Kinder am Ball: Das wollte die Stadt Pforzheim eigentlich mit 110 000 Euro unterstützen. Jetzt gibt es wohl nur 55 000.
Kinder am Ball: Das wollte die Stadt Pforzheim eigentlich mit 110 000 Euro unterstützen. Jetzt gibt es wohl nur 55 000. | Foto: dpa

Pforzheim halbiert Sportzuschüsse

Eigentlich wollte man mit einem kräftigen finanziellen Zuschlag die Förderung des Sports in der Goldstadt auf eine neue Basis stellen. Doch statt der anvisierten zusätzlichen 110 000 Euro stehen jetzt nur noch 55 000 Euro im Vorschlag der Neuausrichtung, den der Sportausschuss in der kommenden Woche diskutieren wird. Gespart wird vor allem an den Zuschüssen für Übungsleiter, an der Förderung des Leistungssports, der Kooperation von Vereinen mit Kindergärten und Schulen sowie an freien Eintrittskarten für Schwimmsportler.

Sportkreis findet Vorgehen der Stadt „verstörend“

„Die reduzierten Mittel sind natürlich auch der Haushaltskonsolidierung geschuldet“, erklärt Nicolas Heck, der die Sportförderung im Amt für Bildung und Sport bearbeitet. Bei der Ausarbeitung eines Sportentwicklungsplanes für Pforzheim wollte man auch die kommunale Sportförderung neu aufstellen und mit gezielter finanzieller Förderung die Vereine zu mehr Kooperationen und besserer Qualifizierung ihrer Übungsleiter animieren. Noch im Doppelhaushalt für die Jahre 2015 und 2016 hatte der Gemeinderat beschlossen, die Zuschüsse an die Vereine jährlich um 110 000 Euro aufzustocken, um diese Ziele zu erreichen. Angesichts der Haushaltsmisere wurde dieser Betrag nun auf 55 000 Euro halbiert.
„Das finden wir verstörend“, erklärt Tobias Müller vom Sportkreis Pforzheim/Enzkreis. „Wir wollen diese Kürzung nicht einfach hinnehmen. Doch da stehen wir wohl auf verlorenem Posten.“ Insgesamt fördert die Goldstadt ihre Sportler laut Müller jährlich mit rund 2,4 Millionen Euro. „Doch der größte Teil davon sind erlassene Hallenmieten, die in Pforzheim noch dazu besonders hoch sind.“ Lediglich 400 000 Euro kämen tatsächlich bei den Kassierern der Verein an. „Die 55 000 Euro, die man hier einspart, hätten im ehrenamtlichen System des Sports sehr viel bewirkt für die Jugendlichen unserer Stadt“, sagt Müller.

„Verdummbeuteltes Geld wird auf Rücken der Sportler eingespart“

Für Roman Gründer, Vorsitzender des 1. Badischen Schwimmclubs Pforzheim, reagiert verärgert auf den Einschnitt. „Was die Stadtverwaltung früher verdummbeutelt hat, das wird jetzt auf dem Rücken der Sportler wieder eingespart“, sagt er. Auch die Verteilung des Geldes kritisiert er. „Einem Fußballclub wird das Geld in den Hintern gepustet und die andern gehen praktisch leer aus.“ Das sieht Markus Geiser, Vorsitzender des CfR, naturgemäß völlig anders. Doch die Einsparungen träfen seinen großen Verein tatsächlich nicht ganz so heftig, wie die kleinen. „Der Anteil der städtischen Fördergelder an unserem Gesamtetat ist überschaubar. Außerdem haben wir uns schon länger darauf eingestellt, dass weniger Geld kommt.“