare Kulturlandschaft

Markus Brunsing: „Es wird kein Park werden, sondern ein Element der Kulturlandschaft.“ Im unteren Teil, wo die meisten der rund 300 Obstbäume – vor allem Apfel, Zwetschgen und Mirabellen – stehen, gibt es eine Obstwiese, im mittleren Teil eine Weide und im westlichen Teil in Richtung der heute noch existierenden Villa Leisberg einen Exotenwald, unter anderem mit alten Mammutbäumen, riesigen Scheinzypressen und imposanten Thuja. Das ökologische Kleinod wird vervollständigt durch 30 Vogelarten, die dort nachgewiesen worden sind. Außerdem gibt es auch Fledermäuse.

Das Gelände soll im Wesentlichen so bleiben, wie es ist, allerdings will Brunsing auch in noch folgenden Bauabschnitten kleinere Pfade schaffen, um zum einen die Verbindung zur Leisbergstraße herzustellen und zum anderen einen Rundweg auf dem Gelände anzulegen. Sitzbänke sollen zudem zum Verweilen einladen.
Das vorhandene Hauptgebäude, eine Scheune, soll als solche erhalten bleiben und als Abstellort für Geräte dienen, die für die Pflege des Obstgutes benötigt werden. Hier hofft Markus Brunsing, dass der Funke auf die Bevölkerung überspringt, und dass es gelingt, Patenschaften von Bürgern, Schulen und Vereinen zu bilden. Was Brunsing in der Sitzung ausklammerte, ist ein weiteres Kleinod, ein hinter Brettern versteckter Jugendstilpavillon, dessen Zugänglichmachung, wie auch viele andere Möglichkeiten, im Moment aber noch warten müssen. Brunsing: „Wir haben da eine Menge zu tun.“

Das Obstgut am Leisberg war 1933 in nationalsozialistischer Zeit als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme angelegt worden. Zugänglich ist es schon lange nicht mehr. In den vergangenen Jahren war es an einen Landwirt verpachtet gewesen, der die Wiesen mähte und das Obst als Saft verwertete.