Tunnelmund statt Grünoase: Am Eingang zum Lachenwäldle soll möglichst bald der Arlingertunnel in die B 294 münden. Gestern gab Verkehrsminister Dobrindt die 56 Millionen Euro für das Bauwerk frei.
Tunnelmund statt Grünoase: Am Eingang zum Lachenwäldle soll möglichst bald der Arlingertunnel in die B 294 münden. Gestern gab Verkehrsminister Dobrindt die 56 Millionen Euro für das Bauwerk frei. | Foto: Ehmann

Bund gibt 56 Millionen frei

Pforzheim bekommt seinen Arlingertunnel

Der Arlingertunnel wird Realität. Pünktlich um 16 Uhr verkündete Verkehrsminister Alexander Dobrindt gestern auf der Internetseite seines Ministeriums die frohe Botschaft. Die Bundesrepublik stellt 56 Millionen Euro zur Verfügung, um die eben erst an der Wilferdinger Höhe begonnene Westtangente im Tunnel unter dem Arlinger hindurch bis zur Bundesstraße 294 zu führen.

Seit 1982 wird geplant

Seit 1982 wird daran geplant, den Verkehr aus dem Nordschwarzwald im Bogen um die Goldstadt herum zur Autobahn zu führen. Diesem Ziel kam man mit der Entscheidung aus dem Verkehrsministerium nun einen großen Schritt näher.
„Es ist wirklich ein sensationelles Ergebnis für unsere Region, dass der Arlingertunnel so schnell kommt“, erklärten die beiden Bundestagsabgeordneten Gunther Krichbaum (CDU) und Katja Mast (SPD) gestern gemeinsam. Sie wurden vom Minister persönlich über die Mittelzuweisung informiert. Nachdem der Verkehrsminister erst im Juli 2015 den Baustart für den ersten Bauabschnitt verkündet hätte, habe man nicht damit rechnen können, dass die Fortsetzung der Westtangente tatsächlich schon ein Jahr später gesichert sein würde, so Mast und Krichbaum. Weil man den Bauabschnitt von der Wilferdinger Höhe bis zur Wildbader Straße in mehrere Bauabschnitte aufgeteilt hatte, befürchteten die Anwohner der Dietlinger Straße möglicherweise Jahrzehnte mit dem zusätzlichen Verkehr leben zu müssen.

Detailplanung steht noch aus

Auch dazu äußerten sich die Abgeordneten. „Es ist wichtig, dass hier jetzt Klarheit herrscht, denn durch ein mehrjähriges Warten auf den nächsten Bauabschnitt hätte im Umfeld der Dietlinger Straße über Jahre hinweg eine erhöhte Verkehrsbelastung gedroht. Deshalb haben wir schon im letzten Jahr darauf hingewiesen, dass wir dringend auch den zweiten Bauabschnitt brauchen, um diese Belastung zu verhindern. Damit konnten wir offensichtlich das Bundesverkehrsministerium überzeugen“, heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung von Mast und Krichbaum.
Spätestens Ende 2018 wollen die Bauarbeiter, die derzeit damit beschäftigt sind, die Trasse durch den Wald beim Brötzinger Schützenhaus zu treiben, an der Dietlinger Straße ankommen. Ob man dann gleich im Anschluss den Arlingertunnel graben kann, ist zweifelhaft. Zwar läuft bereits die Ausführungsplanung für den Straßenbau unter der Gartenstadt hindurch, die Ausführungsplanung für den Tunnel steht im Detail jedoch noch aus.

1,6 Kilometer unter Tage

Das Bauwerk soll letztlich den Verkehr auf zwei Spuren die 1,6 Kilometer weit bis ins Enztal führen. Auslegen will man den Tunnel für rund 16 000 Autos pro Tag.
Im Bundesverkehrsministerium läuft die Pforzheimer Westtangente noch immer unter der Bezeichnung „B 463“, was die Hoffnung nährt, dass es im weiteren Verlauf tatsächlich noch zum Bau eines Tunnels unter dem Sonnenberg hindurch kommt. Erst dann, mit dem Anschluss der Westtangente ans Nagoldtal wird die Entlastung der Innenstadt, die man sich seit über 34 Jahren von der Umgehungsstraße erhofft, auch in vollem Umfang eintreten.