Die Beamten der Bundespolizei sorgen auf dem Pforzheimer Hauptbahnhof für Ordnung. Ihre Eingliederung in Karlsruher Strukturen lässt Polizeikritiker in Pforzheim aufhorchen
Die Beamten der Bundespolizei sorgen auf dem Pforzheimer Hauptbahnhof für Ordnung. Ihre Eingliederung in Karlsruher Strukturen lässt Polizeikritiker in Pforzheim aufhorchen | Foto: Ehmann

Neuorganisation angekündigt

Pforzheim sorgt sich um seine Bundespolizei

Verliert Pforzheim nach seiner Polizeidirektion jetzt auch noch das Revier der Bundespolizei am Hauptbahnhof? In Kreisen rund um den Bahnhof wird heftig spekuliert, dass bald noch weniger Ordnungshüter über die Bahnsteige der Goldstadt patrouillieren, als dies derzeit der Fall ist. Hintergrund der Sorgen ist offenbar eine Neuorganisation in den Reihen der Bundespolizeiinspektion Karlsruhe.

„Kein Rückzug aus Pforzheim“

Die gibt es tatsächlich. Das bestätigt auch der Sprecher der Karlsruher Inspektion, Sascha Roth. Mit einem Rückzug aus Pforzheim habe all dies aber nichts zu tun. „Im Grunde genommen ändert sich nichts. Die Pforzheimer Kollegen waren bislang ein Sonderfall innerhalb der Struktur unserer Bundespolizeiinspektion. Sie werden jetzt in die bestehenden Dienstgruppen und in den Schichtdienst integriert.“ Das Revier auf dem Pforzheimer Hauptbahnhof, so Roth, sei auch nach der Umorganisation, die am 1. Oktober vollzogen werden soll, weiterhin besetzt.

Reform zum 1. Oktober

„Wir haben dort keine Besetzung rund um die Uhr, sondern orientieren uns am Kriminalitätsaufkommen.“ An Wochenenden, wenn mit erhöhtem Disco-Verkehr zu rechnen sei, fahre man die Besetzung hoch. In Leerlaufzeiten schone man die knappen Personalressourcen der Bundespolizei.

Kritiker befürchten Reduktion der Einsatzkräfte

Kritiker sehen aber durchaus Auswirkungen der Umorganisation. „Die Hälfte der Dienstgruppen ist personell gar nicht in der Lage, Pforzheim zu bedienen“, ist aus unterrichteten Kreisen zu hören. Weil schon in Karlsruhe längst nicht genügend Beamte im Einsatz seien, werde die Eingliederung der Bundespolizisten aus Pforzheim eher dazu genutzt, einen geordneten Dienst in Karlsruhe aufrecht zu erhalten, während man die Einsätze in Pforzheim wohl reduziere. Auf dem Papier benötige man beim Pforzheimer Revier 30 Planstellen, 20 sogenannte Polizeivollzugsbeamte, sechs Gruppenleiter und vier im Ermittlungsdienst. In der Realität seien aber nur fünf Beamte im Einsatz und Gruppenleiter seien noch gar nie in Pforzheim eingesetzt worden. Jetzt allerdings drohe der Totalverlust.
Diesem Szenario widerspricht der Behördensprecher jedoch energisch.

„Nur die Dienstzeiten ändern sich“

„In Pforzheim bleibt alles beim Alten, das Revier, die Besetzung, die Telefonnummer“, so Roth. Man werde lediglich die Beamten in das Karlsruher Schichtmodell integrieren. „Bislang mag es möglich sein, dass im Pforzheim von 8 bis 18 Uhr gearbeitet wird. Das ändert sich tatsächlich. Die Beamten werden dann Schichtdienst leisten, wie alle anderen auch.“ Bislang sei das Revier ein klein wenig eigenständig gewesen, obwohl es eigentlich schon längst in die Karlsruher Organisationsstruktur hätte übernommen werden sollen – „wie die Reviere in Mannheim oder beim Karlsruher Bundesverfassungsgericht auch“.